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Landkreis Augsburg

21.04.2015

Kommt der Müll-Laster bald seltener?

Weil durch die zunehmende Abfalltrennung und -vermeidung immer weniger Restmüll anfällt, gibt es jetzt die Überlegung, die Grauen Tonnen seltener zu leeren.
Bild: M. Merk

Bürger im Landkreis Augsburg stopfen immer weniger Abfall in die Grauen Tonnen. Das hat Folgen. Möglicherweise kommt die Müllabfuhr nicht mehr so häufig.

Mehr Bioabfall, weniger Hausmüll – diese Rechnung geht auf im Landkreis Augsburg. Seit der flächendeckenden Einführung der Bioenergie-Tonne im Jahr 2013 hat sich der Haus- und Geschäftsmüll um 22 Kilo pro Einwohner reduziert. Weil zuletzt noch mehr Biotonnen aufgestellt wurden, erhöhte sich der Bioabfall von 115 Kilo pro Einwohner im Jahr 2013 auf jetzt 136 Kilogramm. Dies geht aus der Abfallstatistik 2014 hervor, die jetzt dem Werkausschuss des Landkreises vorgelegt wurde.

In den Hausmülltonnen stecke noch viel Potenzial, berichtete Günther Prestele, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes. Sollte man dies nutzen können, könne man ab dem Jahr 2017 über eine Verlängerung des Abfuhrturnus nachdenken. Das würde bedeuten, dass die Müllautos dann seltener kämen.

Trotz aller Wiederverwertung – jeder der 240000 Einwohner des Augsburger Landes produziert statistisch 465,5 Kilo Abfall. 300 Kilo davon können wiederverwertet werden, 165 Kilo werden als Abfall zur Beseitigung deklariert. Will heißen: Sie werden verbrannt. Mit dieser Menge liegt der Landkreis zum Teil deutlich abseits des bayerischen Durchschnitts (Gesamtabfall 521 Kilo pro Einwohner, wiederverwertet werden 354 Kilo). Nicht zu vergessen: Bauschutt und Grünabfall kommen in der Abfallbilanz des Landkreises nicht vor, da die Verwertung bzw. Entsorgung auf die Gemeinden übertragen wurde.

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Aufschlussreicher Blick auf die verschiedenen Abfallsparten

Höchst aufschlussreich ist ein Blick in die Abfallbilanz, wenn man die einzelnen Sparten betrachtet.

Die einen lassen den Sperrmüll vorm Haus abholen, andere fahren diesen selbst zur Wertstoffsammelstelle. Ein Teil wird verbrannt (etwa Polstermöbel und Matratzen), 77 Prozent können jedoch verwertet werden, speziell Möbelaltholz und Teppiche. Pro Kopf fallen im Jahr 30,7 Kilo Sperrmüll an.

Es gibt im Landkreis viele Möglichkeiten, Papier, Pappe und Kartons halbwegs umweltfreundlich zu entsorgen. Als da sind die Wertstoffsammelstellen, die blauen Papiertonnen, die grünen Papiercontainer an Wohnanlagen und öffentlichen Einrichtungen sowie Papier-Iglus (jedoch nur in Königsbrunn und Gersthofen).

Die Bürger in diesen beiden Städten müssen sich auf eine Veränderung einstellen. Die beiden Papier-Iglus in Gersthofen werden Ende Juni 2016 in Abstimmung mit der Kommune ganz verschwinden, zumal dort fast nur noch Kartons entsorgt werden. Keine Papier-Iglus wird es ab Mitte nächsten Jahres auch in Königsbrunn geben. Die weiteren vier Schlitzmulden könnte die Stadt in eigener Zuständigkeit weiter betreiben.

43 Prozent der Haushalte haben sich inzwischen für die Papiertonne entschieden. Unterm Strich konnte deshalb auch die Altpapiermenge von 38,6 Kilo im Jahr 2009 auf zuletzt 62,5 Kilogramm gesteigert werden. Dabei sind die Mengen, die die Vereine und karitativen Organisationen am Straßenrand aufsammeln, noch gar nicht mitgerechnet.

Ob Kunststoff, Aluminium oder Verbundstoffe – die Menge der erfassten Leichtverpackungen ist mit 23,2 Kilo pro Einwohner ziemlich konstant. Über die Container für Dosen werden 1,9 Kilo pro Einwohner erfasst.

Die Mengen beim Altmetall sind ziemlich konstant – 2014 waren es knapp 11 Kilo pro Einwohner.

Die vier Kilo bei den Elektrogroßgeräten sind natürlich nur ein rein statistischer Wert, zählen dazu doch so schwere Brocken wie Elektroherde, Kühl- und Gefriergeräte, Wasch- und Spülmaschinen. Weitere 3,2 Kilo waren es bei den Kleingeräten.

Die Bandbreite ist enorm: Putzeimer und Rührschüsseln aus der Küche, kaputtes Kinderspielzeug, alte Videokassetten, aber auch Styropor vom Bau und landwirtschaftliche Folien fallen unter dem Begriff Mischkunststoffe. Nach Angaben des Abfallwirtschaftsbetriebes wird dieses Sammelsurium in der Abfallwertungsanlage in Augsburg-Lechhausen verheizt.

Nicht ins Gewicht fallen die Kleider und Schuhe, die in die entsprechenden Container des Abfallwirtschaftsbetriebes gestopft werden, weil sie abgetragen, unmodern oder ausgetreten sind. Nicht mal ein Kilo pro Kopf verzeichnet die Abfallbilanz für das Jahr 2014. Weil es genügend Container gibt, werden die noch auf den Wertstoffhöfen stehenden Behälter demnächst aus Wettbewerbsgründen abgezogen und in Abstimmung mit den Gemeinden außerhalb platziert.

Doch was kann man tun gegen Altkleidercontainer, die ohne Genehmigung aufgestellt wurden? Dazu Günther Prestele auf die Frage von FW-Kreisrat Peter Kraus: Das Unternehmen müsse lediglich die Absicht beim Landkreis anzeigen. Handhaben gebe es jedoch bei illegale Aufstellungen, wenn etwa die Genehmigung durch den Grundstückseigentümer fehlt.

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