1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Jetzt wird der Badesee-Tresor gebaut

Dinkelscherben-Anried

08.05.2018

Jetzt wird der Badesee-Tresor gebaut

spinsafe.jpg
2 Bilder
Mit ihrem Spinsafe haben Gero Kraus aus Anried (links) und Dennis Zappi an dem Geschäftsideen-Wettbewerb "Idee" teilgenommen und den vierten Platz gewonnen. Mit der Schraube wird der mobile Tresor fest im Boden verankert - Diebe haben keine Chance.
Bild: Allianz für die Region GmbH/Susanne Hübner

Gero Kraus und Dennis Zappi haben den Spinsafe erfunden. Handy, Geld und Schlüssel sollen so auf der Liegewiese sicher sein. Nun haben sie einen Produzenten gefunden.

Was für ein tolles Sommerwetter! Also ab an den Badesee und rein ins kalte Wasser – doch Moment mal: wohin bloß mit Handy, Geld und Schlüssel? Gero Kraus und Dennis Zappi haben die Lösung. Sie wollen das Leben am Badesee, im Freibad und auf dem Zeltplatz leichter und vor allem sicherer machen: mit ihrer Erfindung, dem „Spinsafe“. Das ist ein Outdoor-Tresor, den man in der Erde verankern und so seine Wertsachen verstecken kann. Jetzt haben sie einen Produzenten gefunden.

Der kleine Tresor sieht aus wie ein Straußenei, wenn er in der Erde steckt. In dem halbrunden, etwa 25 Zentimeter hohen Gehäuse haben zum Beispiel Smartphone, Geld und Autoschlüssel Platz. Der Safe hat eine lange, dicke Schraube. Mit dieser wird die Konstruktion fest in den Boden gedreht, dann platziert man seine Wertsachen darauf, stülpt die Oberschale drüber und schließt ab.

Einer der beiden Erfinder kommt aus dem Augsburger Land. Der 25-jährige Gero Kraus stammt aus dem Dinkelscherber Ortsteil Anried. Zurzeit haben er und sein Kollege Dennis Zappi von ihrer Erfindung erst einen Prototyp aus dem 3D-Drucker. Doch das Unternehmen, das die Kunststoffteile produzieren wird, steht jetzt in den Startlöchern, erzählt Kraus. Es ist die Firma Schneider Kunststofftechnik aus Kirchheim im Unterallgäu, die Teile für die Automobilbranche, den Maschinenbau und die Verpackungstechnik fertigt. Sie war durch den ersten Artikel in unserer Zeitung auf die Existenzgründer aufmerksam geworden.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Im Frühjahr 2019 soll der Spinsafe erhältlich sein

Im Spätsommer wollen Kraus und Zappi die ersten Tests an ihrem Serienprodukt vornehmen. Im Frühjahr 2019 soll der Spinsafe dann erhältlich sein – also pünktlich zum Beginn der nächsten Bade- und Festivalsaison.

Ursprünglich sollte es heuer schon so weit sein, aber wie es bei Existenzgründungen so ist, hat sich einiges verzögert. Eine wichtige Frage ist natürlich die der Finanzierung. Mittlerweile haben die zwei ein „Exist“-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten, dadurch konnten sie sich kürzlich auch an der Technischen Universität in Braunschweig ansiedeln. „Wir sind gespannt auf den Austausch mit den anderen Teams vor Ort und erwarten ein inspirierendes Arbeitsklima“, erzählt Gero Kraus.

Bald soll es eine Crowdfunding-Kampagne geben

Demnächst wollen Kraus und Zappi eine GmbH gründen. Für den Sommer planen sie eine Crowdfunding-Kampagne, wollen also Geld übers Internet sammeln. Die Unterstützer können sich so einen der ersten Serien-Spinsafes sichern. Beim ersten Crowdfunding war nicht genügend Geld zusammen gekommen, dieses Mal soll es klappen. Auch durch die Teilnahme an Wettbewerben wollen die beiden ihr Produkt bekannter machen. Kürzlich haben sie bei der „Pitch Night“ für Start-ups in Braunschweig den ersten Preis gewonnen, derzeit kann man im Internet für den Publikumspreis des „Future Sax Ideenwettbewerbs“ des Freistaats Sachsen abstimmen.

Die Idee für den Spinsafe hatte Dennis Zappi 2016 bei einem Badesee-Besuch. Später holte der Ingenieur sich Gero Kraus dazu, der aus Anried kommt und mittlerweile in Leipzig wohnt. Die zwei Erfinder haben sich vor sieben Jahren als Arbeitskollegen in Kanada kennengelernt und sind seitdem befreundet. Dennis Zappi kommt aus dem Bereich Kunststoffkonstruktion und ist für die Technik zuständig. Gero Kraus ist Informatiker und kümmert sich um die Online-Vermarktung und eine App. Die soll den Spinsafe noch sicherer machen: Wenn das Smartphone im Safe liegt und jemand daran rüttelt, erkennt das die App anhand der Sensordaten des Handys und löst einen schrillen Alarm aus.

Niemand braucht übrigens Angst haben, dass die Liegewiesen künftig von den Spinsafes durchlöchert sein werden: Nach dem Herausdrehen lässt sich das Loch durch zwei Tritte schließen, betonen die Entwickler. Die Grasnarbe werde nicht beschädigt. Für Sandstrände ist die Schraube allerdings nicht ausgelegt. Ein Strand-Spinsafe wäre dann das nächste Projekt.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
hol-bl%c3%bchwiese1.jpg
Gersthofen

Im Gersthofer Rathaus gibt es Blumensamen für alle

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden