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Sanierung

12.07.2019

Kläranlage in Heretsried wird für Gemeinde teuer

Die wasserrechtliche Erlaubnis für die Kläranlage in Heretsried wird nicht verlängert. Um gesetzliche Vorgaben für den Umweltschutz umzusetzen, die in den vergangenen Jahren verschärft wurden, muss die Gemeinde nun viel Geld in die Anlage investieren.

Die Anlage entspricht nicht den gesetzlichen Anforderungen. Deshalb investiert die Kommune rund 800.000 Euro - zu viel. Am Ende zahlt auch der Verbraucher.

Die Kläranlage in Heretsried muss saniert werden. Seit Längerem ist klar, dass die wasserrechtliche Erlaubnis für die Anlage nicht verlängert wird. Prinzipiell funktioniere sie zwar, doch gesetzliche Vorgaben zwängen die Gemeinde zum Handeln, sagt Bürgermeister Heinrich Jäckle. Nun muss die Gemeinde viel Geld in die alte Anlage stecken. Das bekommt am Ende wohl auch der Verbraucher zu spüren.

„Da das Thema Umweltschutz einen immer höheren Stellenwert einnimmt, werden die Grenzwerte laufend verschärft. Deshalb wurde auch für unsere Kläranlage eine verbesserte Reinigungsleistung gefordert“, sagt Jäckle. Insgesamt wird die Investition 800000 Euro kosten. Nachdem eine Kläranlage von der Gemeinde kostendeckend betrieben werden muss, werden die Kosten auf die Nutzer umgelegt – entweder über Gebühren oder Beiträge. Förderfähig ist das Projekt nicht – das heißt, es gibt keine Zuschüsse. Wie die Kosten umgelegt werden sollen, hat der Gemeinderat noch nicht entschieden. „Umweltschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Manch einem ist das noch nicht bewusst“, meint der Bürgermeister.

Bisher laufen die Bauarbeiten nach Plan

„Bisher läuft bei den Bauarbeiten alles nach Plan. Auch der Kostenrahmen kann aller Wahrscheinlichkeit nach eingehalten werden“, so Heinrich Jäckle. Neu gebaut wird im Augenblick ein fünf Meter hoher Rundbehälter aus Beton mit einem Durchmesser von 13 Metern. Dieser Behälter wird vom Pufferbecken aus mit einer Pumpe befüllt. Bei der anschließenden Belüftung kommen Reinigungsbakterien zum Einsatz. Während der darauffolgenden Ruhephase setzt sich der Klärschlamm im Behälter ab. Die gereinigte obere Wasserschicht kann dann abgezogen und in den Vorfluter (Bach) abgelassen werden. Dann beginnt der Prozess wieder von vorn. Der abgesetzte Klärschlamm wird periodisch in den Schlammstapelbehälter gepumpt. „Zusätzlich hat das Wasserwirtschaftsamt auch noch die Vergrößerung des Regenrückhaltebeckens verlangt“, berichtet Rathauschef Jäckle.

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In der bisherigen Anlage bestand der biologische Teil der Anlage aus einem sogenannten Scheibentauchkörper. Um die geforderte Verbesserung zu erreichen, wurde im Gemeinderat zum einen die Erweiterung der Scheibentauchkörperanlage und zum anderen die Errichtung einer SBR-Anlage (Sequentielle Biologische Reinigung) mit zyklischer Reinigung diskutiert.

Gemeinderat wählte billigere Möglichkeit

Der Gemeinderat hat sich für den Bau der SBR-Anlage entschieden, weil dieser nicht wesentlich teurer ist und zudem die zukunftsfähigere Lösung darstellt. Zukunftsfähig, weil nicht nur ein Puffer für weitere Entwicklung da ist, sondern die Anlage bei der Reinigungsleistung steuerbar ist. Auf verschiedene Abwasserarten, aber auch die Witterung kann reagiert werden. Von der bisherigen alten Anlage ist noch ein Bereich als Vorspeicher, in dem das Abwasser nach der Vorreinigung gepuffert wird, verwendbar.

Dass auch der Ortsteil Monburg eines Tages an die Heretsrieder Kläranlage angeschlossen wird, ist für Bürgermeister Jäckle nicht denkbar. Der Ort liege wesentlich tiefer, und man müsste das somit Abwasser nach oben pumpen. Kann sich die Gemeinde ein weiteres kostspieliges Projekt überhaupt leisten, mag sich der eine oder andere Bürger fragen. Schließlich steht auch der Hochwasserschutz in Lauterbrunn sowie die Dorferneuerung in zwei Ortsteilen mit Neubauten an. „Das würde nicht funktionieren, wenn diese Projekte nicht großzügig gefördert würden“, weiß auch Bürgermeister Jäckle. „Wir gehen damit an die Grenze des Belastbaren“, gesteht er ein. Allerdings ist er sich auch sicher, dass seine Bürger und Vereine bewährt wie bisher zusammenhalten und die Projekte bravourös stemmen werden.

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