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Kommunalwahl 2020

06.02.2020

Kommunalwahl in Adelsried: Alle Kandidaten und Themen im Überblick

Mittlerweile ist die Ortsumfahrung von Adelsried zu zwei Dritteln fertig gestellt. Das Projekt gilt als schwierig umsetzbar, sagt die derzeitige Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann.
Bild: Marcus Merk

Plus Drei Kandidaten wollen in der Gemeinde die Nachfolge von Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann antreten. Das sind die wichtigsten Themen vor der Wahl.

Viele Bürgermeister verlassen am 30. April ihren Chefsessel. Auch für Erna Stegherr-Haußmann, die zwölf Jahre an der Spitze der Gemeinde Adelsried stand, heißt es Abschied nehmen. Sie möchte sich künftig mehr um ihr Privatleben kümmern. Ganz abtreten von der politischen Bühne aber will sie jedoch nicht. Seit 2014 ist sie im Kreistag und wird 2020 noch einmal dafür kandidieren. Wer ihr Nachfolger in der Gemeinde wird, ist noch nicht entschieden. Immerhin kämpfen drei Mitstreiter um den Posten als Rathauschef. Stegherr-Haußmann machte im Gespräch deutlich, dass auf den Nachfolger „Herkules-Aufgaben“ warten.

Adelsried, das Tor zum Holzwinkel, ist aufgrund der guten Lage und Nähe zur Autobahn ein Anziehungspunkt für Neubürger. So war es ihr immer wichtig, Baugebiete auszuweisen, sagt Stegherr-Haußmann. Sie ist stolz auf die gute Entwicklung des Ortes. Adelsried verfügt über eine gute Nahversorgung mit einem großen Discounter, kleinen Einzelhandelsgeschäften und auch Apotheke und Ärzte. Gerade die ältere Bevölkerung ist darauf angewiesen, sich wohnortnah versorgen zu können. Mittlerweile ist die Ortsumfahrung zu zwei Drittel fertiggestellt. Als schwierig umsetzbar bezeichnet die Bürgermeisterin dieses Projekt, genauso wie die Kindergartensanierung und -erweiterung, wo lange Diskussionen um Standortfrage und Umfang erforderlich sind und noch weiter andauern. Bei der Schulkinderbetreuung sieht die Lage nicht viel anders aus.

Mittlerweile ist die Ortsumfahrung von Adelsried zu zwei Dritteln fertig gestellt. Das Projekt gilt als schwierig umsetzbar, sagt die derzeitige Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann.
Bild: Marcus Merk

Wahl in Adeldried: Nachbarschaftshilfe und Kulturangebote

Adelsried liegt am Rande des schwäbischen Holzwinkels im Naturpark Westliche Wälder. Die Pro-Kopf-Verschuldung entspricht nach zwölf Jahren Amtszeit dem Landkreisdurchschnitt. Es sind viele kleine Dinge, die das Leben in Adelsried liebenswert machen, meint die amtierende Bürgermeisterin. Zusammen mit den ILE-Gemeinden des Holzwinkels und Altenmünster ist ein enger Verbund entstanden. Seit 2014 sind Projekte wie die Nachbarschaftshilfe, Kulturangebote (Kultour-Sommer), die interkommunale Musikschule, der Tag der Ausbildung, Unterstützung des heimische Gewerbes und vieles umgesetzt worden. Bekommt der Holzwinkel ein Naturfreibad? Viele Bürgermeisterkandidaten äußerten den Wunsch einer Realisierung, jedoch wird noch heftig darüber diskutiert.

Hinter einer Reihe von Maßnahmen konnten in den vergangenen Jahren Erledigt-Häkchen gesetzt werden. Zu den größeren gehörten die Sanierung gemeindlicher Gebäude, Wasser- und Abwasserversorgung – und es konnte Wohnraum durch Umsetzung von drei Baugebieten und Nachverdichtung im Innenbereich geschaffen werden.

