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Hirblingen

21.01.2020

Klärschlamm wird jetzt in Hirblingen entwässert

In Hirblingen wird in dieser neuen Anlage Klärschlamm entwässert.
Foto: Marcus Merk

Eine neue Klärschlammentwässerungsanlage in Hirblingen wurde eingeweiht. Was die 1,8-Millionen-Euro-Investition für die Umwelt bringen soll.

„Schaut hoch kompliziert aus und ist auch hoch kompliziert.“ So kommentiert Xaver Golling, Betriebsleiter der Kläranlage in Hirblingen bei Gersthofen, die Zentrifuge der neuen Klärschlammentwässerungsanlage. Deren Einweihung konnte fast genau zwei Jahre nach dem Spatenstich in Hirblingen gefeiert werden. Verantwortlich für den neuen Bau ist der Abwasserzweckverband Schmuttertal (siehe Info).

In der Anlage wird der bei der Reinigung von Abwasser anfallende Klärschlamm entwässert und so die Flüssigkeit von der Trockensubstanz getrennt. Dadurch wird das Volumen des Klärschlammes deutlich reduziert. So werden die Kosten für den Abtransport um einiges verringert, welcher für die Kläranlage sehr teuer ist: Für jede Tonne Klärschlamm kostet der Transport 115 Euro.

Der Betrieb ist noch sehr personalintensiv

Golling führt die Besucher durch die verschiedenen Bereiche der neuen Entwässerungsanlage. Zuerst kommt man hierbei in einen Raum mit großen Containern, in welchen die bei der Entwässerung entstehende Trockensubstanz gelagert wird. Danach führt der Betriebsleiter weiter in den Raum der Zentrifuge. Im Moment müsse diese noch ganztägig bewacht werden, der Betrieb sei also bislang noch sehr personalintensiv. „Wir hoffen jedoch, die Anlage in näherer Zukunft nur noch vier bis fünf Stunden täglich überwachen lassen zu müssen“, meint Golling.

Die Anlage hatte auch ihren Preis: Die Investitionskosten für den neuen Bau betrugen 1,8 Millionen Euro. Jahrzehntelang habe die Kläranlage ihren Klärschlamm woanders entwässert, was für eine Anlage ihrer Größe eigentlich untypisch sei, erklärt Betriebsleiter Golling. Nun könne der in der Kläranlage anfallende Klärschlamm vor Ort entwässert werden, was den Betrieb um einiges erleichtere: Das Zentratwasser, was vorher schubweise und in großen Mengen anfiel, falle nun kontinuierlich an, wodurch die Anlage anders als vorher gleichmäßig belastet werde.

Die Freisetzung von Treibhausgasen wird nahezu vermieden

Außerdem gibt es noch weitere Vorteile: „Durch die Entwässerungsanlage können wir unsere Umwelt weiter entlasten und zugleich auch mögliche Krisensituationen bereits im Vorfeld noch besser abfangen“, betont der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner und Vorsitzende des Abwasserzweckverbands. So würden durch die Entwässerung vor Ort beispielsweise die teuren und umweltbelastenden Transportwege für den Klärschlamm überflüssig. Auch werde die Freisetzung von Treibhausgasen wie Methan oder Lachgas nahezu vermieden, da der Schlamm nun nicht mehr gespeichert werden müsse. Außerdem sei das zu klärende Wasser durch den gleichmäßigeren Betrieb jetzt deutlich weniger mit Stickstoff und Phosphor belastet und die Grenzwerte für diese beiden Stoffe können nun viel leichter eingehalten werden.

Zusätzlich würde auch die bei der Entwässerung entstehende Trockensubstanz seit November nicht mehr als Dünger auf Feldern ausgetragen, sondern thermisch verwertet. So soll nicht nur ein Beitrag zum Trinkwasserschutz geleistet werden, auch der im Schlamm enthaltene wertvolle Phosphor kann so nun zurückgewonnen werden.

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