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Bonstetten

17.11.2019

„Kommt das Naturfreibad nicht jetzt, kommt es nie“

So sieht ein erster Entwurf für ein Naturfreibad in Adelsried aus. 
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So sieht ein erster Entwurf für ein Naturfreibad in Adelsried aus. 
Bild: Planungsbüro Hardy Gutmann GmbH

In Bonstetten wird das Holzwinkel-Projekt aufgegriffen und bringt sommerliche Gefühle im trüben November. Für Freude sorgt auch ein drei Kilogramm schweres Buch.

Ob es jemals ein Naturfreibad im Holzwinkel geben wird? Dies hängt vom Ausgang der kommenden Beratungen und Verhandlungen zu dem Millionenprojekt ab. Darauf hat jetzt Bonstettens Bürgermeister Anton Gleich bei der Bürgerversammlung hingewiesen.

„Wir haben da im Moment eine einmalige Chance – wenn es nach so vielen Jahren bei diesem Anlauf nicht klappt, dann können wir die Sache begraben“, sagte der Rathauschef. Dies seit Monaten diskutierte Vorhaben im Süden der Gemeinde war eines der zentralen Themen. Angesprochen wurden jedoch auch weitere große Investitionen wie neue Mitte, Kita-Erweiterung sowie Sanierung von Straßen und Wassernetz. Und: Die 760 Seiten starke Dokumentation „Chronik der alten Anwesen“ von Ortschronist Georg Knöpfle wurde präsentiert und begeisterte die Besucher.

Während die kühle wie feuchte Witterung vor dem Eingang am Bräustüble eher wenig Anlass für Gedanken an hochsommerliches Badevergnügen bot, brachte bereits die dritte Wortmeldung bei der nach dem Bericht des Bürgermeisters erfolgten Diskussion das Thema zur Sprache.

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Ein Megaprojekt mit Kosten von über vier Millionen Euro

„Darüber wird hier seit 60 Jahren schon geredet: Darf man, bevor ich in den Himmel komme, noch mit so einem Bad an diesem Ort rechnen?“, wollte ein Gast vom Sitzungsleiter wissen, der diesen Ball gern aufnahm. Dabei wies er auf seine „Herzensangelegenheit“ und die Bedeutung so einer Einrichtung hin. Wie berichtet, hat das Megaprojekt für die fünf Holzwinkelgemeinden mit Kosten von über vier Millionen Euro in jüngster Zeit mächtig an Fahrt aufgenommen. Auch weil staatliche Förderbeiträge in Höhe von bis zu 60 Prozent winken.

„Die anteiligen rund 700.000 Euro, die auf unsere Gemeinde zukommen würden, sind eine brutale Summe, aber wir sollten diese einmalige Chance nutzen“, begründete der Bürgermeister sein Festhalten an dem Naturbad, das unterhalb der Laugna entstehen und dessen Wasser statt mit Chlor rein biologisch aufbereitet werden könnte.

Eine saubere Lösung erwartet sich Gleich auch bei der Finanzierungsfrage, die von allen Beteiligten gemeinsam angestrebt werden müsse. „Wenn da nur einer aussteigt, wird die Sache spannend“, umschrieb er die möglichen Folgen für das Gesamtvorhaben.

„Dann wird spätestens ab 2021 gebaut“

Allerdings sandte er gleichzeitig positive Signale in den Saal, wonach die Ratsvertreter der Holzwinkel-Kommunen von Adelsried bis Welden zu einem positiven Entscheid kommen könnten. „Dann wird spätestens ab 2021 gebaut“, kündigte Gleich an und äußerte sich zuversichtlich aufgrund des starken Feedbacks potenzieller ehrenamtlicher Mitarbeiter aus den betreffenden Orten.

Dem verlockenden kühlen Nass unter heißer Sonne stellte der Bürgermeister schließlich die nüchternen Zahlen und Daten des Gemeindehaushalts gegenüber, die ebenfalls manche Sonnenseite aufzuweisen hatten. „Die umsichtige Finanzpolitik der Vergangenheit lässt uns gut dastehen“, betonte er und wies zum Beispiel auf eine Pro-Kopf-Verschuldung hin, die weit unter dem bayerischen Durchschnitt vergleichbarer Kommunen liege.

Rücklagen in Höhe von rund sieben Millionen Euro

Erwähnung fanden die Rücklagen in Höhe von rund sieben Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie vor zwei Jahren. Finanzkräftig sollte der 1401-Einwohner-Ort angesichts aufwendiger Vorhaben daherkommen: Neben der Neugestaltung der Ortsmitte werden Gelder für Kita, Radweg zum Peterhof und Sanierungen unter wie über dem Erdboden fällig und außerdem Mittel für eine künftige offene Ganztagesschule benötigt. „Wir müssen uns außerdem Gedanken über einen zweiten Wasserbrunnen oder eine Lösung mit dem Nachbarn machen“, riet der Rathauschef.

Über eine Tempobegrenzung in neuen Baugebieten hatte sich ein Fragesteller den Kopf zerbrochen. Ihm versprach Gleich, dass dieses leidige Thema immer wieder auf die Tagungsordnung gesetzt werde. „Aber nur ein Schild aufzustellen reicht bei Weitem nicht aus“, ergänzte er.

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