Anton Rittel, Sebastian Bernhard und Otmar Platzer treten an

Es wird ein Kräftemessen um die Kandidatur des künftigen Bürgermeisters geben, so viel steht fest. Anton Rittel, Sebastian Bernhard und Otmar Platzer kämpfen um den begehrten Rathausstuhl.

Anton Rittel (FWG) wirbt in seinem Wahlprogramm mit Kindertagesstätte, Schule/Mittagsbetreuung, Ferienbetreuung, Senioren, Naturfreibad, Naherholung, Ortsberuhigung, Lärmschutz, Ausbau des ÖPNV, Netzausbau und Straßensanierung. Er sagt: „Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist die Basis für wirtschaftlichen Erfolg und sichert eine hohe Lebensqualität in Adelsried. Der Ausbau des Abwasser-und Trinkwassernetzes ist mir genauso wichtig, wie die Glasfaserversorgung als Standard für zukünftige Bau- und Gewerbegebiete.“

Drei Kandidaten bewerben sich in Adelsried um die Nachfolge der Amtsinhaberin. Wir haben das Trio interviewt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Sebastian Bernhards ( CSU) Devise lautet: „Hätte, könnte, würde, müsste – das ist vorbei. Jetzt heißt es: machen“ Er hat Visionen für die Zukunft und ist mit seinen 27 Jahren wohl der jüngste Bürgermeisterkandidat im ganzen Holzwinkel. Er möchte, dass Adelsried und Kruichen sich nachhaltig entwickeln. Das Dorf und seine Menschen sind sein Herzensthema. Oberste Priorität haben Kindergarten und Schule. Wohnraum und Bauland für junge Familien sowie betreutes Wohnen für Senioren sind seine ganz konkreten Ziele.

Otmar Platzer, Sohn von Fußballidol Georg Platzer, (WfA): Für ihn steht die Gemeinde selbst an erster Stelle. Er sagt: „Adelsried soll schöner werden.“ Bei einer erfolgreichen Wahl sieht er Handlungsbedarf für eine Ergänzung der Gewerbebetriebe, besonders in der Industrie aber auch im Einzelhandel wie beispielsweise einer Bäckerei im Ort. Einsetzen möchte sich der Chef der Sportgaststätte in Adelsried für die Jugendlichen. Ein Jugendzentrum sehe er als Haus der Begegnung und Kultur. Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzt er bei der Errichtung eines Seniorenheims mit etwa 30 Zimmern. Für ein Naturfreibad will er sich nicht einsetzen. „Das ist noch viel zu früh“, sagt er.

Sieben Fragen an Anton Rittel von den Freien Wählern

1. Welches ist das wichtigste Vorhaben, das Sie als Bürgermeister anpacken wollen?

Anton Rittel: Mir ist es ein großes Anliegen, die Kindergarten- und Schulerweiterung zügig und mit Nachdruck anzugehen.

2. Wenn Sie sich für ihre Gemeinde etwas wünschen könnten, was wäre das?

Rittel: Mir liegt der Zusammenhalt und das Wohl des Dorfes sehr am Herzen. Das Fest „Adelsried 1000“ hat mir gezeigt, was eine Dorfgemeinschaft auf die Beine stellen kann. Dies möchte ich stärken und fördern.

3. Was muss für die wachsende Zahl der älteren Bürger getan werden?

Rittel: Unsere älteren Bürger sollen sich, genauso wie alle anderen, in Adelsried gut aufgehoben fühlen. Mir ist es ein großes Anliegen, eine vorausschauende und umsichtige Seniorenarbeit zu machen. Hier denke ich an die Schaffung altersgerechter Wohnungen und den Ausbau der Nachbarschaftshilfe.

4. Was würden Sie mit ihrem Leben machen, wenn Sie noch einmal 20 Jahre alt wären?

Rittel: Ein und dasselbe. Ich bin mit meinem Lebenslauf zufrieden.

5. Welche positiven Eigenschaften würden Sie bei einem Bewerbungsgespräch nennen?

Rittel: Optimistisch, willensstark, zielstrebig und verantwortungsbewusst.

6. Was sind Ihre Untugenden?

Rittel: Meine Ungeduld, was aber auch eine Stärke ist, die mich antreibt.

7. Wie nutzen Sie die neuen sozialen Medien und was halten Sie davon?

Rittel: Ich sehe darin eindeutige Vorteile und eine Vereinfachung der Kommunikation. Allerdings sind mir die persönlichen, echten Gespräche wichtiger.

Sieben Fragen an Sebastian Bernhard von der CSU

1. Welches ist das wichtigste Vorhaben, dass sie als Bürgermeister anpacken wollen?

Sebastian Bernhard: Adelsried und Kruichen zukunftsfähig machen, das heißt Sanierung und Erweiterung von Kindertagesstätte und Grundschule, Verbesserung der Gebäudesituation der Feuerwehr, Gewerbegebiet an der Autobahn, Neugestaltung der Ortsdurchfahrtsstraße und des Rathausplatzes, Herstellung solider Gemeindefinanzen.

2. Wenn Sie sich für Ihre Gemeinde etwas wünschen könnten, was wäre das?

Bernhard: Meiner Heimatgemeinde und ihren Bürgern soll es stets gut gehen und an nichts fehlen.

3. Was muss für die wachsende Zahl an älteren Bürgern getan werden?

Bernhard: Wer sich in Adelsried heimisch fühlt, sollte auch seinen Lebensabend hier verbringen können. Für unsere älteren Mitbürger möchte ich betreuten Wohnraum schaffen. Außerdem muss Adelsried ein barrierefreier Ort werden.

4. Was würden Sie mit Ihrem Leben machen, wenn Sie noch einmal 20 Jahre alt wären?

Bernhard: (lacht) Ich bin 27 Jahre alt. Stellen Sie mir bitte diese Frage in 20 Jahren wieder.

5. Welche positiven Eigenschaften würden Sie bei einem Bewerbungsgespräch nennen?

Bernhard: Bodenständig, zielstrebig, ehrlich, verantwortungsbewusst, teamfähig, belastbar, lernfähig.

6. Was sind Ihre Untugenden?

Bernhard: (lacht) Muss man welche erfinden, wenn man keine hat?

7. Wie nutzen Sie die neuen sozialen Medien und was halten Sie davon?

Bernhard: Die neuen Medien nutze ich intensiv. Jedoch denke ich, dass ein persönlicher Austausch das Beste für ein gesundes Miteinander ist.

Sieben Fragen an Otmar Platzer von "Wir für Adelsried"

1. Welches ist das wichtigste Vorhaben, dass sie als Bürgermeister anpacken wollen?

Otmar Platzer: Für mich ist das wichtigste, das Gewerbegebiet zu erweitern und neue Firmen und Gewerbe anzusiedeln, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Selbstverständlich ist auch die Renovierung von Kindergarten und Schule.

2. Wenn Sie sich für Ihre Gemeinde etwas wünschen könnten, was wäre das?

Platzer: Die Menschen in Adelsried – insbesondere Gemeinderäte – sollen zum Wohl von Adelsried näher zusammenrücken. Insbesondere Neubürger sollen sich mehr am Vereinsleben engagieren.

3. Was muss für die wachsende Zahl an älteren Bürgern getan werden?

Platzer: Mein Ziel ist in naher Zukunft ein Pflegeheim und Betreutes Wohnen in Adelsried.

4. Was würden Sie mit Ihrem Leben machen, wenn Sie noch einmal 20 Jahre alt wären?

Platzer: Ich würde im Großen und Ganzen alles so machen wie bisher. Nur würde ich mich schon früher politisch engagieren.

5. Welche positiven Eigenschaften würden Sie bei einem Bewerbungsgespräch nennen?

Platzer: Macher, Teamfähigkeit, kooperativ, kreativ, Gerechtigkeitssinn, schnelle Auffassungsgabe, ehrlich und offen.

6. Was sind Ihre Untugenden?

Platzer: Ich bin ungeduldig.

7. Wie nutzen Sie die neuen sozialen Medien und was halten Sie davon?

Platzer: Meine Wählergruppe plant einen Facebook-Auftritt. Persönlich nutze ich die neuen Medien wenig.

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