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Aystetten

29.01.2020

Keim im Wasser: Aystetten setzt den Fokus auf die Totleitungen

Weiterhin müssen die rund 3200 Einwohner der Gemeinde ihr Trinkwasser vor dem Verzehr oder Gebrauch abkochen.
Bild: Marcus Merk

Plus Täglich werden in Aystetten an mehreren Stellen Wasserproben entnommen. In Diedorf gibt es eine neue Entwicklung in Sachen Chlorung.

Weiterhin müssen die rund 3.200 Einwohner der Gemeinde Aystetten ihr Trinkwasser vor dem Verzehr oder Gebrauch abkochen. Hintergrund ist der Fund eines coliformen Keims im Leitungsnetz Ende der vergangenen Woche. Jeden Tag finden nun mehrere Entnahmen von Wasserproben an verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet statt. Wie das Landratsamt am Mittwoch auf Anfrage mitteilte, gebe es „keinen neuen Sachstand“.

Gut zurecht kommen die Erzieherinnen im gemeindlichen Kindergarten mit der Abkochanordnung: „Wir haben Wasserkocher und uns wurde außerdem ein ausreichender Vorrat an Mineralwasser geliefert“, sagt Susanne Becker-Vogt, Leiterin der Kindertagesstätte mit Krippe, Kindergarten und Hort. Sie seien gut ausgerüstet.

Totleitungen sind oft der Grund für Keime im Wasser

Da die Kinder die Wasser-Problematik ja von Zuhause kennen, sei es auch kein Problem, sie vom Wasserhahn fernzuhalten. Alle haben ohnehin ihre eigenen Getränke in Trinkflaschen dabei. Bereits im vergangenen Herbst, als das Thema Trinkwasser für die Gemeinde noch nicht akut war, hatte Bürgermeister Peter Wendel die Aystetter in einem offenen Brief gebeten, sich um ein Problem zu kümmern, mit dem sich auch andere von Trinkwasserproblemen betroffenen Kommunen auseinandersetzen müssen: Totleitungen im privaten Bereich. „Ein Hauptgrund für die Verkeimung sind oftmals sogenannte Totleitungen.“

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„Wasser ist nicht keimfrei. Ein in Totleitungen anwachsender Biofilm wächst gegen die Fließrichtung in den Hauptstrang und verkeimt diesen, je nach Durchfluss, unterschiedlich stark“, erläuterte Wendel damals. Einmal in der Woche sollten alle Leitungen eines Gebäudes komplett durchspült werden. Besonderes Augenmerk sollten die Aystetter darauf legen, ob in ihren Häusern unbenutzte Leitungen zurückgeblieben sind, nachdem eine Küche oder ein Badezimmer zurückgebaut worden ist.

Trinkwasser-Chlorung: Eine neue Entwicklung gibt es in Diedorf

Dass auch Aystetten die Modernisierung seiner Wasserleitungen nicht aus dem Blick lassen dürfe, hatte Peter Wendel auch beim Neujahrsempfang der Gemeinde vor wenigen Tagen thematisiert. Damals prostete er den Aystettern noch mit einem „Schluck Aystetter Wasser auf die Gesundheit“ zu. Eine neue Entwicklung gibt es hingegen in Diedorf: Dort wird das Wasser seit fast eineinhalb Jahren gechlort.

Am Mittwoch ist nun eine erwartete Stellungnahme aus dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Landratsamt eingegangen, in der es um die mögliche Aufhebung der Chlorung geht. Diese Stellungnahme wird nun im Gesundheitsamt geprüft, bevor eine Entscheidung fällt.

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