1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Kleiner Hund stirbt in Welden qualvoll an Gift

Welden

29.10.2019

Kleiner Hund stirbt in Welden qualvoll an Gift

Der kleine Malteser hat möglicherweise einen Giftköder gefressen.
Bild: SR

In Welden haben zahlreiche Hundebesitzer nach „Chiccos“ Tod Angst vor präparierten Ködern. Der Malteser ist innerlich verblutet. War es ein gezielter Anschlag?

Mit einem verzweifelten Aufruf hat sich jetzt eine junge Frau aus Welden an die Öffentlichkeit gewandt. „Irgendjemand hat in Welden Giftköder verstreut – leider mit Erfolg. Unser Hund ist gestern qualvoll innerlich verblutet. Schweren Herzens nehmen wir Abschied und hoffen, dass der Täter gefasst wird“, schreibt sie auf Facebook. Knapp 700 Mal ist dieser Beitrag bis gestern Nachmittag bereits von anderen Lesern geteilt worden. Nun ist der Fall auch bei der Polizei in Zusmarshausen aktenkundig.

„Wir sind jetzt natürlich sensibilisiert“, sagt Hauptkommissar Alfred Götz. Rein rechtlich werde ein Hund zwar lediglich als „Sache“ eingestuft. „Aber da es sich um ein Wirbeltier handelt, wäre ein Giftköder natürlich ein schwerer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, sagt Götz.

Mehr, als nur der Verlust einer „Sache“

Für das Herrchen des kleinen Maltesers bedeutet der Tod seines Hundes jedoch wesentlich mehr, als nur der Verlust einer „Sache“. Er hat sich den kleinen „Chicco“ nach seinem Herzinfarkt vor einigen Jahren angeschafft, erklärt die Tochter. Seitdem seien Hund und Herrchen ein Herz und eine Seele. Umso schlimmer sei es für ihn gewesen, ansehen zu müssen, wie sein „Chicco“ qualvoll stirbt. Man habe zwar den Malteser noch tierärztlich behandeln lassen, doch auch der Veterinär konnte dem Tier nicht mehr helfen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

„Mein Vater war vor dem Wochenende mit dem Hund beim Ziegelfeld in Welden auf der Gassirunde“, schildert die Tochter den tragischen Abend. Wie so oft sei „Chicco“ auf die Wiese gelaufen, um sich auszutoben. Dabei habe ihr Vater dann bemerkt, dass er etwas im Maul hat und darauf herumbeißt. „Wir sind zunächst davon ausgegangen, dass er vielleicht ein paar Grashalme oder so frisst“, sagt die 25-Jährige.

Tierarzt habe Gifteinnahme bestätigt

Im Verlauf der nächsten Stunden sei es dem Hund dann aber immer schlechter gegangen und er habe angefangen, Blut auszuscheiden. „Wir hatten dann zwar für Montag einen Termin beim Tierarzt, wollten dann aber nicht mehr so lange warten und sind in die Klinik gefahren“, erinnert sie sich. Dort habe man dann ihren Verdacht bestätigt, dass der Hund Gift zu sich genommen hat. Es war „Chiccos“ Todesurteil.

Die 25-Jährige vermutet, dass es sich um einen gezielten Anschlag gehandelt hat, da das Ziegelfeld eine beliebte Gassistrecke sei. „Allerdings räumt nicht jeder Hundebesitzer immer die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners von der Straße“, sagt sie. „Vielleicht hat ein verärgert Spaziergänger, der mal in so etwas reingetreten ist, sich nun mit Giftködern rächen wollen.“

Noch keine konkreten Täterhinweise

Hundebesitzer und -liebhaber in Welden sind jetzt alarmiert. „Wir werden auf jeden Fall die Augen offenhalten“, heißt es auf Facebook. Auch mit Warnschildern wolle man nun vor möglichen Giftködern warnen. Noch habe die Polizei in Zusmarshausen allerdings keine konkreten Hinweise auf den oder die Täter.

Möglich sei nach Auskunft der Polizei auch, dass der Hund Rattengift gefressen hat, dass fahrlässig – oder vorsätzlich – auf dem Feld ausgebracht wurde. Der Familie in Welden würde dies allerdings auch kaum Trost spenden können. „Ich habe meine treueste Seele verloren“, gibt „Chiccos“ Herrchen seiner Trauer Ausdruck. Und seine Tochter hofft, dass der tragische Vorfall zumindest dazu dient, dass andere Tiere geschützt werden und kein Hundebesitzer mehr erleben muss, wie das eigene Tier qualvoll stirbt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren