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Kutzenhausen

12.07.2018

Kutzenhausens steiniger Weg zum Hochwasserschutz

Überschwemmungen richten stets große Schäden an. Diese Aufnahme entstand vor einem Jahr in Kutzenhausen als das Sturmtief „Wolf“ wütete
Bild: Silvia Kugelmann

Die Gemeinde will ein transparentes Konzept, um unter anderem Fördergelder zu bekommen. Nicht gewünscht sind allerdings Freiflächen-Fotovoltaikanlagen.

Eine ganze Palette kommunalpolitischer Angelegenheiten spiegelte die jüngste Gemeinderatssitzung wider. Dabei drehten sich gleich zwei Themen ums Nass, allerdings in seiner negativen Eigenschaft, nämlich um Hoch- und Oberflächenwasser.

Bürgermeisterin Silvia Kugelmann bezeichnete das Konzept als kompliziertes und komplexes Thema. In der Tat: Seit vielen Jahren wird daran gearbeitet. Doch über eine Zustandsbewertung und verschiedene Anträge hinaus ist das Projekt bislang nicht weitergekommen. Bei einer Besprechung mit der Gemeinde, des beauftragten Steppacher Ingenieurbüros Sweco und Vertretern des Wasserwirtschaftsamts (WWA) Donauwörth wurden weitere Schritte festgelegt.

Auch eine Kosten- und Nutzenanalyse notwendig

Demnach sind unter anderem die Analyse der Außengebiete und des innerörtlichen Abflusses mit Modellierung, die Erstellung eines Sanierungsplans für den Riedgraben, ein Gesamtkonzept als Vorentwurf für den Ort Kutzenhausen und die Auflistung einer Kosten- und Nutzenanalyse notwendig. All dies werde benötigt, um das Förderverfahren einzuleiten, sagte Kugelmann.

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Sweco-Vertreter Wolfgang Deffner sprach von möglichen Höchstfördergeldern bis zu 75 Prozent. Um beim Hochwasserkonzept auf seinem holprigen und steinigen Weg voranzukommen, müsse allerdings die mit dem WWA eruierte Planungsleistung erbracht werden. Der Gemeinde liege dann ein transparentes Konzept vor, das die Basis für weiterführende Entscheidungen und Entwicklungen beinhalte. Der Gemeinderat votierte nach kurzer Diskussion für die Erbringung der weiteren Planungsleistungen.

Um Wasser ging es auch bei der Aufstellung des Bebauungsplans für eine Teilfläche im südwestlichen Bereich eines Flurstücks in Agawang am Höllweg. Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von 1166 Quadratmeter. Zur Prüfung der Möglichkeiten für die Regenwasserbeseitigung wurde dort im April eine Schürfgrube ausgehoben und ein Sickerversuch durchgeführt. Der Test bestätigte die ausreichende Sickerfähigkeit des Untergrunds für das Bauvorhaben.

Ein Grünstreifen soll das Oberflächenwasser ableiten

Etliche Gemeinderäte verwiesen in diesem Bereich auf die Problematik bei Starkregen. Immer wieder komme es vor, dass hier Oberflächenwasser vom Hang in den Höllweg strömt, hieß es. Das Gremium beschloss zwar, die Aufstellung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung durchzuführen, gleichzeitig aber auch, dass ein westlicher Grünstreifen unabdingbar sei, um die Ableitung von Oberflächenwasser zu gewährleisten.

Die weiteren Themen im Gemeinderat

Fotovoltaikanlagen Eine Firma hatte geeignete Flächen für den Bau von Fotovoltaikanlagen entlang der Bahnlinie durch die Gemarkungen Kutzenhausen und Maingründel beidseits der Strecke gesehen und wegen einer Realisierung angefragt. Die Gemeinderäte gingen aber erst gar nicht ins Detail. Sie lehnten einstimmig den Bau von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen entlang der Bahnlinie ab.

Schulweghelfer Die Entschädigung der Schulweghelfer wies bislang durch die Umstellung von Mark auf Euro auch Cent-Beträge auf. Das Gremium stimmte aus Gründen der Vereinfachung der Verwaltungstätigkeit zu, auf eine glatte Summe aufzurunden. Die Aufwandsentschädigung beträgt nun künftig 26 Euro pro Schuljahr.

Urnengräber Mit wie vielen Urnen darf eine Einzelgrabstätte belegt werden? „Erste Anfragen von Nutzungsberechtigten im Friedhof Kutzenhausen lassen darauf schließen, dass bestehende Familien- und Einzelgräber aufgegeben werden und statt dessen Nutzungsrechte an einem Urnengrab erworben werden möchten“, erklärte Kugelmann. Zur Klarstellung beschloss der Gemeinderat, dass bei allen Friedhöfen der Gemeinde in ein Reihengrab bis zu vier Urnenbestattungen möglich seien, auch wenn vorher bereits eine Sargbestattung erfolgt ist.

Schadstoffbelastung Für das abbruchreife Rückgebäude der Getreidetrocknung auf dem Raiffeisengelände wurde ein Schadstoffgutachten erstellt. Kugelmann informierte, dass eine Reihe von Belastungen festgestellt wurden. So weise der Innenputz in den früheren Bankräumen einen erhöhten Sulfatgehalt auf. Darüber hinaus seien die Konstruktionshölzer quecksilber- und die Dacheindeckung asbesthaltig.

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