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Unterricht

17.01.2019

Klassenfahrten trotz Brexit?

Mehrere Schulklassen aus dem Landkreis fahren nach England. Ein Austritt Großbritanniens aus der EU sorgt für Unsicherheit

Augsburg Jedes Jahr fahren Schüler aus dem Augsburger Land nach Großbritannien. Um ihre Sprache zu verbessern, die Kultur kennenzulernen und etwas zu erleben. Aber was passiert, wenn der Brexit kommt und England aus der EU austritt? Am Dienstag lehnte das britische Unterhaus den Deal mit der EU ab. An den Schulen im Landkreis herrscht Unsicherheit.

„Niemand weiß, wie das alles laufen wird“, sagt Günter Manhardt, Schulleiter am Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf. „Ich hoffe, dass keine bürokratischen Hürden auf uns zukommen.“ Jedes Jahr im Herbst fahren die Neuntklässler des Gymnasiums mit dem Bus nach Broadstairs, eine Kleinstadt im Südosten Englands. Dort besuchen sie eine Woche eine Sprachschule und wohnen bei Gastfamilien. Trotz Brexit geht Manhardt aber davon aus, dass die Fahrt auch in diesem Jahr normal stattfinden wird. „Es könnte höchstens sein, dass wir wegen Zollkontrollen im Stau stehen und etwas länger brauchen.“

Für Unsicherheit sorgt auch die Kostenfrage. „Sollte es Visagebühren geben, würden 60 Euro pro Schüler schon reichen, um den Kostenrahmen zu sprengen“, sagt Andrea Link. Sie ist Englischlehrerin am Schmuttertal-Gymnasium und organisiert seit Jahren die Klassenfahrt nach Broadstairs. Die Lehrer an der englischen Sprachschule seien bislang noch relativ entspannt beim Thema Brexit. „Es bleibt spannend, was da auf uns zu- kommt“, sagt Link. Der Austausch mit England sei immer schon etwas schwierig gewesen. Denn die britischen Schüler würden seltener Deutsch lernen als andersherum. Aber die Klassenfahrt nach Broadstairs habe sich bewährt. „Die wird es auch weiterhin geben“, sagt Link.

Am Paul-Klee-Gymnasium war der Brexit bisher nur im Unterricht Thema. Mit Blick auf die Klassenfahrt habe man sich noch keine Gedanken darüber gemacht, sagt Schulleiter Peter Krauß. Die Fahrt der neunten Klassen sei gebucht und bezahlt für dieses Jahr. „Ich gehe davon aus, dass sie wie geplant stattfindet“, sagt Krauß.

Auch die Achtklässler der Meitinger Realschule dürfen sich am Schuljahresende auf eine Klassenfahrt nach England freuen. „Wir haben vom Veranstalter bislang nichts gehört, dass es komplizierter wird“, sagt Schulleiter Michael Kühn. Mit dem Bus starten seine Schüler in einen Vorort von London. „Ich rechne damit, dass die Einreise möglicherweise etwas länger dauert“, sagt Kühn. Letztendlich hänge es davon ab, was sich die Engländer alles einfallen lassen.

Stefan Düll, Schulleiter des Gymnasiums in Neusäß, geht davon aus, dass sich vorerst nichts ändern wird. Die Klassenfahrt nach England würde wie jedes Jahr stattfinden. Und auch das Erasmus-Plus-Projekt, an dem die Schule teilnimmt und das von der EU gefördert wird, läuft weiter. „Die Beziehungen beider Länder stehen auf einer stabilen Grundlage“, sagt Düll. Er ist sich sicher, dass sich England auch nach dem Brexit mit anderen Ländern im Bildungsbereich austauschen wird. Seine britischen Kollegen seien zwar nicht glücklich über den Brexit. „Aber wer weiß, vielleicht werden auch neue Projekte angestoßen“, sagt Düll.

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