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Zusmarshausen

20.07.2020

Kein Empfang: Wörleschwang muss ohne Internet auskommen

Bei Home Office brach in Wörleschwang schon öfter das Netz zusammen. Nun blieb eine Firma sogar zwei Tage lang ohne Verbindung.
Bild: Daniel Naupold, dpa

Die Internetverbindung ist in Wörleschwang schon lange ein Thema. Eine Firma im Zusmarshauser Ortsteil musste fast zwei Tage lang ohne Netzzugang arbeiten.

Das Internet gehört heute zum täglichen Leben. Hochgeschwindigkeitsleitungen sind ein absoluter Standortfaktor für jede Gemeinde. Und doch funktioniert es nicht überall. Rund zwei Tage saß das Betonfertigteilwerk Hieber im Zusmarshauser Ortsteil Wörleschwang vergangene Woche auf dem Trockenen.

„Wir sind zwar auf dem Land – aber doch nicht in der Steinzeit“, echauffierte sich Livia Oruzio. „Wenn der Kunde sagt, wo bleibt die Auftragsbestätigung oder das Angebot, weil wir keine E-Mail versenden können – das geht ganz einfach nicht!“ Die Internetverbindung sei in Wörleschwang generell und ständig ein Problem, seit die Gemeinde Zusmarshausen damit die Firma inexio beauftragt habe, sagt die Assistentin der Geschäftsführung. „Es hat noch nie richtig funktioniert. Man hat fast gar keinen Empfang.“

Leitungen in Wörleschwang immer wieder zusammengebrochen

Während der Zeiten des Corona-Homeoffice seien die Leitungen immer wieder zusammengebrochen. „Auch musste ich Pläne mit dem Fahrrad vom Büro in die Produktionshalle bringen, mir dazu vorher einen Helm aufsetzen. Das ist nicht lustig“, plaudert sie aus dem Nähkästchen.

Im ehemaligen Wohnhaus des Seniorchefs sind zudem einige Mitarbeiter des Unternehmens untergebracht, die zum größten Teil aus der Slowakei kommen. „Sie können nicht mit ihren Familien in der Heimat skypen“, berichtet Livia Oruzio. Bei der Firma Hieber sei man durchaus zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bereit.

Zusmarshauser Bürgermeister freut sich auf neuen Netzbetreiber

Daran wäre auch Bürgermeister Bernhard Uhl gelegen. „Das hätte schon längst gerichtet werden müssen, aber wir sind nicht Herr der Dinge und froh, wenn ein neuer Netzbetreiber kommt“, sagt er mit Blick auf die Zusammenarbeit von inexio und Telekom, die schon zu vielen Beschwerden vonseiten der Bürger geführt hätten.

Dass die Internetverbindung in Wörleschwang und Gabelbachergreut im Argen liegt, sei ihm bekannt. Beide Ortsteile waren in einem früheren Breitband-Förderprogramm enthalten. Als Zusmarshausen 2017 damit begonnen hatte, dieses in verbesserter Form auszubauen, durfte dort nicht nachgebessert werden. Nun soll ein neues Förderprogramm anlaufen. „Wir sind aktuell dabei, alle Anschlüsse grundstücks- und adressenscharf anzuschließen“, sagt Uhl. Der Gemeinderat müsse dann in seiner Herbstsitzung entscheiden, ob dies nur für Wörleschwang und Gabelbachergreuth oder für alle Zusmarshauser Anschlüsse geschehen soll.

Man habe aber auch durchaus gute Erfahrung mit dem Anbieter gemacht, berichtet Bürgermeister Bernhard Uhl: „Aktuell ist vor dem Rathaus eine große Baustelle. Da wurde schon zweimal das Kabel angebaggert und immer war es innerhalb von vier bis sechs Stunden gerichtet.“

Jetzt hoffen alle, dass es in Sachen Internet eine ebenso schnelle Lösung geben wird.

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