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Neusäß/Diedorf

20.04.2016

Jonglieren bei der Kinderbetreuung im Provisorium

Gemeinden müssen bei der Kinderbetreuung jonglieren.

Die SPD will wegen der hohen Anmeldezahlen eine andere Lösung für Neusäß. In Diedorf muss in einem Ortsteil eine neue Gruppe eingerichtet werden.

An der Oberkante arbeitet die Stadt Neusäß derzeit bei Krippen- und Kindergartenplätzen: Freie Plätze sind nicht mehr zu vergeben (wir berichteten). Auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses haben die Stadträte dort deshalb beschlossen, den Kindergarten an der Gartenstraße im kommenden Kindergartenjahr ab September mit zwei Gruppen statt wie bisher mit einer Gruppe weiterlaufen zu lassen. Dabei ist dieser Kindergarten selbst ein Provisorium. Er soll so lange bestehen, bis an anderer Stelle neue Plätze zur Verfügung stehen, bestätigt der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung in Neusäß, Josef Hoppe.

Die Stadtratsfraktion der SPD hat deshalb nun einen Antrag an die Stadtverwaltung vorbereitet. Demnach soll geprüft werden, ob bei der geplanten neuen Kindertagesstätte in Steppach doch noch eine dritte Gruppe Platz finden könnte. Eine andere Möglichkeit wäre nach Ansicht der SPD, bei der anstehenden Neuplanung eines weiteren Westheimer Kindergartens die bisher angedachte Größenordnung infrage zu stellen und eine Erweiterung in Modulform zu diskutieren. „So könnte man den aktuellen mit dem zukünftig aus der Bebauung des Sailer- und Schuster-Areals entstehenden Bedarf zeitnah decken“, schreibt die SPD an den Bürgermeister.

Auch in anderen Orten des Landkreises ist die Situation angespannt. In der Nachbargemeinde Diedorf konnten in fast allen Ortsteilen alle angemeldeten Kindergartenkinder untergebracht werden, so Nicole Gebele von der Gemeindeverwaltung. Eine Ausnahme ist Anhausen: Dort sind die beiden Kindergartengruppen des katholischen Kindergartens St. Adelgundis mit je 25 Kindern bis zum Anschlag gefüllt. Es sind aber noch eine Reihe weiterer Kinder angemeldet. Derzeit suchen die Gemeindeverwaltung und die Pfarrei gemeinsam nach einer Lösung, um eine weitere Gruppe im September zu starten. „Es wird eine Lösung geben“, ist sich Nicole Gebele sicher.

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Die Krippenkinder können nur durch den Weiterbetrieb einer Übergangslösung alle untergebracht werden. Nun soll die Krippengruppe „Pippilotta“, die eigentlich nur kurze Zeit bestehen sollte, um ein Jahr verlängert werden. Die Gruppe ist derzeit mit einer Sondererlaubnis bis zum Sommer im Bürgersaal über dem Kindergarten „Villa Kunterbunt“ in Lettenbach untergebracht. Zehn Kinder werden hier betreut. „Geplant war, dass die Gruppe wieder aufgelöst wird, wenn der Kindergarten Herz Mariä im Sommer fertig saniert ist“, so Herbert May, der für den Bereich Kinderbetreuung in der Diedorfer Verwaltung zuständig ist. Das wird jetzt aber wegen der vielen Anmeldungen nicht klappen. „Pippilotta“ soll noch mal verlängert werden, wenn das Landratsamt zustimmt. Optimal sei das zwar nicht, so Bürgermeister Högg, aber eben eine Möglichkeit, alle angemeldeten Krippenkinder unterzubringen. Die nächste Entlastungsmöglichkeit sieht Herbert May dann mit dem neuen Kindergarten in Willishausen, der im September 2017 in Betrieb gehen soll.

Auch für kleinere Gemeinden wird es zunehmend schwer, den tatsächlichen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu kalkulieren. In Kutzenhausen wird deshalb nun intern umgeschichtet: Nach den Anmeldungen war klar, dass es ab September für die Krippe zu viele Anmeldungen gab, für den Kindergarten St. Nikolaus mit seinen bislang drei Gruppen aber deutlich zu wenige. Um sowohl Kindern als auch Eltern und deren veränderten Wünschen gerecht zu werden, wird nun neben der klassischen Krippe und zwei Kindergartengruppen für Mädchen und Buben zwischen vier und sechs Jahren eine „Kleine Rote Gruppe“ angeboten. In ihr werden höchstens 17 Kinder zwischen zwei und vier Jahren aufgenommen. Die jüngeren Kinder sollen hier altersgerecht an den Kindergartenalltag gewöhnt werden.

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