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Biberbach

12.06.2015

Kinder dürfen bald länger bleiben

Derzeit gibt es an der Grundschule in Biberbach eine Mittagsbetreuung bis 14 Uhr. Gudrun Burghart ist eine der Betreuerinnen, die sich um die Kinder kümmert. Ab nächstem Schuljahr wird dieses Angebot bis auf 16 Uhr ausgeweitet.
Bild: Foto: Axel Hechelmann

Grundschüler in Biberbach können im nächsten Schuljahr bis 16 Uhr beaufsichtigt werden. Dabei gibt es allerdings einen Punkt, der den Marktgemeinderat ärgert

Freudestrahlend verlassen Ivana Calic und Christian Schwaiger die Gemeinderatssitzung, die am Dienstagabend im Biberbacher Rathaus stattfand. Sie nahmen als Zuhörer und vielmehr noch als Eltern an der Sitzung teil – und zitterten mit, während der Gemeinderat darüber beriet, wie die Mittagsbetreuung an der Grundschule Biberbach im kommenden Schuljahr aussehen wird.

Biberbachs Bürgermeister, Wolfang Jarasch, erklärt die Ausgangssituation: Aktuell seien 25 Kinder zur Mittagsbetreuung angemeldet, die von 11.30 bis 14 Uhr an der Grundschule angeboten wird. Doch nur neun Kinder wurden täglich für die erweiterte Mittagsbetreuung angemeldet. Nun musste entschieden werden, ob die Gemeinde Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Aufsicht bereits für das kommende Schuljahr 2015/2016 anbieten möchte.

Ursprünglich wurde beschlossen, die für die Gemeinde sehr kostenintensive Erweiterung der Betreuungsleistung nur anzubieten, wenn sich mindestens 12 Kinder anmelden. Dann nämlich könnte ein Zuschuss beantragt werden, der zwar ebenfalls nicht die Kosten decken würde, aber immerhin einen Teil des Aufwands mittragen könne. Ohne den Zuschuss und auf Grundlage der bisherigen Kalkulation entstehen für die Gemeinde Biberbach sonst Kosten in Höhe von über 17000 Euro – für neun Kinder und eine erweiterte Betreuungszeit von zwei Stunden.

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„Die erweiterte Mittagsbetreuung wird in den nächsten Jahren in jedem Fall auf uns zukommen“, erklärt Jarasch. Nun sei es am Gemeinderat, eine politische oder aber auch wirtschaftliche Entscheidung zu treffen.

Die Diskussion war rege. Allen beteiligten Gemeinderäten war klar: Für eine erweiterte Mittagsbetreuung erhöht sich der Personalbedarf. Neben einer Person, die zeitweise Essen ausgibt, muss eine Betreuungskraft als Aufsichtsperson sowie eine Betreuungskraft für die qualifizierte Hausaufgabenbetreuung bezahlt werden. Damit erhalte die Mittagsbetreuung eine ganz andere Qualität der Betreuung, die auch ein anderes Bezahlniveau der Eltern erfordere, wie Gemeinderatsmitglied Klaus Gerstmayr in die Diskussion einbrachte. Schließlich ginge es nun nicht mehr ausschließlich darum, die Kinder nur zu beaufsichtigen.

Im Plenum herrschte Unmut darüber, dass die Gemeinde den Großteil der Kosten übernehme müsse. Man war sich einig, dass es dringend Informations- und vor allem auch Handlungsbedarf in Richtung der bayerischen Politik gäbe. Dennoch waren sich alle Räte letztlich einig, dass die Entwicklung zu einer erweiterten Mittagsbetreuung weder aufgehalten werden könne noch aufgehalten werden wolle.

„Vor zehn Jahren sprach keiner über eine Kinderkrippe in Biberbach – heute ist diese nicht mehr wegzudenken“, erklärt Gemeinderatsmitglied Alois Pfaffenzeller und plädiert dafür, die Betreuungssituation sofort „auf Stand“ zu bringen. „Damit sprach er mir aus der Seele“, erklärt Ivana Calic im Anschluss an die Sitzung. Die Biberbacherin hat zwei Kinder. Ihr Sohn geht in den Kindergarten, ihre Tochter kommt in die Grundschule. „Ich bin auch bereit mehr zu zahlen, wenn meine Kinder gut versorgt sind“, erklärt die Mutter.

Ob höhere Kosten auf die Eltern zukommen, wird in der nächsten Gemeinderatssitzung thematisiert. Am Dienstag wurde zunächst folgender Beschluss gefasst: Die Gemeinde Biberbach wird die erweiterte Mittagsbetreuung ab dem Schuljahr 2015/2016 bis 16 Uhr anbieten. Grund genug für Zuhörer Christian Schwaiger sich direkt nach Sitzungsende beim Gemeinderat zu bedanken.

Er selbst ist Vater eines Sohnes, der in Meitingen die Krippe und den Kindergarten besucht, weil die Betreuungszeiten der Biberbacher Einrichtung sich nicht mit der Arbeit vereinbaren ließen. Nun kann sein Sohn zurückkehren – an die Biberbacher Grundschule. Die Alternative, seinen Sohn in die Meitinger Grundschule zu schicken, ist ohnehin nicht praktikabel, denn in der Nachbargemeinde mangle es an Hortplätzen.

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