Newsticker

Bayern: Rund 50.000 Reisende lassen sich freiwillig auf Corona testen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Kommunalwahl 2020: Warum Ziegelmeier in Fischach so beliebt ist

Fischach

18.02.2020

Kommunalwahl 2020: Warum Ziegelmeier in Fischach so beliebt ist

Einziger Bürgermeisterkandidat in Fischach ist der bisher amtierende Rathauschef Peter Ziegelmeier (SPD).
Bild: Ziegelmeier

Plus Peter Ziegelmeier ist der einzige Bürgermeisterkandidat in Fischach. Welche großen Projekte er in der Staudengemeinde noch umsetzen will.

Nichts zu befürchten hat bei der bevorstehenden Kommunalwahl Peter Ziegelmeier ( SPD). Der amtierende Rathauschef ist der einzige Bürgermeisterkandidat in der Marktgemeinde. Und das nicht ohne Grund. „Er ist in Fischach unangefochten“, resümiert die Sprecherin des Ortsverbands Stauden von Bündnis 90/Die Grünen, Christine Disse-Reidel. Und das hat seine Gründe.

Zuspruch erhält Ziegelmeier – seine Wiederwahl würde für ihn die dritte Amtsperiode bedeuten – auch von der örtlichen CSU. Die Partei hat ebenso wie die Grünen beschlossen, auf einen eigenen Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus zu verzichten. „Wir wollen keinen aufreibenden Bürgermeisterwahlkampf“, bilanziert CSU-Ortsvorsitzende Ines Penzhorn. Vielmehr gelte es, die angestoßenen Projekte in der Marktgemeinde erfolgreich fertigzustellen und dabei den Ortscharakter zu erhalten, heißt es bei den Christsozialen einhellig.

Großer Rückhalt für Ziegelmeier in Fischach nicht überraschend

Auch Ziegelmeiers politische Heimat vor Ort, die Wählergruppe SPD/Unabhängige, hat sich bei der Nominierungsversammlung geschlossen für ihn ausgesprochen. Eine weitere Partei oder Gruppierung tritt in Fischach nicht an. Der große Rückhalt für Ziegelmeier selbst über Parteigrenzen hinaus kommt nicht überraschend. Er hat dafür eine einfache Antwort: „Der komplette Gemeinderat zeichnet sich seit vielen Jahren durch eine außerordentlich konstruktive, problemorientierte und vor allem kollegiale Zusammenarbeit aus.“ Soll heißen: In Fischach gibt es im kommunalpolitischen Gremium keine Parteitaktik. „Bei uns hat Sachpolitik oberste Priorität“, betont Ziegelmeier. Er selbst stelle sich zur Wiederwahl, um die großen angestoßenen Projekte erfolgreich zu Ende zu bringen.

Kommunalwahl 2020: Warum Ziegelmeier in Fischach so beliebt ist

Dennoch setzen die antretenden Parteien alles daran, im künftigen Marktgemeinderat wieder ihren Einfluss geltend zu machen. Sowohl SPD/Unabhängige als auch CSU und die Grünen weisen in ihren Mannschaften eine bunte Mixtur aus neuen und erfahrenen Kandidaten aus. Viele sind ehrenamtlich in Vereinen tätig.

Ausbau zur klimafreundlichen Gemeinde soll geprüft werden

Bei der CSU beispielsweise stellen sich alle sechs amtierenden Marktgemeinderäte, unter anderem auch der bisherige Zweite Bürgermeister Michael Menner, wieder zur Wahl. Hinzu kommt Martin Böck, der bisher für die Freie Wählergemeinschaft im Gremium sitzt und nun für die Christsozialen kandidiert. Der 16-köpfigen Liste gehören sechs Frauen an. Wichtig sei für die CSU die Digitalisierung, erläutert Penzhorn. Aber auch der Ausbau zur klimafreundlichen Marktgemeinde solle geprüft werden.

Die Wählergruppe SPD/Unabhängige hat sich die weitere erfolgreiche Entwicklung der Gemeinde auf die Fahnen geschrieben. In der ebenfalls 16 Kandidaten umfassenden Liste ist unter anderem auch die bisherige Dritte Bürgermeisterin Marianne Koos vertreten.

Die Grünen konzentrieren sich, so Marktgemeinderätin und Spitzenkandidatin Christine Disse-Reidel, „in erster Linie auf Themen wie Verkehrskonzept, Mobilität, Energiewende und Trinkwasserschutz“. Neben einem medizinischen Versorgungszentrum ist für die insgesamt zehn Kandidaten zudem ein Mehrgenerationenwohnen wichtig. Ziel der Grünen ist, deutlich mehr Sitze im Marktgemeinderat zu erlangen.

Reaktivierung der Staudenbahn ist von elementarer Bedeutung

Unter dem Motto „Die Zukunft liegt vor Ort“ nennt Ziegelmeier eine Reihe von Aufgaben für den künftigen Marktgemeinderat: die bauliche Gestaltung der Ortsmitte und des alten Rathausareals, die Bedarfsplanung für den Neubau eines vierten Kindergartens, den Ausbau des Schulstandorts, den Raumbedarf der Willmatshofer und Fischacher Feuerwehr und die Sicherung der ärztlichen Versorgung. Von elementarer Bedeutung seien darüber hinaus die weitere Förderung des örtlichen Gewerbes, die planrechtliche Ausweisung neuer Baugebiete und die Reaktivierung der Staudenbahn.

