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Landkreis Augsburg

08.07.2020

Kreissparkasse will alte Sparverträge kündigen: Das können Kunden tun

Banken dürfen unter Umständen unbefristete Sparverträge kündigen. Die Kreissparkasse Augsburg will das im Herbst nun tun.
Bild: Alexander Kaya

Plus Die Prämienverträge sind bei Sparern beliebt - und teuer für die Banken. Rund 1800 alte Sparverträge stehen bei der Kreissparkasse auf der Kippe.

Möglicherweise müssen die Inhaber von rund 1800 Sparbriefen der Kreissparkasse ab dem Herbst eine neue Anlageform für ihr Guthaben wählen. Bei dem Geldinstitut gibt es nämlich Überlegungen, die sogenannten Altverträge im Herbst zu kündigen. Das hat jetzt der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Richard Fank, angekündigt. Viele andere Sparkassen in Deutschland arbeiten bereits so. Dort gab es teilweise auch Ärger bei den Kunden.

Die Verträge wurden in den 1990er Jahren geschlossen

Es geht um Sparverträge aus den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. So funktionieren sie: Der Kunde spart jeden Monat einen festen Betrag. Darauf bekommt er nicht nur Zinsen, sondern über die Jahre gesehen auch steigende Prämien. Besonders lohnend wird diese Form der Geldanlage also, je älter sie wird. Umso teurer sind sie allerdings für die Sparkassen. Es gibt dort keine Anlageform, die einen höheren Zinsaufwand habe, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Horst Schönfeld. Deutschlandweit haben deshalb bereits 121 Sparkassen die Altverträge gekündigt, darunter 48 der 64 bayerischen Sparkassen. Möglich ist das dann, wenn die Verträge ohne feste Laufzeit die höchste Prämienstufe erreicht haben und diese auch ein Jahr gezahlt wurde. Das hat ein Urteil des Bundesgerichtshofs im September 2019 den Sparkassen mit Blick auf das niedrige Zinsumfeld bestätigt. Dennoch fühlen sich Sparkassenkunden in ganz Deutschland seitdem um ihren besonderen Vorteil gebracht. Verbraucherzentralen geben Betroffenen Tipps, wie sie sich gegen die Kündigungen wehren können.

Sparverträge sind emotionales Thema

So weit soll es im Bereich der Kreissparkasse Augsburg nicht kommen. Aufklärung sei das eine. Horst Schönfeld sagt, dass die Prämiensparverträge am Ende gar nicht so lukrativ seien, wie oftmals gedacht. „Über die Jahre gerechnet, machen Zinsen und Prämien zusammen etwa einen Prozent Gewinn aus“, beschrieb er jetzt im Rahmen des Bilanzpressegesprächs. Allerdings seien die Sparverträge eben auch ein emotionales Thema, sagt Vorstandsvorsitzender Richard Fank. Deshalb wolle die Kreissparkasse andererseits partnerschaftliche Angebote zum Ausstieg machen. Sein Kollege Horst Schönfeld macht in diesem Zusammenhang nochmals auf die außergewöhnliche Lage der Banken aufmerksam. Als „alte Hasen“ im Geschäft hätten sie beide niemals gedacht, dass es eine Zeit der Negativzinsen geben würde. „Da muss man dem Partner schon die Chance geben, zu reagieren.“

Diese Alternativen gibt es für Ihr Geld

Welche Alternativen in Betracht kommen, hänge jeweils von den Bedürfnissen der Kunden ab, so Richard Fank. Gute Renditemöglichkeiten gebe es inzwischen auch im Versicherungsbereich und bei den Wertpapieren. Dort laufen aktuell Aktien besonders gut, die an den Goldpreis gekoppelt sind. „Das ist im Moment der Renner.“ Auch regionale Immobilienfonds seien zu empfehlen.

Wann und in welchem Umfang die Altverträge des Prämienmodells auch bei der Kreissparkasse Augsburg gekündigt werden, soll im September entschieden werden.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in den folgenden Berichten

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