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Wasser

25.01.2020

Jetzt muss auch Aystetten abkochen

Gestern Nachmittag verteilte die Feuerwehr Handzettel. Keim im Netz gefunden

Die Aystetter Bürger wurden gestern Nachmittag von einem roten Handzettel in ihrem Briefkasten überrascht, der ein Abkochgebot für das Trinkwasser vermeldete. Parallel machte die Feuerwehr Lautsprecherdurchsagen, dass das Leitungswasser in Aystetten bis auf Weiteres abgekocht werden müsse. Nach Deubach, Dinkelscherben, Diedorf und Gersthofen hat es nun also auch Aystetten erwischt.

Wie die Gemeinde gestern am frühen Abend in einer Presseerklärung mitteilte, wurden im Netz der Gemeinde eine erhöhte Keimzahl festgestellt. Das Staatliche Gesundheitsamt im Landratsamt Augsburg habe deshalb in enger Abstimmung mit der Gemeinde und Bürgermeister Peter Wendel eine offizielle Abkochanordnung ausgesprochen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung wurde Bürgermeister Peter Wendel noch konkreter: „Es wurde ein coliformer Keim festgestellt“, erklärte er, und zwar bei einer der regelmäßig stattfindenden Kontrollen.

Jetzt muss auch Aystetten abkochen

Die gute Nachricht: Aystetten bezieht sein Trinkwasser zwar über die Loderberggruppe (siehe Infokasten), betroffen sei aber ausschließlich das Gemeindenetz von Aystetten, nicht jedoch die anderen versorgten Stadtteile von Neusäß: Hammel, Ottmarshausen und Täfertingen.

Wie zweiter Bürgermeister Peter Hartung weiter berichtete, gehe es jetzt darum, den Ursprung der Verkeimung zu finden. Deshalb werde nun an fünf verschiedenen Messstellen täglich beprobt und die Leitungen gespült.

Das Netz von Aystetten ist insgesamt rund 40 Kilometer lang. Zum Vergleich: Das Leitungsnetz der ebenfalls betroffenen Stadt Gersthofen ist rund 130 Kilometer lang.

Für die Bürger hat die Gemeinde eine Telefon-Hotline eingerichtet. Unter 0157/84666466 gibt eine Gemeindemitarbeiterin von 8 bis 21 Uhr Auskunft. Gestern haben vereinzelt besorgte Bürger angerufen, hauptsächlich mit kleinen Kindern, die Fragen zum Abkochgebot hatten.

Dafür, dass die Hotline gestern einmal kurz nicht besetzt war, hatte Bürgermeister Wendel eine Entschuldigung: Er hatte trotz der Krisensituation im Rathaus zwischendurch eine Trauung zu vollziehen.

Für die Gersthofer ist dagegen ein Ende des Abkochens in Sicht, das seit Sommer 2019 angeordnet ist. Seit einigen Wochen wird das Trinkwasser in Gersthofen gechlort. Zwischenzeitlich ist der Chlorwert stabil und es fließt laut Angaben von Bürgermeister Michael Wörle wieder Trinkwasserqualität laut Verordnung durch Gersthofens Wasserrohre. Dennoch muss, wie berichtet, das Leitungswasser bis auf Weiteres noch abgekocht werden.

Ab Montag wird nun das gesamten Leitungsnetz Zug um Zug gespült. (Symbolfoto: Bernhard Weizenegger)

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