Diese Maßnahmen und Planungen sind aber auch unter dem finanziellen Aspekt zu sehen. Und dieser ist nicht mehr so zufriedenstellend wie in den Jahren von 2014 bis 2017. Damals lag die Gewerbesteuer immer über sechs Millionen, zuletzt nur noch bei 3,75 Millionen Euro. Jammern will Ziegelmeier dennoch nicht: „Es geht, um es schwäbisch zu sagen, immer noch einigermaßen um.“

Sieben Fragen an Peter Ziegelmeier

1. Was ist das für Sie wichtigste Vorhaben, das sie bei Wiederwahl vorantreiben wollen?

Peter Ziegelmeier: Ganz allgemein: dass Fischach auch für nachfolgende Generationen ein lebenswerter Ort mit entsprechender Infrastruktur für Jung und Alt bleibt.

2. Wenn Sie sich für Fischach etwas wünschen könnten, was wäre das?

Ziegelmeier: Siehe zu 1.

3. Was muss für die wachsende Zahl der älteren Bürger getan werden?

Ziegelmeier: Entwicklung einer seniorengerechten Infrastruktur. Dazu gehört natürlich auch eine gemeindlich veranlasste Befragung der Seniorinnen und Senioren, wie sie sich ihr Leben in Fischach vorstellen, z.B.

  • Sicherstellung der ärztlichen Versorgung
  • Sicherstellung der ambulanten und wenn nötig stationären Pflege
  • wohnortnahes Einkaufen
  • Aufbau einer Nachbarschaftshilfe
  • Mobilitätsangebot

4. Was würden Sie mit ihrem Leben machen, wenn Sie noch einmal 20 Jahre alt wären?

Ziegelmeier: Anders als damals die Chance zu einem Studium im Ausland nutzen.

5. Welche positiven Eigenschaften würden Sie bei einem Bewerbungsgespräch nennen?

Ziegelmeier: Gute Ausbildung, Zielstrebigkeit, Belastbarkeit

6. Was sind Ihre persönlichen Untugenden?

Ziegelmeier: Manchmal sehr ungeduldig und außerdem ist es mir bisher noch nicht gelungen, mir das Rauchen abzugewöhnen.

7. Wie nutzen Sie die neuen sozialen Medien und was halten Sie davon?

Ziegelmeier: Versuche ich zu verstehen.

CSU setzt auf Miteinander

  • Kontinuität Die CSU will die begonnenen Projekte in unserer Marktgemeinde fertigstellen. Dies sind neben dem Neubau des Rathauses und der Gestaltung des Marktplatzes zu einem lebendigen Ortsmittelpunkt auch der Bau eines Feuerwehrhauses in Willmatshofen. Gleichzeitig soll ein Konzept zur nachhaltigen Nutzung des alten Rathausareals erarbeitet werden.
  • Wirtschaft Die CSU will sorgsam mit den Ressourcen umgehen und dabei maßvolle Gewerbeansiedlungen ermöglichen, um Unternehmerinnen und Unternehmern Perspektiven vor Ort zu bieten, damit gleichzeitig Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Marktgemeinde geschaffen werden können. Dies stärkt auch die Finanzkraft der Kommune.
  • Miteinander Die CSU setzt sich ein für ein gutes und sachliches Miteinander im Marktgemeinderat. Nur so können die Herausforderungen der Zukunft, wie eine älterwerdende Gesellschaft oder der Klimawandel, bewältigt und die Heimatgemeinde noch lebenswerter gemacht werden. Dazu gehört auch die Förderung des vielfältigen Vereinslebens.

Grüne wollen ein modernes Verkehrskonzept

  • Verkehrskonzept Fischach als attraktive, lebenswerte Gemeinde braucht ein modernes Verkehrskonzept mit Anreizen zugunsten ökologischer Alternativen, wie ÖPNV, Radfahren oder Laufen, um auf das Auto zu verzichten. Der motorisierte Verkehr ist allerdings unentbehrlich, nur darf er nicht, unter anderem mit seinem enormen Platzbedarf, Anderes verdrängen.
  • Energiewende Fischach soll im Klima- und Umweltschutz eine Vorreiterrolle einnehmen. Nur so ist die Energiewende zu schaffen. Der Energiebedarf der kommunalen Gebäude und Betriebe soll standardmäßig mit Ökostrom gedeckt werden. Bei der Entwicklung neuer Baugebiete sollen klimaschutzbezogene Anforderungen vorgegeben werden.
  • Naturschutzleitbild Fischach soll ein Naturschutzleitbild entwickeln. Für die Erhaltung der Arten und Lebensraumvielfalt hat die Gemeinde eine besondere Verantwortung, insbesondere für die Grünanlagen, Landwirtschafts- und Waldflächen in kommunaler Hand. Für die Gemeindeentwicklung muss eine ökologische Sichtweise ein fester Bestandteil werden.
Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren