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Neusäß

09.02.2018

Kinder sagen in Neusäß „Stopp!“ zu Krieg und Gewalt

Künstler Tomé hat auch die Kinder Noel und Paul gezeichnet.
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Künstler Tomé hat auch die Kinder Noel und Paul gezeichnet.
Bild:  Tomé

Zum Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten wollen auch die Eichenwaldschüler ein Zeichen setzen. Lehrer und Künstler Tomé Thomas Etzensperger hat die Kinder gezeichnet.

Mit den Abdrücken ihrer Hände mit roter Farbe haben sich Drittklässler der Neusässer Eichenwaldschule am Internationalen Red Hand Day beteiligt und damit gegen den Einsatz von Kindersoldaten und Gewalt an Kindern protestiert. Die Abdrücke wird die Augsburger SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr, die gestern auch an der Aktion in der Eichenwaldschule teilnahm, mit nach Berlin nehmen.

Der Red Hand Day wurde 2002 von den Vereinten Nationen am 12. Februar zum internationaler Gedenktag ausgerufen, als Protest gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind auf der Welt 250000 Minderjährige als Soldaten im Einsatz. Diese Kinder werden in tödliche Kämpfe geschickt, müssen lebensgefährliche Botengänge durch vermintes Land übernehmen oder Sklavendienste leisten – Schicksale, die die Kinder hierzulande tief berühren und traurig machen. Vor allem, seit in fast jeder Klasse auch ein Kind aus einem Kriegsgebiet sitzt.

Brief an die Bundeskanzlerin

Deshalb haben die Kinder der Klassen 3a und 3b auch einen Brief an die Bundeskanzlerin geschrieben, in dem sie ihrer Sorge über die Kriege auf der Welt Ausdruck verleihen. Sie bitten darin auch darum, dass Deutschland keine Waffen mehr verkauft. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Martina Hillenbrand haben die Drittklässler das Thema „Kinderrechte“ im Unterricht erarbeitet. Dazu gehören natürlich auch der Schutz vor Gewalt, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Bildung.

Zudem hat der Künstler und Lehrer Thomas Etzelsperger, Künstlername Tomé, die Kinder mit Kohle und Farbstiften gezeichnet. „Ich begleite diese Klasse in diesem Schuljahr beim Schwimmunterricht und habe alle Kinder überlebensgroß auf einer Länge von über 13 Metern gleichzeitig als Engelchen und Teufelchen gezeichnet“, erklärt er, da eben in jedem Menschen etwas von beiden Seiten stecke. Er ermahnte die Kinder, auch in ihrem Alltag untereinander auf Gewalt zu verzichten.

Eine bleibende Erinnerung

Zur Aktion waren gestern auch etliche Eltern gekommen, die von den Bildern ihrer Kinder hellauf begeistert waren. „Das ist toll! Wann wird das eigene Kind schon mal so professionell gezeichnet“, sagt eine Mutter. Zudem seien die Bilder eine bleibende Erinnerung. Sie werden nach den Faschingsferien eine Zeit lang im Foyer der Schule aufgehängt.

Tomé hat in den vergangenen Jahren 4270 Kinder gezeichnet und engagiert sich mit seinem 2011 eröffneten Kinderporträtmuseum mit vielen Aktionen und Ausstellungen für die Kinderrechte. „Ich möchte mit dieser Aktion zeigen, dass ich euch ernst nehme und dass ihr wichtig seid“, sagt Thomas Etzelsperger zu seinen Schülern.

Mehr im Internet unter

www.tome-art.com

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