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Neusäß

15.07.2010

Kinder bauen sich aus Legosteinen ihren Roboter

Kein typische Männerarbeit: Rosalie Grabalus, Marie Just und Jasmin Krimm haben Spaß an der Technik.
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Kein typische Männerarbeit: Rosalie Grabalus, Marie Just und Jasmin Krimm haben Spaß an der Technik.

Kursleiter Dominik Merli ist es besonders wichtig Mädchen für Technik zu begeistern und seine Leidenschaft weiterzugeben. Genau das versuchte er bei einem Robotikkurs in Volkshochschule in Neusäß. Von Mirela Delic

Aus Sensoren und Motoren einen funktionierenden Roboter zu bauen, und das noch ohne Kabelsalat, war für die Tüftler des Robotikkurses der Volkshochschule (VHS) in Neusäß kinderleicht. Die Mädchen und Jungs ab neun Jahren lernten unter Anleitung des Elektrotechnikers Dominik Merli, aus duzenden Einzelteilen eines Legobaukastens einen Roboter zu bauen, der Kugeln nach Farben sortieren kann.

In den ersten vier Stunden bauten die Junginformatiker mit Merlis Hilfe ein Gerät nach Plan eines standart Bausatzes und verstanden so, wie das Grundsystem funktioniert. Danach wurde das Werk wieder auseinandergenommen und die Kinder starteten ihr eigenes Projekt: Die Nachwuchsingenieure entwickelten ihren individuellen Roboter.

Stein für Stein entstand so eine Maschine, welche sich von den typischen, menschlichen Robotern aus Blech deutlich unterscheidet. Anstatt Beinen, Händen und Füßen haben die intelligenten Sortiermaschinen Hebearme und Fließbänder, Rollbahnen, Auffangbehälter und Lichtsensoren. Die Funktionalität sei den Kursteilnehmern wichtiger als die Ästhetik, sagt Kursleiter Merli.

Kinder bauen sich aus Legosteinen ihren Roboter

Das Herzstück eines solchen Roboters bildet der intelligente Baustein, der das "Gehirn" des Roboters darstellt. Wie einen Computer programmierten die Kinder durch grafische Eingaben wie "nach links", "laufen" oder "nach rechts" den Automaten und brachten dem Mini-PC bei, eigenständig Lichtsignale zu erkennen und so helle und dunkle Kugeln voneinander zu unterscheiden. So war es für die Kinder möglich eigenständig ihren einzigartigen Roboter zu konstruieren.

Die Ergebnisse sind beachtlich: Die selbstgebauten Maschinen laufen, sortieren, bewegen sich um die Wette. Nicht immer funktioniert alles gleich auf Anhieb. "Doch im zweiten Versuch klappt es meistens", sagt Dozent Merli.

Erfolgreich: Mädchen begeistert

Begeistert von dem Kurs ist die zwölfjährige Rosalie Grabalus: "Mir hat der Kurs sehr gut gefallen. Ich habe sehr viel gelernt und durfte viel selbst ausprobieren". Informatik hätten sie an der Schule, allerdings wäre dieser Unterricht sehr viel theoretischer. "Eigene Projekte zu starten ist viel toller", sagt ihre Freundin Marie Just.

Auch die beiden Buben Felix Tochtermann und Simon Bitz hatten beim Gestalten und Bauen sehr viel Spaß. In Teamarbeit konstruierten sie ihren Roboter. Die Arbeit teilten sie sich auf. Simon übernahm die Rolle des Informatikers, da er schon vorher Erfahrungen mit Computerprogrammierung gemacht hatte. Felix dagegen war der Konstrukteur und steckte die Einzelteile zusammen. Beruflich wollten aber beide nicht als Informatiker oder Elektrotechniker tätig sein. "Das mache ich lieber in meiner Freizeit", sagt der 15-jährige Felix. "Mein Traum ist es Pilot beim Bund zu werden."

Für den Dozenten Merli sei es ein Ziel besonders Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu begeistern. "Als Schüler habe ich selbst an Robotikkursen teilgenommen und habe dort meine Leidenschaft für die Elektrotechnik entdeckt. Diese möchte ich jetzt an die Teilnehmer des Kurses weitergeben."

Bei den Mädchen des Kurses hatte er Erfolg: Rosalie und ihre Freundin Marie Just hatten vorher nichts mit Informatik am Hut. Jetzt könnten sie sich beide vorstellen beruflich etwas "mit Technik" zu machen. Der Kurs findet im ehemaligen Rathaus in Neusäß statt und wird im Januar 2011 wiederholt. Von Mirela Delic

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