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04.02.2019

Krimis für Augen und Ohren

Frieder Faist
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Frieder Faist

Frieder Faist schrieb Romane, aber auch spannende Hörspiele. Das brachte ihm Preise ein

Unsere heutige Persönlichkeit war ein Schriftsteller, dessen Bücher noch gern gelesen werden: Es sind Kriminalgeschichten, die wie die vielleicht bekannteste, „Schattenspiele“, in der Provinz spielen – ein Handlungsort, der unterdessen beliebt geworden ist, wie die zahlreichen TV-Produktionen aus allen Ecken Deutschlands zeigen. Frieder Faist hat den Charme dieser Tatorte schon früh erkannt.

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Geboren ist der Autor am 10. Juni 1948 in Augsburg, wo er auch bereits mit 60 Jahren sehr früh verstorben ist. Aufgewachsen ist er in der Jakobervorstadt. Er war eigentlich gelernter Industriekaufmann. Und so arbeitete er nach seinem Zivildienst als kaufmännischer und später als Verwaltungsangestellter.

Doch diese Schreibtisch-Jobs langweilten ihn wohl und so sattelte er zwischenzeitlich zum Kneipenwirt um. In den 1980er-Jahren schloss er sich dann der Lyrikergruppe von Pit Kinzer an – einem vielseitig begabten Künstler, der mit seinen literarischen, grafischen und plastischen Werken aus der Kunstszene der schwäbischen Region – so Augsburgwiki – nicht wegzudenken ist.

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Frieder Faist arbeitete bei Kinzer an dessen Grafik- und Literaturzeitschrift „sprachlos“ mit, die später in „Zeitschrift für Literatur und Kunst“ umbenannt wurde. Gleichzeitig entwickelte er ein Literaturprojekt für Drogenabhängige. Er veröffentlichte aus dieser Arbeit Gedichte und Geschichten ehemaliger Rauschgiftsüchtiger.

Ab den 1980er-Jahren bestimmen Literatur und Schriftstellerei sein Leben. Es entstehen an die 20 Hörspiele und auch sechs Romane. Und häufig meint der Leser in den Handlungen das Augsburger Umfeld, das Milieu der Stadt erkennen zu können. Augsburgwiki bewertet den Autor so: „Das Leichte und Unterhaltende in der deutschen Literatur hat es nie leicht gehabt. Frieder Faist gehörte zu den deutschen Autoren, die den Mut haben, das Ernste zu verlachen. Man schließe daraus nicht, dass er seine Bücher leicht geschrieben hätte, denn das Leichte ist nicht leicht zu machen. Und doch lobte die Kritik den Augsburger Schriftsteller. Besonders seine Hörspiele seien virtuos geschrieben und oft ebenso inszeniert.“

Arno Löb, Grafiker, Autor, Blogger und künstlerisches Multitalent charakterisiert Frieder Faist als schwierig, der es sich häufig mit seinen Freunden verdorben habe. Nun steht sicherlich außer Frage, dass auch Arno Löb eher als Enfant terrible zu bezeichnen ist …

Seine Heimatstadt jedenfalls ehrte Frieder Faist 1982 und 1987 mit dem Kunstförderpreis. Für den Krimi „Schattenspiele“ bekam er 1985 den deutschen Krimipreis.

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