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Marktgemeinderat

05.02.2015

Kalte Dusche für das Freibad in Dinkelscherben?

Das Geld ist knapp: Welche Projekte nötig sind und welche in den nächsten Jahren angegangen werden müssen

Er kennt das Waldfreibad am Kaiserberg wie kaum ein anderer: Michael Langenmair ist in der idyllisch am Berg gelegenen Freizeiteinrichtung im Norden des Marktes quasi aufgewachsen. Die aktuelle Diskussion, ob das Bad aus Spargründen für ein oder zwei Jahre geschlossen werden soll, bereitet dem Ortsgruppenleiter der Wasserwacht Bauchschmerzen. „Das könnte ich mir nicht vorstellen. Das ist eigentlich undenkbar. Das Bad hat doch eine große Akzeptanz“, sagt Langenmair, dessen Vater Alois Gründungsmitglied der Wasserwacht in Dinkelscherben war.

In den vergangenen Wochen hatte sich eine Arbeitsgruppe mit der Zukunft des Freibads beschäftigt. Großes Thema waren die Schäden, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Im Fußboden des Eingangsbereichs, vor den Umkleidekabinen und am Weg vor dem Freibadgebäude gibt es Risse und Absenkungen. Außerdem brechen Estrichkanten ab – Stolperfallen für die Badegäste. Auch die große Treppe ins Becken macht Sorgen.

In der Sitzung des Finanzausschusses am Dienstag machte Bürgermeister Edgar Kalb klar: Entweder das Thema wird aktiv angegangen oder es droht die Schließung. Will heißen: Investieren und das defizitäre Freibad attraktiver machen oder den Stöpsel ziehen. Geld jedenfalls fehlt der Marktgemeinde an allen Ecken und Enden, wenn sie in den kommenden Jahren die beiden Großprojekte Trinkwasserversorgung und Turnhallensanierung mit Mensaneubau umsetzen will. Die im Haushalt für 2015 und die kommenden Jahre angesetzten Sanierungskosten in Höhe von jeweils rund 50000 Euro sparen könnte Dinkelscherben, wenn das Freibad vorübergehend geschlossen wird. Der Vorschlag wurde jedenfalls laut Kalb in der Arbeitsgruppe diskutiert. Darüber kann Michael Langenmair nur den Kopf schütteln: Das Geld sei angesichts der knappen Kasse der Marktgemeinde doch ohnehin nicht vorhanden. Wie soll es dann eingespart werden? Er hat ein weiteres Argument gegen eine Schließung: Die Anlagentechnik lasse sich nicht einfach abstellen. Dann würde sie kaputtgehen, sagt der Maschinenbautechniker. Die Pumpen müssten ständig gewartet werden. Und das wiederum kostet Geld.

Auch für die Wasserwacht in Dinkelscherben mit ihrer großen Jugendgruppe hätte ein Ende des Freibads Folgen: Ohne Bad gebe es wohl keinen Verein mehr. Und langfristig auch keine Wasserwacht-Schwimmkurse. Verstehen kann Langenmair außerdem nicht, warum in den vergangenen Jahren immer wieder in die Sanierung des Freibads investiert wurde. „Das würde ja alles verpuffen“, sagt er.

In den kommenden Wochen sollen sich die Fraktionen im Marktgemeinderat Gedanken machen, wie der Haushalt für dieses Jahr aussehen kann. Die Gretchenfrage wird sein: Muss sich Dinkelscherben neu verschulden und auf welche freiwilligen Leistungen (siehe Kasten) kann verzichtet werden? Bis Ende März soll der Haushalt dann verabschiedet sein.

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