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Plagegeister im Landkreis Augsburg

17.06.2009

Kopfläuse: Keine Panik bei sechsbeinigen"Obermietern"

Nicht jeder gibt es zu, viele haben es in ihrer Kindheit erlebt: Erst krabbelt es, dann juckt es - und schließlich kommt die peinliche Diagnose: Kopfläuse haben sich in der Lockenpracht angesiedelt. Heikel kann es werden, wenn sich die kleinen Blutsauger über mehrere Kinderköpfe hinweg in Tagesstätten oder Schulen ausbreiten. Einen ähnlichen Fall gibt es auch dieser Tage im Landkreis.

Meldepflicht für Leiter von Schulen und Kindergärten

Dann kommt das Staatliche Gesundheitsamt am Landratsamt ins Spiel. Denn sind sogenannte "Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche" betroffen, müssen die Leiter den Befall beim Gesundheitsamt melden. "Das kommt immer wieder mal vor. Gerade dann, wenn die Ferien zu Ende gehen und die Kinder oder Schüler die Tierchen aus dem Urlaub mitbringen", erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Helmut Hübsch.

Nur selten gerät der Befall "aus den Fugen"

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Grund zur Panik ist das in aller Regel jedoch nicht. Meist genügt es, wenn die betroffenen Kinder zum Hausarzt gehen. Es kommt allerdings vor, dass der Befall "aus den Fugen gerät", wie Hübsch formuliert. Denn wenn es trotz der Beratung nicht gelingt, die Verbreitung in einem Kindergarten oder einer Schule in den Griff zu bekommen, können Einrichtungen gar vorübergehend geschlossen werden. "Das allerdings geschieht äußerst selten - wenn es so weit kommt, liegt es meist an uneinsichtigen Eltern, die es bei der Bekämpfung der Laus an der nötigen Konsequenz fehlen lassen." Hartnäckig wie die "Nissen" genannten Larven an den Haaren hält sich das Vorurteil, dass fehlende Hygiene die Läuse anlockt. Es gilt: Auch wer sich jeden Tag die Haare wäscht, ist nicht vor den unliebsamen "Obermietern" sicher. Ein Läusebefall in Kindergärten ist im übrigen kein Indiz dafür, dass es dort mit der Sauberkeit nicht genau genug genommen wird.

Haben sich die Krabbeltiere erst einmal eingenistet, helfen Therapien, die - anders als früher - bei sachgemäßer Anwendung völlig unbedenklich sind. Etwas Disziplin ist allerdings unerlässlich: "Es funktioniert nur, wenn nach einer ersten Anwendung der Mittel, die ähnlich wie ein normales Shampoo einmassiert werden, darauf geachtet wird, die Prozedur nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen - denn dann erst kann die nächste Generation, die nach einigen Tagen schlüpft, unschädlich gemacht werden."

Hübsch rät den Eltern, benutzte Kleidung danach möglichst heiß zu waschen. Ein weiterer Trick: Alles, was partout keine Waschmaschine verträgt, kommt in einen Plastiksack verpackt in den Keller. Nach einigen Tagen verhungern die kleinen Blutsauger.

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