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Gersthofen

15.03.2019

Kind will einfach nur spielen, da beißt der Hund zu

Auf dem großen umzäunten Spielplatz in Gersthofen ist das freie Herumlaufen von Hunden verboten. Trotzdem hatte die Frau das Tier nicht angeleint.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

Die Halterin lässt das Tier auf einem Spielplatz in Gersthofen ohne Leine laufen. Dann beißt der Hund zu. Doch die 31-Jährige bleibt einfach der Verhandlung fern.

Eine ganze Gruppe von Kindern tollte im April 2018 während der Osterferien auf dem Spielplatz „Jenaer Straße“ beim Rügener Park im Norden von Gersthofen herum. Ein sieben Jahre alter Bub rutschte über eine Stahlröhre in den Sandkasten. Als er unten ankam, sprang ein großer weißer Hund heran und biss sofort zu. Er erwischte den Schüler trotz Jacke in der linken Brustseite. Die Verletzung wurde ambulant bei einem Arzt behandelt.

Auf dem großen umzäunten Spielplatz in Gersthofen ist das freie Herumlaufen von Hunden verboten. Trotzdem hatte die Frau das Tier nicht angeleint. Die 31-jährige Halterin des Vierbeiners sollte daher am Freitag zu einem Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Augsburger Amtsgericht erscheinen. Sie kam nicht. Die Verhandlung fand aber dennoch statt.

Vergebens auf die Angeklagte gewartet

Die Richterin, der Staatsanwalt und die Verteidigerin der Hundehalterin, Anwältin Catharina Müller, warteten vormittags vergebens auf die Angeklagte. Der Anwaltskanzlei gegenüber hatte die Frau offenbar kurz zuvor in einem Telefonanruf erklärt, ihr Kind sei erkrankt und sie finde keine Betreuung. Bei Gericht selbst hatte sich die Frau offenbar nicht entschuldigt.

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Der damals verletzte Bub hingegen war mit seinem Vater ins Gericht gekommen. Am Rande der Verhandlung äußerte sich der Schüler unserer Redaktion gegenüber, er sei damals „sehr erschrocken“ gewesen. Seit dem Vorfall habe er „eigentlich keine Angst vor Hunden“. „Außer es kommt ein ganz Großer heran“, schränkte er ein.

Ratenzahlung abgebrochen

Sein Vater berichtete dem Gericht, die Frau habe sich erst nach einem halben Jahr telefonisch bei ihm gemeldet. Man habe ein Schmerzensgeld von 200 Euro für seinen kleinen Sohn vereinbart und ihr monatliche Ratenzahlungen zugebilligt. "Nach der ersten Rate kam nichts mehr.. "

Richterin Ute Bernhard verurteilte die Frau in Abwesenheit zu einer Geldstrafe von 2000 Euro (50 Tagessätze zu je 40 Euro). Nach dem schriftlichen Strafbefehlsurteil kann die Hundehalterin noch Einspruch einlegen, sodass es erneut zu einem Prozess käme. Richterin Bernhard gab der Verteidigerin jedoch mit auf dem Weg, dass die Strafe bereits am „untersten Rand“ angesiedelt sei. Bei einem Einspruch ginge die Geldstrafe eher nach oben. Sie habe, so sagte die Richterin deutlich, „kein Verständnis für Leute, die ihren Hund unangeleint auf einem Spielplatz herumspringen lassen und sagen: Der will nur spielen – und dann beißt der Hund zu“.

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16.03.2019

Tiere nur mit Messer und Gabel anfassen sollte helfen.

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16.03.2019

Man kann einfach drauf warten, daß die Köterfetischisten wie ihre Lieblinge reagieren.
Es ist hier wieder sehr gut dokumentiert.

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16.03.2019

Ihr Eröffnungspost empfand ich als ziemlich bissig.

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16.03.2019

Sinnvoll wäre es einen "Hunde-Führerschein" für Hundehalter mit vorheriger Ausbildung und Prüfung einzuführen.

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16.03.2019

Würde nichts bringen. Wenn man tägich sieht wer alles einen PKW-Führerschein hat...

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16.03.2019

@Wolfgang B. (B? Komischer Name)
Logische Schlussfolgerung ihres Kommentars: Hunde sind Waffen.
Aber es steht ihnen natürlich zu, sich als eingeschränkt denkfähig, also der Differenzierung unfähige, oder auch Schwarz-Weiß-Denker zu outen.


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16.03.2019

Hunde sind für die Besitzer waffenscheinfreie Waffen.

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16.03.2019

Das ist in der Verallgemeinerung einfach Unsinn. Nur marginal wenige Hundehalter verwenden ihre Tiere als Waffen oder Drohpotenzial. Vom Rest sind einige zu bequem respektive zu unfähig, ihr Tier ordnungsgemäß zu halten zu erziehen und unter Kontrolle zu halten. Dass das nicht in Ordnung ist ist klar, aber deswegen muss man nicht alle Hundehalter in einen Topf werfen.

Es gibt auch gut erzogene Hund mit denen so ein Vorfall undenkbar wäre.

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