1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Kenianer wollen von Gersthofern lernen

Besuch

13.05.2015

Kenianer wollen von Gersthofern lernen

Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle (von links) überreichte beim Empfang für die Delegation aus Kenia eine Stadtchronik. Stella Kereto, Klaus Schwenk, William Kimosop und Heinz Rehberger freuten sich darüber.
Bild: Marcus Merk

Verwaltungsleute aus Kapsogo informieren sich über moderne deutsche Regelungen und hospitieren im Rathaus

Mit Feuerwehrautos, die zwar in die Jahre gekommen waren, aber immer noch funktionstüchtig sind, fing es an: Die Gersthofer Wehr richtete diese Autos her. Die „Initiative Pro Kapsogo“ von Klaus Schwenk brachte sie dann in die Provinz Baringo in Kenia, wo sie bis heute gute Dienste leisten.

Inzwischen unterhält Gersthofen eine lose Freundschaft zu der afrikanischen Region. Jüngstes Beispiel für die Beziehungen ist der Besuch einiger Mitarbeiter der Kommunal- und Regionalverwaltungen der Provinz Baringo. Gouverneur Benjamin Chesire Cheboi, der in dieser armen Region Kenias demokratische Strukturen und moderne Einrichtungen nach deutscher oder westeuropäischer Art etablieren möchte, erteilte persönlich die Erlaubnis für den Besuch am Lech.

Hier bemühen sich die Menschen, die lange in einer Diktatur gelebt haben, Erfahrungen zu sammeln, wie sie ihre junge parlamentarische Bürokratie strukturieren sollen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wie Klaus Schwenk bei einem kleinen Empfang mit Bürgermeister Michael Wörle erklärte, sind die Afrikaner „dankbar, dass die Freundschaft fortgesetzt wird“. Sie setzen große Hoffnungen auf das gemeinsam mit Schwenks Initiative Pro Kapsogo gestartete Programm „Train the Trainer“: Jeder der Besucher hospitiert in speziellen Bereichen der Verwaltung. Die Delegationsleiterin Stella Kereto – sie arbeitet direkt für den Gouverneur Benjamin Chesire Cheboi – lässt sich mehrere Tage lang bei der Regierung von Schwaben die Struktur einer Regionalverwaltung erklären. „Durch die Initiative Pro Kapsogo haben wir viel profitiert“, sagte sie und nannte als Beispiel den Bau eines Krankenhauses in der Region und die Stiftung der Feuerwehrautos. „Nun möchten wir auch ein Feuerwehrhaus bauen, wie es Gersthofen besitzt“, kündigte Stella Kereto an. „Neben der Verwaltung wollen wir die touristische Infrastruktur ausbauen.“

Stadtverwalter Michael Rotich zeigte sich neben Tipps für das Management vor allem interessiert an modernem Umweltschutz. „Wir wollen die Wasserverschmutzung verringern und die Solarenergien ausbauen – die vielen Photovoltaikanlagen haben uns sehr gefallen – denn bei uns gibt es ja sehr viel Sonne“, sagte Stella Kereto.

Nicht ganz so interessiert waren die Besucher an Sehenswürdigkeiten oder an einem Besuch der Alpen. Ein Berg hatte es ihnen aber angetan: der Müllberg. „Weil es in Kenia viele Stellen gibt, wo Abfälle abgelagert werden, möchten sie sehen, wie man in Deutschland dieses Problem löst“, erklärte Klaus Schwenk.

Bürgermeister Michael Wörle stellte „seine“ 22000-Einwohner-Stadt und ihre Unternehmen vor und versprach, einen Besuch auf der Deponie zu vermitteln. Fest eingeplant sind Besuche im Bauhof, dem Wasserwerk und der Kläranlage, aber auch einer Brauerei und des Rotkreuz-Hauses.

Augenzwinkernd wies Sammy Kibor auf eine Verbindung zu Deutschland hin: „Ihre Störche fliegen im Winter durch unser Land.“

Einen Plan für Gersthofen haben die Afrikaner für die Zukunft: eine Kenia-Woche mit Ausstellung und fair gehandelten Artikeln.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
MMA_0732.jpg
Stadtbergen

Plus Überfall: Angestellte hat die Bilder noch genau vor Augen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen