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28.03.2009

Kinder spielen beim Waldtheater und erklimmen die Schilfkanzel

Oberschönenfeld Das Schilfrohr neigt sich im Wind und von einem Hochsitz - der Schilfkanzel - kann der Blick bis zum Weiher bei Oberschönenfeld schweifen. "Wenn ihr hier aufmerksam schaut, dann werdet ihr auch das eine oder andere Tier sehen", sagt Förster Bernd Wittmann zu den Kindern der 3. Klasse der Schule Diedorf. Sie haben heute ihre Unterrichtsräume verlassen, um den neuen Erlebnispfad im Wald zu erkunden.

Von Marlen Singer und Andreas Lode (Fotos)

Ihre erste Entdeckung: Auch hier mitten im Grünen gibt es ein Klassenzimmer. Es ist eine der vielen Stationen des neuen Lehrpfads, der mit viel Fantasie eingerichtet wurde. Klar, dass beim ersten Rundgang auch die Prominenz nicht fehlen darf. Mit den Kindern sind auch der stellvertretende Landrat Max Strehle, die Äbtissin des Klosters, Schwester Gudrun Pesch, und Karl Tschacha, der Vorsitzende des Unternehmens Bayerische Staatsforsten, das den Pfad finanziert hat.

Um welchen Baum handelt es sich? Diese Frage taucht öfter auf. Große Holztafeln zeigen die Blattform und die Früchte, auch ein Stück Rinde ist angebracht. "Das ist eine Eiche, das sieht man doch an den Eicheln", sagt ein Mädchen.

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Dazwischen wird an einer Quelle gezeigt, wie gut der Waldboden die Feuchtigkeit aufnimmt. Dafür wird mit einem Eimer Wasser geschöpft und dann einmal über einen in einem Kasten aufbereiteten Kiesboden und auf einen Waldboden gegossen. Beim Kies fließt das Wassser ungebremst durch, der Waldboden wirkt wie ein Schwamm. "Damit schützt uns der Wald auch vor Hochwasser", so Förster Wittmann.

Die andere Gruppe ist mit der Führerin vom Naturparkverein unterwegs. Helga Sterzik-Wiebe hat sich für die Kinder etwas Besonderes einfallen lassen: ein Waldtheater. Es geht darum, einen Baum darzustellen. Dafür braucht es zunächst einen kräftigen Buben, der das Kernholz darstellt. In die Rolle schlüpft Caliste, der die Muskeln spielen lässt. Dann scharen sich weitere Kinder um ihn herum. "Ihr seid die Wurzeln, die das Wasser aus dem Boden ziehen", sagt die Führerin. Das Splintholz transportiert die Feuchtigkeit nach oben. Auch das wird von den Diedorfer Grundschülern bewegungsreich nachgespielt. Schließlich ist da noch die Borke, die den Baum schützt. Dafür müssen die Kinder grimmig in die Gegend schauen, um die Feinde abzuwehren und den Baum zu schützen.

Den Kindern macht das Theaterspielen riesigen Spaß, ebenso die Erkundung des Buchengeheimganges. Der ist eine Neuanpflanzung von Laubbäumen. "Hier seht ihr, dass die Buchen ganz eng zusammenstehen", sagt Helga Sterzik-Wiebe.

Den Kröten und Fröschen auf die Spur kommen die Spaziergänger an einem Tümpel. Von einem neuen Steg aus soll das Beobachten der Amphibien klappen. Zurzeit ist es aber noch zu kalt für Kröte und Co.

Warm wird es den Kindern bei einem großen Gestell mit Holzscheiten. "Dieser halbe Raummeter hat einen Brennwert von 100 Litern Heizöl", steht dort geschrieben. Als Aufgabe für die Kinder heißt es dann, die Stämme von einem Korb in den anderen zu stapeln.

Weiter geht es durch den Wald, den die Kinder nun immer besser verstehen lernen. Bevor die Brotzeit im Raum der Museumspädagogik lockt, geht es noch vorbei an den Hirschkühen, die auf der Weide äsen. Und die Schüler sind sich einig, hier kommen sie wieder her.

Bei uns im Internet

Fotos vom Walderlebnispfad unter

augsburger-allgemeine-land.de

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