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Thierhaupten

27.07.2010

Jiddische Lieder erklingen im Kreuzgarten

Lieder aus dem Leben der Juden von einst: Das Klezmer-Ensemble Mesinke begeisterte bei einem Open-Air-Konzert im ehemaligen Kloster Thierhaupten mit Klezmermusik. Foto: Margot Sylvia Ruf
Bild: Margot Sylvia Ruf

Beim Open-Air-Abend in Thierhaupten spielten jiddische Lieder die Hauptrolle. Von Margot Sylvia Ruf

Der Wiener Autor, Sänger und Eventmanager

Andre Heller

hat einmal gesagt, dass

Klezmermusik

2000 Jahre jüdische Geschichte, Leben, Leiden und Traurigkeit interpretiert. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Das Klezmer-Ensemble "Mesinke" bewies dies beim ersten Open-Air-Konzert im

Jiddische Lieder erklingen im Kreuzgarten
Kreuzgarten

des ehemaligen Klosters

Thierhaupten

vor einem stattlichen Publikum. "Klezmer" ist nämlich auch jüdische Fröhlichkeit, Witz und Heiterkeit, Augenzwinkern und pralle Lebensfreude schlechthin.

Mathilde Wehrle hatte im Rahmen der Kulturarbeit des Bezirks Schwaben das Konzert organisiert. Ihr Engagement für das kulturelle Leben im Schloss Höchstädt (Kreis Dillingen) wird nun auch im ehemaligen Kloster Thierhaupten seit geraumer Zeit fortgesetzt. Zahlreiche Besucher dankten es ihr beim Konzert in den historischen Mauern eines geschichtsträchtigen Gebäudes.

Fester Bestandteil der Szene

Das Klezmer-Ensemble stammt aus Krumbach und gehört seit 1991 zum festen Bestandteil der Klezmerszene in Deutschland. Spezialisiert ist die Band vor allem auf jiddische Lieder. In der klassischen Besetzung mit Klarinette, Sax, Gitarre, Akkordeon, Bass und Schlagzeug haben die Musiker traditionelle Stücke modern bearbeitet. Diese interessante Mischung aus Folk, Jazz und Klassik hat in 20 Jahren schon viele Menschen begeistert.

Das Programm an diesem kühlen Sommerabend wärmte nicht nur den Körper durch das Einbeziehen der Zuhörer, sondern auch die Herzen mit einfühlsamen Texten, die das Alltagsleben jüdischer Menschen von einst widerspiegeln. Das Schabbeslied "Wos is wichtig", das die Sehnsucht nach Frieden und Freiheit auf der ganzen Welt beschwört, ist genauso schön wie das hohe Lied auf die Mädchen ("Majdlach wie Blumen").

Große Ausdruckskraft

Diese mitreißende Mischung ist es, die "Mesinke" so populär für Veranstaltungsplaner und Publikum gleichermaßen macht. Weil das Jiddische zum Teil aus dem Mittelhochdeutschen kommt, ist es nicht schwer zu verstehen. Viele Begriffe sind längst in die Alltagssprache eingeflossen.

Auch in Thierhaupten erlebten die Zuhörer die ganze Ausdruckskraft und Gefühlstiefe der Klezmermusik, die von der Gruppe "Mesinke" auf besonders anrührende Weise interpretiert wird. Wenn im Beitrag "Goldenes Land" die Jahreszeiten des Lebens besungen werden oder in "Dschankoje" das Landleben der Bauern vor dem geistigen Auge zum Leben erweckt und der neue Traktor gefeiert wird, dann ist das Publikum restlos begeistert.

Die Künstler von "Mesinke" bekamen nach zwei Stunden begeisterten Beifall. Von Margot Sylvia Ruf

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