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Jugend forscht 2020

19.02.2020

Jugend forscht: Nachwuchsforscher mit großen Visionen

Eva Thijssen (unten links) und Laura Osdarty wollen die Sicherheit für Boote mit Motorschäden erhöhen. Sie sind die Teilnehmer des Justus-von-Liebig-Gymnasiums bei „Jugend forscht“.
Bild: Marcus Merk

Plus Bei „Jugend forscht“ treten zahlreiche Schüler aus dem Landkreis gegeneinander an, darunter auch einige aus Neusäß. Womit sie punkten wollen.

Es ist ein hohes Ziel, das Ulrich Fech vom Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß sich gesetzt hat: Seine Erfindung soll zu großen Einsparungen im Gesundheitsbereich führen. Bei seiner Entwicklung handelt es sich um eine Armprothese, in die ein Mikrocomputer eingebaut ist. Dieser misst die Werte eines ebenfalls eingebauten Drucksensors. „Der Druck wird dann an eine andere Stelle des Körpers übertragen, an welcher der Prothesenträger etwas spüren kann“, erklärt Ulrich Fech. So können Menschen mit Armprothesen beispielsweise besser mit leicht beschädigbaren Dingen wie Trinkgläsern umgehen. „Ich habe mitbekommen, wie teuer normale Prothesen sind und dachte mir, dass das doch günstiger gehen muss. Das ist mir, denke ich, jetzt gelungen“, sagt Fech.

Jugend forscht soll Nachwuchs im Bereich der Forschung sichern

Er ist einer von etwas mehr als 100 jungen Menschen, die sich für den Regionalentscheid Bayerisch-Schwaben von „ Jugend forscht“ in Augsburg angemeldet haben. Der Wettbewerb ist der deutschlandweit renommierteste in den sogenannten „MINT“-Disziplinen. Darunter fallen die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Vor 55 Jahren wurde „Jugend forscht“ von dem damaligen „Stern“-Chefredakteur Henri Nannen ins Leben gerufen mit der Zielsetzung, junge Menschen für die MINT-Fächer zu begeistern, Talente zu identifizieren und diese zu fördern. Langfristig soll der Wettbewerb dazu dienen, den Forschungs- und Fachkräftenachwuchs in Deutschland zu sichern.

Ihre ausgeklügelten Ideen zeigen Schüler beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht im Augsburger MAN-Museum.
48 Bilder
Jugend forscht 2020: Alle Bilder vom Regionalwettbewerb in Augsburg
Bild: Christoph Lotter

Fast 12.000 junge Menschen haben diese Chance deutschlandweit in diesem Jahr ergriffen. Ihr Forschungsthema können die Nachwuchsforscher frei auswählen. In Augsburg gibt es in diesem Jahr die meisten Projekte im Themenfeld der Biologie. Auffällig dabei ist: Das Fachgebiet wird deutlich von Mädchen dominiert, 23 weibliche Teilnehmer stehen sieben Jungen gegenüber. In seinem Konzept orientiert sich „Jugend forscht“ an den amerikanischen „science fairs“, also Wissenschaftsmessen. Die Jugendlichen stellen daher ihre Arbeiten an selbst gestalteten Messeständen der Jury vor. Diese bewertet die Projekte nach den Kriterien Kreativität, Originalität, Alltagsbezug und Exaktheit. Außerdem wird geprüft, ob die Arbeit eigenständig geleistet wurde.

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Ulrich Fech hat eine Armprothese entwickelt.
Bild: Marcus Merk

Können die jungen Forscher mit ihrer Idee überzeugen, geht es für sie weiter zum bayerischen Landesentscheid in München. Dort wird dann entschieden, wer in das Bundesfinale vorrücken darf.

Der Jugend forscht-Wettbewerb ist in zwei Altersklassen aufgeteilt

Der Wettbewerb ist in zwei Altersklassen aufgeteilt: Kinder und Jugendliche bis zu 14 Jahren messen sich unter dem Motto „Schüler experimentieren“. Auch in dieser Kategorie sind in diesem Jahr zwei Gymnasiastinnen aus Neusäß vertreten. „Wir haben beide großes Interesse an technischen Dingen, deswegen hat uns das Projekt richtig Spaß gemacht“, sagt Laura Osdarty. Die 14-jährige Schülerin hat gemeinsam mit ihrer gleichaltrigen Freundin Eva Thijssen ein Modellboot gebaut, bei welchem die Motorschraube durch ein Vierkantrohr geschützt und die Lenkung optimiert ist. So soll das Boot auch in flachen Gewässern ohne Gefahr von Motorschäden fahren können. Ihr Projektleiter habe sie auf die Idee gebracht, etwas mit Booten zu machen, erzählt Laura Osdarty. „Bei unserer Recherche haben wir dann herausgefunden, dass an Bootsmotoren häufig Schäden passieren. Wir wollten etwas entwickeln, das das verhindern kann.“

Felix Klaiber geht es um den Bestand der Bachforellen.
Bild: Marcus Merk

Auch in der Kategorie „Biologie“ findet sich ein Schüler des Justus-von-Liebig Gymnasiums: Felix Klaiber hat sich für „Jugend forscht“ mit der Frage beschäftigt, wie sich der Fischbestand der heimischen Bachforelle möglichst natürlich und nachhaltig sichern lässt. „Es ist oft so, dass heimische Gewässer überfischt werden“, erklärt Klaiber sein Projekt.

Das Problem werde dann noch dadurch verschlimmert, dass bei den Wiederansiedlungsmaßnahmen erwachsene Fische ins Wasser gegeben werden. „Diese Fische können dann nicht überleben: Entweder, sie werden schon bald wieder herausgefischt, oder sie sterben, weil sie nicht an die neuen Lebensumstände gewohnt sind“, sagt Klaiber. Genau da setzt sein Projekt an: Er hat eine Brutbox mit Bachforelleneiern in der Schmutter ausgesetzt. So können die Fische gleich von Geburt an in dem Gewässer leben. Was für Chancen er sich mit diesem Projekt bei „Jugend forscht“ ausmalt? „Die Konkurrenz hier auf der Messe ist definitiv sehr stark. Trotzdem hoffe ich natürlich, mit meiner Idee weit vorne zu landen“, sagt Klaiber.

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