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Gemeinderat

16.11.2018

Kunstpfad: Besucher sollen jetzt auch lauschen

Wer will, kann in Bonstetten Kunst mit allen Sinnen wahrnehmen. Wie das funktioniert

Der vier Jahre alte LandArt-Kunstpfad in Bonstetten stellt nach Angaben der Gemeinde den einzigen seiner Art in ganz Süddeutschland dar. Dabei geht es laut dem Künstler Hama Lohrmann darum, alle Sinne zu berühren, Fantasie zu wecken und zu helfen, die Natur und sich selbst als ein Teil davon zu entdecken.

Daran dachten bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wohl alle am Sitzungstisch. Nur waren sie geteilter Meinung darüber, ob es dazu noch einer audiovisuellen Begleitung durch ein Smartphone bedarf.

Dafür war jedenfalls Sitzungsleiter und Bürgermeister Anton Gleich, der von einer „Aufwertung“ der sechs Kilometer langen Rundstrecke mit neun Exponaten sprach. Der Rathauschef versprach sich von einem zusätzlichen Lauschtour-Konzept eine Bereicherung der ohnehin schon touristisch erfolgreichen Einrichtung. „Mit 4300 Euro wären wir dabei.“ Ein paar Räte allerdings keineswegs. Nicht weil sie etwa Kunstbanausen wären, sondern Skepsis über die Auswirkungen Neuer Medien in der Landschaft haben. „Die Kunstwerke in der Natur sollen doch auf uns wirken können - in Ruhe“, bremste Rätin Petra Zinnert-Fassl das Bemühen des Bürgermeisters.

Auch Leo Kränzle lobte das Kunstwerk, aber „müssen wir da unbedingt noch etwas draufsetzen?“ Zu einem Positionswechsel riet dagegen Hermann Wengenmair, der bemängelte, dass die jungen Leute sowieso schon „den ganzen Tag am Handy hängen.“ Dem schmucken Kunstpfad könne noch eine Informationstour über die Situation der gefährdeten Bienen gut tun. „Dies wäre ein Beitrag zum Schutz der bedrohten Natur.“ Als Anton Gleich die Gesamtkosten des Lauschtour-Konzepts von rund 20000 Euro ansprach, von denen auf die Kommune nur knapp ein Fünftel zukäme, warnte Leo Kränzle vor dem „süßen Gift der Zuschüsse“. Diese könnte auch nichts ausrichten gegen „den Zahn der Zeit, der offensichtlich an den Ausstellungsobjekten nagt und sie vergänglich macht“, worauf Tischnachbarin und Tourengeherin Gertrud Wagner hinwies. Die 7:5-Entscheidung für das Hörbarmachen der Kunst, zeigt, wie kontrovers man über sie urteilen kann. Zum gleichen Beschlussergebnis kamen die streitbaren Räte bei einem Thema aus dem rauen Alltagsbetrieb. „Iseki TM32“ lautet die Bezeichnung des kleinen Kompakttraktors, der zum Anschaffungspreis von rund 35300 Euro bald in der Holzwinkelgemeinde gute Dienste vor allem im kommenden Winter leisten soll.

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