1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Kaktus ohne Stacheln bringt Exotik in Augsburger Land

Landkreis Augsburg

18.11.2019

Kaktus ohne Stacheln bringt Exotik in Augsburger Land

Der Weihnachtskaktus ist eine hybride Zimmerpflanze. 
Bild: B. Weizenegger

Grüner gärtnern: Der Weihnachtskaktus tickt etwas anders als seine Verwandten. Was bei der Pflege der  beliebten Pflanze zu beachten ist. 

Kaktus ist nicht gleich Kaktus. Der Weihnachtskaktus tickt etwas anders als so manch andere seiner Verwandten und hat weder Stacheln noch ein kakteentypisches Aussehen. Er gehört zur Gattung der Schlumbergera, deren Namen auf den Kakteenzüchter Frédéric Schlumberger zurückgeht. Eigentlich hat er seine Heimat in den küstennahen Gebieten Brasiliens. Dort wächst er als Aufsitzerpflanze auf den Bäumen.

Wir kennen den zur Weihnachtszeit blühenden Kaktus als schöne hybride Zimmerpflanze. Hybrid ist in Bezug auf das Auto in aller Munde. Doch das Wort bezieht sich aus dem Griechischen auf Übermut und Anmaßung und aus dem Lateinischen auf Mischling. Eine hybride Pflanze wurde also so miteinander gekreuzt, dass sie vitale, widerstandsfähige, gleichförmige Nachkommen hervorbringt.

  • Vorsicht Alle Pflanzenteile des Weihnachtskaktus sind leicht giftig. Gerade der Pflanzensaft kann Hautreaktionen hervorrufen. Kinder und Haustiere sind von Natur aus neugierig, sollten jedoch keine Blüten oder Blätter ergreifen können.
  • Blühzeit Während viele Kakteen die Sonne lieben, mag es der exotische Weihnachtskaktus gerne dunkel. Deshalb gönnt man der Kurztagspflanze vor Weihnachten viel Ruhe und eine mehrere Monate anhaltenden Dunkelphase. Dann blüht er von Ende November bis Januar, also rund sechs Wochen.
  • Standort Der Standort sollte von September bis Dezember zwölf Stunden Dunkelheit und kein künstliches Licht bieten. Denn die Dunkelheit regt das Blütenwachstum an. Wenn der Kaktus seine Blüten verliert, ist es meist nie der Nährstoffmangel, sondern eher, dass man den Standort zu oft wechselt. Denn die hübschen Blüten drehen sich immer zum Licht. Stellt man die Pflanze also ständig woanders hin, ermüdet das die Blüten. Optimal ist ein heller, nicht sonniger Standort, der auch zugluftgeschützt ist. Sobald der Kaktus zu blühen beginnt, sollte er abends kein Licht mehr erhalten.
  • Pflege Die Pflege ist nicht aufwendig. Man muss ihn nicht einmal düngen, sondern lieber alljährlich nach der Blüte einmal umtopfen. So stellt man sicher, dass sein Nährstoffbedarf passt. Manche Hybrid-Formen blühen übrigens noch ein zweites Mal im Februar. Wer dennoch düngen möchte, sollte dies keinesfalls in der Ruhezeit tun, nicht nach dem Kauf und auch nicht nach dem Umtopfen. Überdüngung unbedingt vermeiden. Maximal alle vierzehn Tage einen Kakteendünger verwenden und diesen so dosieren, dass man nur ein Drittel der empfohlenen Menge verwendet.
  • Gießen Hängen seine Blätter schlapp nach unten liegt es meistens daran, dass zu viel gegossen wurde. Da er aus den Regenwäldern stammt, mag er eine hohe Luftfeuchtigkeit, aber keine Staunässe. Der Wurzelballen muss relativ trocken bleiben oder nur ganz leicht feucht. Ist die Erde zu nass, sollte man umtopfen und nur einmal wöchentlich ein Schlückchen kalkarmes Wasser geben. In den warmen Monaten kann man seine Blätter mit kalkarmem Wasser regelmäßig besprühen.
  • Rückschnitt Im Frühjahr darf man ihn, wenn er zu groß wird, an den dünnen Stellen zwischen den einzelnen Blättern, zurückschneiden. Der Weihnachtskaktus ist nicht winterhart und braucht stets mehr als zehn Grad. Im Sommer muss man eher gucken, dass er es kühl bei zwölf bis 17 Grad hat.
  • Ableger Wer ihn gerne vermehren möchte, kann dies ab Februar oder März nach der Blüte tun. Denn dann beginnt für den blütenprächtigen Exoten die Wachstumszeit. Man dreht gesunde und kräftige, nicht blühende Blattglieder ab und lässt sie antrocknen. Diese Stecklinge gibt man in Kakteenerde ohne Torf oder in Sand und besprüht sie nur wenig. Kakteen wurzeln nämlich nicht bei zu viel Feuchtigkeit. Bis sich jedoch Wurzeln gebildet haben, kann es schon ein paar Wochen dauern.


Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren