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Ustersbach

06.08.2018

Kita: Nach hitziger Debatte setzt sich der Anbau durch

Der Gemeinderat in Ustersbach entschied sich mehrheitlich für einen Anbau an die bestehende Kindertagesstätte St. Fridolin an der Eisbühlstraße. Das rund 1,35 Millionen teure Bauprojekt entsteht im Westen des Altgebäudes (auf unserem Bild auf dem freien Platz rechts).
Bild: Siegfried P. Rupprecht

In der Kindertagesstätte St. Fridolin in Ustersbach wird es eng. So soll die Raumnot jetzt gelöst werden.

Wie soll die Raumnot der Kindertagesstätte St. Fridolin gelöst werden: mit einem Neubau von Kita, Krippe und Hort auf dem Schulgelände oder mit einem Anbau der Krippe im Westen des bestehenden Kindergartens? Diese Frage löste bei den Ustersbacher Gemeinderäten in der letzten Sitzung vor der Sommerpause eine lebhafte Diskussion aus. Am Ende setzte sich der billigere Anbau mit 8:3 Stimmen durch.

Bereits im Februar 2017 zeigte sich, dass die Kita – bestehend aus zwei altersgeöffneten Gruppen und einem Hort – den räumlichen Anforderungen in den nächsten ein bis zwei Jahren nicht genügen wird. Seitdem wurden Optionen für eine Erweiterung im Gremium intensiv debattiert und zwei Architekturbüros mit Machbarkeitsstudien für einen Neu- und Anbau beauftragt.

Zwischenzeitlich hatte die Entwicklung die Gemeinde allerdings eingeholt. Ab September steht als Interimslösung ein Container auf dem Kita-Gelände an der Eisbühlstraße zur Verfügung. „Wir gehen von einer Betriebszeit bis 2019/2020 aus“, sagte Bürgermeister Max Stumböck.

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Der Neubau mit einer Krippe, zwei Gruppen und einem Hort kostet nach Schätzung der Architekten inklusive aller Nebenkosten rund 2,74 Millionen Euro, der Anbau einer Krippe an die bestehende Kita knapp 1,35 Millionen Euro. In letzterer Summe sei auch die Teilsanierung des Altgebäudes mit einem Anteil von rund einem Viertel enthalten, betonte Stumböck. Zuschussfähig seien beide Varianten. „Die staatliche Förderung mit maximal 900000 Euro ist für beide gleich hoch.“ Gleichzeitig fragte Stumböck, ob es nicht zweckdienlich wäre, die Entscheidung über Neu- oder Anbau auch im Gemeindeentwicklungsseminar im November zu diskutieren und deshalb die Abstimmung zu verschieben.

Doch davon wollte die Mehrzahl der Gemeinderäte nichts wissen. Thomas Kögel hob hervor, dass alle Sachargumente und Kostengestaltungen der beiden Varianten vorliegen. Zweiter Bürgermeister Bernhard Schmid betonte, eine Vertagung ziehe nur weitere Bauverzögerungen nach sich. Mit 7:4 Stimmen beschloss der Gemeinderat, die Abstimmung über Neu- oder Anbau nicht von der aktuellen Tagesordnung zu nehmen.

Damit war der Weg offen zur Entscheidung über die bauliche Umsetzung. Hier meldeten sich vor allem die Befürworter eines Neubaus zu Wort. Sowohl Markus Kohler als auch Christian Braun hoben die Vorteile dieser Variante hervor. Ihrer Meinung nach würde durch die Zusammenlegung von Kita und Schule ein Dorfzentrum entstehen, eine Anlaufstelle für Eltern zur Abgabe von Hort-, Kindergarten- und Schulkindern. Weiter bemerkten sie, dass Infrastrukturen wie Parkplätze bei einem Neubau gemeinsam genutzt und ausgebaut werden könnten.

Als Umbau-Nachteile nannten sie den Flachdachbau, die „Eingrabung“ des Anbaus in das südliche Gelände, die Verlegung von Mehrzweckräumen in den Keller und die damit problematische Belichtung. Zudem monierten sie die noch nicht geklärte Unterbringung einer Kindergartengruppe während der Bauzeit, die zusätzliche Kosten verursache. Außerdem müssen die Heizungen von Schule und Kindergarten weiterhin getrennt unterhalten, modernisiert und betrieben werden.

In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Tendenz der letzten nichtöffentlichen Sitzung eingegangen. Mit der Begründung, dass ein Neubau zu teuer und nicht machbar sei, werde dem Umbau den Vorrang gegeben, ungeachtet der Nachteile, hieß es. Dabei würden die beiden Varianten unter Berücksichtigung des Verkaufserlöses des vorhandenen Kindergartens nur noch eine Million Euro auseinanderliegen. Ein Ringen um die beste Lösung sei nicht erkennbar, resümierten Christian Braun und Markus Kohler.

Dem konterte Thomas Kögel, dass auch eine Million Euro für eine Gemeinde wie Ustersbach eine beträchtliche Summe sei. Darüber hinaus sei noch das für den Neubau benötigte Grundstück nicht im Besitz der Kommune. Bei der Abstimmung votierten schließlich drei Gemeinderäte für den Neubau, acht dagegen. Im umgekehrten Sinne entschieden sich acht Räte für den Anbau an die bestehende Kita und drei dagegen.

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