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Gessertshausen-Margertshausen

12.04.2016

Kulturtage: Der Nachwuchs gibt den Ton an

Junge Talente um Gesamtleiter Ulrich Herrmann haben mit einem beeindruckenden Konzert die Kulturtage in Gessertshausen eröffnet.
Bild: Manuela Rauch

Mit einem Konzert junger Talente startet Veranstaltungsreihe. Dabei gibt es mehr als eine Überraschung für die Zuhörer.

Sie sind jung, motiviert und auf dem Weg nach ganz oben. Im Bürgerhaus von Margertshausen hat der musikalische Nachwuchs gezeigt, was er kann. Unter der Gesamtleitung von Ulrich Herrmann gaben die Kinder und Jugendlichen mit einem bunten Potpourri aus Barock und Jazz den Startschuss für die Gessertshauser Kulturtage. Mit dabei waren neben den Aumann Sisters aus Dinkelscherben auch die Gitarristen Thomas Schmiedler, Chris Eymiller, Felix Glogger und Lena Fischer.

Die 18-Jährige bereitet sich gerade auf das Abitur vor und ist eigentlich im Prüfungsstress. Das Gitarrespielen entspanne beim Pauken, sagt sie. „Zum Glück lässt sich beides gut miteinander vereinbaren.“ Ohne die Musik würde ihr auch etwas fehlen. Seit der zweiten Klasse nimmt sie Unterricht. Dass sich das jahrelange Training gelohnt hat, ist offensichtlich. Im Quartett spielte Lena Fischer mit den anderen drei ein Adagio von Telemann. Mitspieler Felix Glogger sorgte für Verzückung im Publikum. Auf zwei Notenständern breitete der Lockenkopf den vierblättrigen Notensatz zu Asturias von Isaac Albéniz aus. Ulrich Herrmann deutete nicht ohne Stolz an: „Albéniz komponierte für 80 Tasten, Felix spielt das Stück auf sechs Saiten.“ Es überraschte nicht, dass Asturias auf der Gitarre noch gewaltiger klingt, als auf dem Klavier. Glogger war hoch konzentriert und zeigte absolute Perfektion. Die Zuschauer waren außer sich. „Sensationell“, raunte es aus den hinteren Reihen.

Sophia von Thumm gehört zu den jüngsten und wohl auch erfolgreichsten Künstlern in der Region. Im vergangenen Jahr holte sie sich mit der Violine den ersten Platz beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Seitdem ist die erst neunjährige Preisträgerin eine gefragte Künstlerin. Aus gutem Grund: Die Romanze von Baklanova klingt wie die einer Anne Sophie-Mutter. Im anschließenden Wiener Marsch schwingt sie kokett den Bogen und spielt Pianistin Liane Christian fast an die Wand.

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Auch stimmlich gibt der Nachwuchs den Ton an. Michael Keller ist auf dem Weg zum Tenor. Mit Wehmut und Melancholie in der Stimme vertonte er den Mary-Poppins-Klassiker „Chim Chim Cher-Ee“, mit dem schon Dick Van Dyke 1964 das Kinopublikum begeisterte. Gesangswunder Julian Mader sang Pergolesis „Se tu m’ami“ eine Oktave höher.

„Noch“, sagt Mutter Svantje. Man rechne jeden Tag mit dem Stimmbruch. „Wir trauen uns kaum noch, Auftritte in der Zukunft zu planen.“ Der Stimmbruch, der dazu führt, dass die Stimme gerne mal holpert, kann über Nacht kommen, erklärt die Mutter, die selber Musiklehrerin ist. Der Spuk ist nach ein paar Monaten wieder vorbei. „Ich werde dann einfach eine Pause einlegen“, sagt der 13-Jährige. So lange es geht, bezaubert er die Zuhörer noch mit seinem engelsgleichen Gesang, denn die Stimme wird eines Tages tiefer klingen. Mutter Svantje ist ein bisschen traurig. „Das ist schon schade, aber so ist das nun mal.“ (aula)

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