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Gersthofen-Hirblingen

26.02.2018

Kanäle sollen mehr schlucken

Das Kanalnetz in Hirblingen soll erneuert werden. (Symbolbild)
Bild: Alexander Kaya

Der Gersthofer Bauausschuss stimmt der Erneuerung des Hirblinger Netzes zu. Was das für die Anlieger bedeutet.

Erneuern will die Stadt Gersthofen die Kanalisation im Stadtteil Hirblingen. Zunächst soll dort der Kanal in der Ortsdurchfahrt verbessert werden. Nach derzeit noch gültiger Rechtslage werden voraussichtlich die Anwohner mit Straßenausbaubeiträgen zur Kasse gebeten.

Hirblingen wird über die Ortskanalisation entwässert. Das Abwasser wird zur Kläranlage des Zweckverbandes „Abwasserbeseitigung Schmuttertal“ gedrosselt zugeleitet. Die Entlastung des Mischwassers erfolgt über einen Regenüberlauf. Regenwasser wird außerdem unter anderem über ein Sickerbecken in Gräben abgeschlagen. Die Ortskanalisation ist immer wieder hydraulisch überlastet. Die Hirblinger Kanäle wurden hauptsächlich in den Sechziger- und Siebzigerjahren hergestellt. Der Ortskern wird im Mischsystem entwässert, das Regenwasser wird über einen bestehenden Regenüberlauf in der Batzenhofer Straße in den Entwässerungsgraben abgeleitet.

Im Norden wurde das Baugebiet „Sandgrube“ – ein Trennwasserkanal-Gebiet – erst 2001 erschlossen. Das Regenwasser wird zur Verdunstung oder Versickerung in ein naturnahes Rückhaltebecken geleitet. Der Überlauf aus diesem wird über einen größeren Schmuttergraben in die Schmutter geleitet.

Zuletzt quoll der Kanal bei starken Regenfälle im Juni 2013 über. Bald danach wurde die hydraulische Leistungsfähigkeit des bestehenden Rohrsystems nachgerechnet, und dann ein Sanierungskonzept erarbeitet, wie Stefan von Rechenberg von der Tiefbauabteilung im Bauausschuss erläuterte.

So ist der Zeitplan für die Kanalerneuerung

Doch dieses Konzept musste noch einmal überarbeitet werden: Aufgrund wasserwirtschaftlicher Forderungen zur „Vermeidung von Gewässerstress in den Entwässerungsgräben und zum Rückhalt von Grobstoffen aus der Mischwasserentlastung“ wurde 2017 ein Konzept vorgelegt, das inzwischen vom Wasserwirtschaftsamt beziehungsweise dem Landratsamt geprüft und positiv beschieden wurde. Diese Stressvermeidungsmaßnahmen müssen bis Ende 2018 realisiert worden sein.

Geplant ist die hydraulische Ertüchtigung – also die Erhöhung des Fassungsvermögens – der bestehenden Mischwasserkanalisation, zunächst noch im Jahr 2018 in der Ortsdurchfahrt (Gersthofer Straße, Wertinger Straße, Nelkenstraße und Batzenhofer Straße. Außerdem sollen 2019 auch die Mischwasserkanäle in der Raiffeisenstraße ertüchtigt, und ebenfalls an dieser Straße das Wilde Wasser im Außengebiet beseitigt werden.

Genaue Berechnungen für Anliegerbeiträge gibt es noch nicht

Stefan von Rechenberg betonte: „Während der gesamten Bauzeit bleibt der alte Kanal bestehen, die Anlieger sind also angeschlossen.“ Weil die Ortskanalisation auch die Funktion der Straßenentwässerung erfüllt, wird die Maßnahme nach aktueller Lage Straßenausbaubeiträge auslösen, machten Rechenberg auf einen Wermutstropfen aufmerksam. „Hierbei werden circa 25 Prozent der Kosten auf die Anlieger umgelegt.“

Nach dem Vorstoß der CSU, der eine Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in Aussicht stellt, müsse noch geklärt werden, ob und wie viel die Anlieger letztendlich zahlen werden müssen. „Wegen der schwebenden Rechtslage haben wir folglich derzeit noch keine genaue Berechnung aufgestellt“, sagte von Rechenberg.

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