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Rommelsried

18.11.2018

Keime in Trinkwasser: Die Suche nach der Ursache läuft

Am Sonntag wurden in Rommelsried neue Proben genommen und die Stelle gesucht, die für die Verunreinigung verantwortlich ist.

Plus Das Trinkwasser in dem Ort der Gemeinde Kutzenhausen ist mit Keimen belastet.  Das Thema verbindet viele Menschen im Landkreis.

Nach Dinkelscherben, Diedorf und Bobingen erwischt es nun Rommelsried. Im Trinkwasser des Dorfes wurde der Grenzwert für coliforme Keime überschritten. Das heißt für die rund 500 betroffenen Bürger, dass sie das Wasser zum Trinken oder für die Zubreitung von Speisen abkochen müssen.

Betroffene holen sich unbelastetes Wasser bei Freunden und Bekannten

Wie sehr das Thema Wasser die Menschen im Landkreis umtreibt und verbindet, zeigen die Reaktionen der Rommelsrieder. Am Sonntag ist dort beispielsweise Martina Ratzinger mit ihrem Hund unterwegs. Sie hat ein Art Wasserallianz im Kleinen geschmiedet. So holte bis vor kurzem ihre Schwester, die in Diedorf wohnt, das Wasser bei ihr Zuhause ab. „Entweder hat sie uns besucht oder wir haben ihr Wasser vorbeigebracht“, erklärt sie. Doch das Blatt hat sich seit Samstag gewendet, weil nun das Trinkwasser, das aus ihrem Hahn zuhause fließt, abgekocht werden muss. Ihre Lösung: Sie holt nun mit Hilfe einer alten Milchkanne bei ihrem Sohn oder bei ihrer Mutter Wasser. Die Beiden wohnen in einem Teil des Ortes, in dem Wasser noch problemlos getrunken werden kann. Der Grund: Dieser Teil des Dorfes wird nicht vom Brunnen für Rommelsried und dem in sich geschlossenen Wassernetz versorgt, der nun von der Keimbelastung betroffen ist. Die Straßenzüge Fuchsberg, Am Egelseefeld und Horgauer Straße beziehen ihr Wasser über ein anderes Netz der Staudenwasserversorgung.´

Sauberes Trinkwasser aus dem Hahn ist ein Luxus

Die Nachricht, dass Trinkwasser mit Keimen belastet ist, erschreckt die Menschen mittlerweile nicht mehr so sehr, da sich diese Meldungen mittlerweile häufen. Gelassen bleibt auch Nicole Samberger, die am Sonntag durch Rommelsried joggt. Die sportliche Frau ist schon weit gereist und hat in Asien schon Gemüse gegessen, dass sicherlich nicht mit Mineralwasser gewaschen wurde. Sie weiß: „Den Hahn aufdrehen und das Wasser bedenkenlos trinken zu können, ist ein Luxus.“ Auf diesen Luxus müssen Nicole Samberger und Martina Ratzinger derzeit verzichten. Dabei hatten beiden Frauen das Trinkwasser aus dem Hahn geschätzt. „Wir hatten hier sehr gutes Wasser“, sagen sie.

Großes Lob gab es von den Beiden für die Feuerwehr, die die Betroffenen am Samstag über die Keime im Trinkwasser informiert hatte. Es gab Lautsprecherdurchsagen und die Helfer verteilten Infoblätter an jeden Haushalt. Wenn jemand nicht zuhause war, wurde der Zettel an einer auffälligen Stelle hinterlegt und mit Klebestreifen an der Tür befestigt. Zuvor hatte sich am Samstag im Rathaus ein Krisenstab getroffen, nachdem eine Probe eine erhöhte Keimzahlen aufgewiesen hatte. Seitdem ging es im Rathaus rund und auch am Sonntag waren zwei Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vor Ort. Bürgermeister Silvia Kugelmann sagte: „Wir entnehmen Proben und suchen die Stelle, die für die Verunreinigung verantwortlich ist. Bisher haben wir sie noch nicht entdeckt.“ Erst wenn diese gefunden sei, werde geprüft, welche Maßnahmen, ob beispielsweise Spülung oder Chlorung, sinnvoll ist.

Dinkelscherben, Diedorf und nun Rommelsried - viele Bürger fragen sich, wer jetzt noch kommt? Das Landratsamt, an dem auch das staatliche Gesundheitsamt sitzt, schloss jüngst auf Anfrage unserer Zeitung nicht aus, dass „in der Zukunft vermehrt Störfälle in den Wasserversorgungslagen auftreten“.

Laut Behörde liegt das vor allem am Alter der Anlagen. Diese Einschätzung teilt auch Bürgermeisterin Kugelmann. Sie betont aber, dass der Brunnen, aus dem Rommelsried das Wasser bezieht, erst vor zwei oder drei Jahren saniert worden sei.

Nach Dinkelscherben, Diedorf und Bobingen ist nun auch Rommelsried betroffen. Die Entwicklung zeigt, dass wir beim Wasser umdenken müssen.

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