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Kultur

23.05.2018

Kichernde Fagotte und eine zwitschernde Orgel

Fagotte und Orgel spielten beim Konzert in der Kirche St. Martin in Gabelbach zusammen.
Bild: Manfred Miller

Die neue Konzertreihe in Gabelbach startet mit einer musikalischen Überraschung

Eine nicht alltägliche konzertante Begegnung einer Orgel mit vier Fagotten bildete den Auftakt der diesjährigen Konzertreihe in Gabelbach. Die Kirche St. Martin war dabei fast voll besetzt. Initiator Richard Kraus garantierte den Besuchern ein „lebendiges Konzert“.

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Und er versprach nicht zu viel. Michael Dolp an der historischen Günzer Orgel und das Ensemble Fagotti parlandi mit Raphael Sirch, Johannes Stefaniak, Marco Scidá und Laurens Zimpel überraschten nicht nur mit einem breit gefächerten Repertoire, das von Joseph Haydn bis Glenn Miller reichte, sondern auch mit Ideenreichtum und technischer Fertigkeit. Die Ensemblemitglieder studieren am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg und spielen Kammermusik nicht nur in Konzertsälen, sondern auch in Schulen oder im Gefängnis.

Michael Dolp ist Kirchenmusiker in Krumbach und Assistent von Domkapellmeister Reinhard Kammler. In seinem Spiel konnte man die Grundkräfte musikalischer Bewegung und die strömende Kraft der Melodie spüren. Klangliche Modulation und rhythmische Exaktheit bestimmten seine Interpretation. Er verstand es, den spezifischen Klang der historischen Orgel voll zur Geltung zu bringen.

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Eine verhaltene Heiterkeit erzeugte das von der Orgel erzeugte „Zwitschern“ in Joseph Haydns „Moderato“. Das Ensemble Fagotti parlandi (sprechende Fagotte) lässt seine Instrumente nicht nur sprechen, sondern auch lachen und spotten. Der samtene, weiche, und farbige Ton, der von diesen Instrumenten ausgeht, erfüllte den Kirchenraum mit Wohlklang und die Zuhörer mit Staunen.

Auf humorvolle und geistreiche Weise führten die Musiker durch das Programm und erläuterten den Besuchern unter anderem auch die Funktion eines Fagotts. Sie überzeugten das Publikum nicht nur bei den Variationen über ein Thema von Joseph Haydn, sondern auch beim humorvollen Konzertwalzer „Horch, horch“ , wobei das Kontrafagott den Takt angab. Aber auch beim Tango, bei Jazzelementen und insbesondere bei Melodien von Glenn Miller glänzte das Ensemble mit ausgezeichneter Musikalität, immer wieder einfallsreichen Effekten sowie durch ihre besondere Spielfreude und den Interpretationsreichtum.

Das Publikum brachte seine Begeisterung durch lang anhaltenden Beifall zum Ausdruck.

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