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Landkreis Augsburg

18.11.2019

Kinderporno-Plattform im Darknet: Razzia auch im Augsburger Land

Über eine Kinderporno-Plattform im Darknet konnten Nutzer bis vor Kurzem sexuellen Missbrauch von Minderjährigen organisieren und Kontakte knüpfen.
Bild: Jochen Luebke, ddp (Symbolfoto)

Ermittler finden in Stadtbergen und Untermeitingen zwei Männer, die eine Plattform im Darknet genutzt haben sollen. Die Razzia fand in sieben Bundesländern statt.

Es war so etwas wie ein Schwarzes Brett, auf dem Angebot und Nachfrage festgehalten wurden: Über eine Kinderporno-Plattform im Darknet konnten Nutzer bis vor Kurzem sexuellen Missbrauch von Minderjährigen organisieren und Kontakte knüpfen. Der mutmaßliche Plattformbetreiber soll sogar gegen Geld Monatsabos für Kinderpornos angeboten haben. Auch gegen zwei Männer aus dem Landkreis Augsburg wird jetzt ermittelt.

Die Beschuldigten aus Stadtbergen und Untermeitingen stehen nach derzeitigem Ermittlungsstand im Verdacht, sich über den sogenannten Tor-Browser kinderpornografisches Material verschafft zu haben.

Ermittlungen im Bereich der organisierten Cyberkriminalität

Um die illegale Plattform nutzen zu können, mussten die Männer Kontaktdaten hinterlegen. So wurden dann Kinderpornos ausgetauscht. Vereinzelt hätten sich die Nutzer auch zum sexuellen Missbrauch von Kindern verabredet, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg gestern mit. Bei ihr ist seit 2015 die Zentralstelle Cybercrime Bayern angesiedelt – sie ermittelt mit Spezialisten der bayerischen Polizei oder des Bundeskriminalamts und mit internationalen Partnern unter anderem im Bereich der organisierten Cyberkriminalität.

Kinderporno-Plattform im Darknet: Razzia auch im Augsburger Land

Dazu gehörte eine groß angelegte Razzia, die vergangenen Mittwoch in sieben Bundesländern stattfand. In Bayern wurden acht Wohnungen und Anwesen in Baldham (Landkreis Ebersberg), Erlangen, Höchstadt an der Aisch, München, Mühldorf am Inn sowie in Stadtbergen und Untermeitingen durchsucht. Laut Mitteilung der Zentralstelle in Bamberg wurde bei den Männern im Alter von 36 bis 55 Jahren umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Plattform für die Verbreitung von Kinderpornos wurde abgeschaltet. Der Hauptverdächtige soll aus dem Landkreis Schwäbisch-Hall kommen und für zwei weitere Plattformen im Darknet verantwortlich sein. Auf das Forum waren Ermittler Anfang des Jahres gestoßen. Es gelang, den Standort des Servers zu finden und schließlich auf mehrere Nutzer zu kommen.

Mann hatte 35.000 Pornos mit Kindern und Jugendlichen gesammelt

In den vergangenen Jahren kam immer wieder ans Licht, welche Kreise das schmutzige Geschäft mit Kinderpornos zieht. Im Juli stand ein Mann aus dem nördlichen Landkreis vor Gericht, der in fünf Jahren 35.000 Pornos mit Kindern und Jugendlichen auf USB-Sticks, Computerfestplatten und selbst gebrannten CDs gespeichert hatte. Der 45-Jährige wurde zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Mit einem blauen Auge kam auch ein 69-Jähriger aus dem Landkreis-Westen davon: Er erhielt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, weil er fast 1000 kinderpornografische Bilder und drei Videos heruntergeladen, auf seinem Computer gespeichert und in Chatrooms mit anderen Nutzern geteilt hatte.

Lesen Sie dazu auch: Schlag gegen Kinderpornografie: Durchsuchungen auch im Kreis Augsburg

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