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Dinkelscherben

17.01.2019

Kehrtwende: Das Schullandheim bleibt geöffnet

Schon lange ist klar, dass Bauarbeiter am Schullandheim in Dinkelscherben viel zu tun haben werden. Doch jetzt werden sie den Komplex nicht sanieren, sondern abreißen und komplett neu bauen. 

Exklusiv Die Sanierung in Dinkelscherben wird im letzten Moment abgesagt. Nun soll in vier Jahren ein 22 Millionen Euro teurer Neubau kommen.

Kehrtwende beim Thema Schullandheim in Dinkelscherben: Praktisch im letzten Moment ist die schon für dieses Jahr geplante Generalsanierung abgesagt worden. Stattdessen bleibt die Einrichtung noch einige Jahre unverändert geöffnet. Für das Jahr 2023 sind dann Abriss und Neubau geplant. Das hatte vor wenigen Wochen der Bauausschuss hinter verschlossenen Türen beschlossen. Seit Kurzem ist das Personal darüber informiert, dass es am Standort Dinkelscherben zunächst wie gehabt weitergeht. Nun können Schulen und Gruppen die Räumlichkeiten auch für die nächsten Jahre reservieren.

Vor etwa eineinhalb Jahren hatte der Bauausschuss sich scheinbar endgültig für eine Kernsanierung des knapp 55 Jahre alten Gebäudes auf dem Dinkelscherber Kaiserberg entschieden. Die Diskussion über die Zukunft des Gebäudes lief damals jedoch schon einige Jahre. Bekannt war, dass eine Reihe von Böden und Zwischendecken derart marode waren, dass sie von Grund auf neu aufgebaut werden müssten. Hinzu kam, dass der Schul- und Kulturausschuss die Aufteilung des Gebäudes als nicht mehr zeitgemäß eingestuft hatte. Zimmer mit sechs Betten und Gemeinschaftsduschen sind dort noch die Regel, beschreibt der stellvertretende Geschäftsbereichsleiter Armin Falkenhein, der auch für Schulen zuständig ist. Die Sanierung sollte im Herbst beginnen, darüber hinaus hatte die Heimleitung keine Reservierungen mehr angenommen.

Haus wird im aktuellen Zustand weiterbetrieben

Das ist jetzt anders: Der Bauausschuss ist nun der Meinung, dass das Haus gut und gerne mittelfristig problemlos im aktuellen Zustand weiterbetrieben werden könne. Um das Schullandheim mit seinen knapp 100 Betten, einer Turnhalle und einem Schwimmbad wie bisher nutzen zu können, werden nun sogar neue Ausstattungsgegenstände etwa für die Küche besorgt, hinzukommen auch kleinere Arbeiten an den Räumen, beschreibt Armin Falkenhein.

Was hinter dem Schwenk steckt: Noch im Sommer 2017 war der Landkreis von Sanierungskosten von rund 5,8 Millionen Euro ausgegangen. Im Plan für den Haushalt 2019 und die folgenden Jahre waren die Gesamtkosten für die Sanierung zuletzt noch mit 10,5 Millionen Euro angesetzt. Nun, so Landratsamtssprecherin Simone Graßler, reichten aber diese nicht mehr aus. Jüngste Untersuchungen hätten nämlich gezeigt, dass nicht allein die oberirdischen Stockwerke kernsaniert werden müssten, sondern nun auch das Untergeschoss samt Schwimmbad. Im vergangenen Sommer dann hatte der Kreisbauausschuss beschlossen, die Turnhalle des Schullandheims abzureißen und ebenfalls neu zu bauen. Für das gesamte Neubauprojekt wird mit Kosten von 22 Millionen Euro gerechnet.

Ein Umbau berge immer Überraschungen

Das Projekt ist nicht das einzige, bei dem die Kreisverwaltung das Problem der stark steigenden Sanierungskosten hatte. Ein Beispiel ist das Parkdeck hinter dem Landratsamt. Auch hier war zunächst eine Sanierung geplant. Die schien teuer zu werden, nun wird neu gebaut. Und bei der Sanierung der Sportanlagen am Schulzentrum in Schwabmünchen ist Kreisbaumeister Frank Schwindling jetzt schon froh, wenn sie vorbei ist: So ein Umbau berge immer Überraschungen, sagte er jetzt im Bauausschuss.

Offen ist nun jedoch wieder, welches Konzept das neue Schullandheim in Dinkelscherben einmal haben wird. „Da wird es nun einen Arbeitskreis geben, der sich gemeinsam mit dem bayerischen Schullandheimwerk beraten wird, wie solch eine Einrichtung heute am besten aussehen sollte.“ Zur Debatte könnte stehen, ob kleinere Zimmer mit eigenen Bädern dem Zeitgeist entsprechend sinnvoll sind. Seit vielen Jahren gibt es auch den Wunsch nach einem Probenraum für Musikvereine. Für das Projekt muss nun ein Planungsbüro gesucht werden. Der Vertrag zur Sanierung ist bereits aufgelöst.

Reservierungen werden bereits angenommen

Einen Einschnitt hatte für das stets gut belegte Schullandheim die Unterbringung von Flüchtlingen von Herbst 2014 bis Sommer 2016 bedeutet. Danach war zunächst renoviert worden. Dennoch dauert es länger als erwartet, bis das Schullandheim wieder so gefragt war wie zuvor, so Heimleiter Michael Gruber damals. Noch ist nicht klar, wie sich die nun wieder verschobene Sanierung auf die Belegung auswirken wird. Reservierungen über den Sommer und Herbst 2019 werden aber bereits angenommen, so Armin Falkenhein.

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