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Ustersbach

26.10.2018

Kreuzwegstationen in Ustersbach glänzen wieder

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2 Bilder
Die umfangreiche Sanierung der Kreuzwegstationen in Ustersbach ist abgeschlossen. Die gemauerten Bildstöcke sowie die Bild- und Schrifttafeln aus Sandstein trotzen nun wieder erfolgreich der Witterung.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Die denkmalgeschützten Bildstöcke waren mehr als 110 Jahre der Witterung ausgesetzt. Der Restaurator erzählt, warum die Sanierung so schwierig war.

Aufmerksamen Spaziergängern ist es nicht verborgen geblieben: Die denkmalgeschützten Kreuzwegstationen im kleinen Wäldchen bei der Mariengrotte sind wieder aufgestellt und zudem umfassend restauriert worden. Einfach sei die fachgerechte Wiederherstellung allerdings nicht gewesen, erläutert Restaurator Patrick Jürgens. Kein Wunder, wie er meint. Die Stationen seien mehr als 110 Jahre der Witterung ausgesetzt gewesen. Das habe die gemauerten Bildstöcke sowie die Bild- und Schrifttafeln nachhaltig geschädigt.

Die Kreuzwegstationen und die Figur des „Ruhenden Christus“ wurden zunächst 1888 auf dem Kirchberg St. Fridolin errichtet. 1893 erbauten Ustersbacher Bürger eine Mariengrotte. 14 Jahre später wurden die Denkmale abmontiert und im Eichenhain in unmittelbarer Nähe der Felshöhle aufgebaut. Seitdem symbolisieren Grotte und Stationen eine harmonische Einheit, die Besucher zu Besinnung und stiller Andacht einlädt.

Gefährdung nahm durch Wind und Wetter immer mehr zu

Als die Gefährdung der Denkmale durch Wind und Wetter mehr und mehr zunahm, entschloss sich die Gemeinde in Absprache mit der Pfarrei, die Kreuzwegstationen fachgerecht sanieren zu lassen. Dazu wurde nach Vorarbeiten durch den Münchner Steinrestaurator Michael Pfanner in Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro in Schwabmünchen und den Denkmalschutzbehörden ein Konzept erstellt. Die umfangreichen Sanierungen lagen schließlich in Händen der Restaurierungswerkstätte Christine und Patrick Jürgens in Sigmarszell.

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Die Restaurierung und der Schutz vor weiterem Verfall dauerte Monate. „Es war eine schwierige und aufwendige Arbeit“, verdeutlicht Patrick Jürgens. „Die Sandsteine wiesen teilweise große Risse auf und waren stark verwittert.“ Weiter seien Teile ausgebrochen gewesen. Hinzu kam, dass frühere Ausbesserungsarbeiten nicht fachgerecht erfolgt seien, resümierte Jürgens.

Mit viel Fingerspitzengefühl ausgebessert

So mussten die Objekte zunächst inklusive der Fundamente komplett abgebaut und dann die Oberflächen mit einem speziellen Reinigungsgerät von Schmutz, biologischem Befall und lockeren Materialien befreit werden. Als nächster Schritt folgten mit viel Fingerspitzengefühl die Ausbesserung der schadhaften Stellen und Risse sowie die Festigung mit Bindemittel.

„Einen besonders hohen Reinigungsaufwand benötigten die aus Terrakotta bestehenden Reliefs mit ihren Gesichtszügen und Faltenwürfe“, erzählt der Fachmann. Hier musste er mit speziellen Lösungsmitten ran. Nicht selten setzte er beim Reinigen von Details Wattestäbchen ein. „Zuweilen waren auch abgebrochene Finger oder Hände der Figuren neu zu erstellen“, so Jürgens.

Zudem galt es, die Ziegelfundamente zu erneuern und zu ertüchtigen sowie die Ziegelsockel neu zu verfugen und die Steine teils in größerem Umfang zu ersetzen. Alles in allem habe er rund 1000 Stunden in seine Arbeit investiert, so Jürgens Fazit.

Kosten muss die Gemeinde nicht allein schultern

Bürgermeister Max Stumböck beziffert die Gesamtkosten auf rund 50000 Euro. Doch diesen Betrag muss die Gemeinde nicht allein schultern. Sie erhält Zuschüsse von insgesamt 10000 Euro. Hinzu kommen Spenden in Höhe von 12500 Euro. „Dabei bewegten sich die Einzelspenden zwischen 20 und 1000 Euro“, so Stumböck erfreut. „Eine stolze Summe, für die ich mich im Namen des Gemeinderats herzlich bedanke.“

Termin Im Frühjahr 2019 gibt es zur Vollendung der Kreuzwegstationen ein kleines Fest. In diesem Rahmen hält Restaurator Patrick Jürgens auch einen bebilderten Vortrag über die Sanierung.

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