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Titania Therme

11.09.2013

Jetzt räumt der Betreiber aus

Keine Besucher, leere Becken: So wird es in den kommenden Wochen in der Titania Therme aussehen. Bereits drei Wochen vor dem gerichtlich fixierten Auszugstermin hat der Betreiber das Bad zugesperrt. Ab 1. Oktober übernimmt die Stadt Neusäß den Betrieb. Nach kurzen Sanierungsarbeiten soll spätestens Ende November wieder eröffnet werden.
Bild: Marcus Merk

Betreiber Uwe Deyle erklärt das vorzeitige Aus der Titania Therme in Neusäss mit Umzugsvorbereitungen. Das Bad wird dennoch nicht früher wieder eröffnen

Es war eine Überraschung, die der Betreiber der Titania Therme Ende vergangener Woche verkündete: Bereits drei Wochen vor dem gerichtlich fixierten Auszugstermin erklärte Geschäftsführer Uwe Deyle nach über zwölf Jahren seinen Ausstieg aus dem Neusässer Familienbad. Während die Stadt Neusäß als Vermieter von der Nachricht überrascht wurde, rechtfertigt Deyle das vorzeitige Aus mit den logistischen Vorbereitungen für den Betreiberwechsel. „Das Titania ist ein großes Haus, in dem viel drin ist. Ein paar Sachen davon gehören uns. Und die nehmen wir mit.“

Der Vorlauf von drei Wochen sei notwendig: „Das kann man nicht innerhalb von zwei Stunden mal eben ausräumen.“ Mit anderen Worten: Vor dem Umzug räumt Deyle aus. Betroffen davon sind etwa die Getränke und Gegenstände aus dem Gastronomiebereich. „Wir müssen aber auch die Kassenanlage mit dem EDV-System so umstellen, dass unsere Kundendaten nicht weitergegeben werden können“, erklärt Deyle.

Die Angestellten arbeiten nun in Königsbrunn oder haben Urlaub

Das vorzeitige Aus bedeutet für die rund 50 Angestellten am Standort Neusäß einen Umzug nach Königsbrunn, sagt Deyle: „Ein paar haben Urlaub, der Rest arbeitet jetzt in der Königstherme.“ Auch dieses Bad wird von der Deyle-Gruppe betrieben – hier ist er sogar Eigentümer. Nach dem 1. Oktober werden die 50 Personen von der Stadt Neusäß übernommen, die den Badbetrieb mit einer eigenen Betreibergesellschaft regeln will. Dass die Stadt aber schon vor dem 1. Oktober mit der Sanierung der Therme loslegen kann, gilt als unwahrscheinlich: Zwar sagt Deyle, er gehe davon aus, „dass meine Mitarbeiter der Stadt Neusäß helfen werden“. Schließlich handele es sich bei der Kommune um deren neuen Arbeitgeber. Bürgermeister Hansjörg Durz betonte im Gespräch mit unserer Zeitung aber bereits, dass die gesamte Planung auf den 1. Oktober ausgelegt ist: Für einen geregelten Ablauf hat Neusäß bereits eine Beraterfirma beauftragt. Die Verträge und Versicherungen seien zudem mit diesem Zeitplan abgestimmt, auch die Firmen seien für die Arbeiten im Bad für Oktober bestellt.

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Nach den ersten dringenden Sanierungsarbeiten soll spätestens Ende November wieder eröffnet werden, um das lukrative Wintergeschäft mitnehmen zu können. Eine große Ungewissheit ist laut Durz aber die Wasserqualität: Über sie weiß die Kommune bislang nicht Bescheid. Der Legionellenbefall in der Therme war der Grund für das endgültige Zerwürfnis zwischen der Kommune und dem Betreiber, das in der Vertragsauflösung endete.

Laut Deyle ist das Wasser aber seit der Wiedereröffnung im November 2012 frei von Legionellen. Dass sich neue Bakterien bilden, sei ausgeschlossen: „Wir kühlen das Wasser runter.“ Den Trubel um das vorzeitige Aus hat er nach eigenen Aussagen gar nicht mitverfolgt „Ich war zuletzt in Korea. Meine Firma gestaltet dort eine Bobbahn für die Olympischen Spiele. Wenn in der Informationskette etwas nicht angekommen ist, tut mir das leid.“

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