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Gersthofen

22.08.2019

Keime im Wasser: 12.000 Haushalte müssen abkochen

In Gersthofen muss das Wasser vor dem Verzehr abgekocht werden.
Bild: Christoph Frey

Nach den Ergebnissen einer Routinekontrolle verhängte das Gesundheitsamt am Mittwoch für ganz Gersthofen eine Abkochanordnung. Doch welche Keime sind im Trinkwasser?

Nun hat auch Gersthofen ein handfestes Problem mit seiner Wasserversorgung. In der mit rund 22.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt des Landkreises sind im Trinkwassernetz bislang nicht näher bestimmte Keime aufgetaucht. Folge: Seit Mittwochmittag gilt ein vom Gesundheitsamt verhängtes Abkochgebot.

Betroffen sind Gersthofen mit den Ortsteilen Hirblingen, Batzenhofen, Edenbergen, Rettenbergen sowie Peterhof und Holzhausen (Ortsteil von Gablingen). Um eine Gefahr für die Gesundheit auszuschließen, sollen die Menschen Wasser vorsorglich abkochen, sofern es für die Zubereitung von Speisen, zum Kochen oder Trinken verwendet wird.

Hierfür muss das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens 10 Minuten abkühlen. Die Verwendung eines Wasserkochers ist aus praktischen Gründen zu empfehlen.

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In den betroffenen Gebieten befinden sich rund 12.000 Haushalte. Hinzu kommen zahlreiche Gewerbebetriebe mit tausenden Beschäftigten, die sich tagsüber in Gersthofen aufhalten.

Keime im Wasser in Gersthofen: Belastung kam bei Routinekontrolle auf

Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, wurde die Keimbelastung bei einer Routinekontrolle der Gersthofer Wasserversorgung festgestellt. Um welche Keime es sich handle, könne man derzeit nicht sagen, weil die Laborbefunde noch nicht vorliegen. Die Untersuchung laufe noch. In den vergangenen Jahren waren in den Wasserleitungen mehrerer Kommunen im Augsburger Land coliforme Keime festgestellt worden, die Durchfall und Erbrechen auslösen können.

Auch Königsbrunn und Meitingen schon betroffen

Betroffen waren unter anderem Königsbrunn, Meitingen, Gessertshausen, Bobingen, Dinkelscherben und Diedorf. In den beiden letztgenannten Gemeinden muss das Wasser bis heute mit Chlor desinfiziert werden, weil das Gesundheitsamt Mängel in der Wasserversorgung festgestellt hat, die erst vollständig behoben sein müssen. Das ist langwierig und teuer und führt aktuell in Dinkelscherben wieder einmal zu einem Konflikt zwischen Behörde und Gemeinde.

So weit ist es in Gersthofen bislang nicht. Das am gestrigen Mittwoch vom Gesundheitsamt ausgesprochene Abkochgebot gilt auf unbestimmte Zeit. Jeden Werktag werden nach Angaben der Stadt Messungen vorgenommen, um die Wasserqualität zu prüfen. Über die Ursache der Verunreinigung herrscht bislang Unklarheit.

Vorbereitungen liefen schon vor Mittwoch an

Schon bevor das Abkochgebot offiziell verkündet worden war, liefen im Gersthofer Rathaus die Vorbereitungen an. Bereits am Dienstag teilte die Stadtverwaltung mit, dass das Rathaus am Mittwoch eine Stunde später öffnen würde. Das stand in Zusammenhang mit dem Wasserproblem. Im Rathaus wurden gestern auf vier Druckern rund 12.000 rote Handzettel erstellt, die ab der Mittagszeit von Helfern in alle Briefkästen verteilt wurden.

Parallel zur Information an die Medien fuhr zudem ein Lautsprecherwagen durch das Stadtgebiet, um die Bevölkerung zu warnen. Weil die Art der Belastung bislang nicht eindeutig identifiziert ist, könne auch nicht gesagt werden, welche Auswirkungen nicht abgekochtes Trinkwasser hat, wenn man es trinkt, so die Stadtverwaltung.

Im Rathaus trat ein Krisenstab zusammen, für die Bürger wurde unter der Rufnummer 0821/2491-333 eine Servicehotline geschaltet. Zudem will die Stadt unter www.gersthofen.de über die aktuellen Entwicklungen informieren.

Für Gersthofen stehen nun bange Tage an, meint Christoph Frey in seinem Kommentar.

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