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Landkreis Augsburg
09.11.2015

Schwer verletzter Fußballer mit Hubschrauber abtransportiert

Dramatische Szenen spielten sich auf den Sportgelände des SC Altenmünster ab. Ärzte, Sanitäter und Helfer kümmerten sich um den verletzten Julian Henkel. 
2 Bilder
Dramatische Szenen spielten sich auf den Sportgelände des SC Altenmünster ab. Ärzte, Sanitäter und Helfer kümmerten sich um den verletzten Julian Henkel. 
Foto: Günther Herdin

In Altenmünster verhindert der schwer verletzte Julian Henkel einen Spielabbruch. In Gersthofen wird Reizfigur Sebastian Kinzel von Zuschauern attackiert

Über 35 Minuten lang war die Spitzenbegegnung in der Kreisliga West zwischen dem SC Altenmünster und dem SV Holzheim unterbrochen, nachdem sich SCA-Spieler Julian Henkel schwer verletzt hatte. Mit einem Rettungshubschrauber wurde der 22-Jährige ins Klinikum geflogen. Während der Unterbrechung wurde lange Zeit diskutiert, ob Schiedsrichter Andreas Schaudig aus Nördlingen die Partie nochmals anpfeifen soll. Vor allem die zu diesem Zeitpunkt mit 0:1 im Hintertreffen liegenden Gäste votierten durch Trainer Peter Reschnauer und den Ex-Altenmünsterer Tobias Ott vehement für einen Abbruch.

Das wäre aber nicht im Sinne des verletzten Julian Henkel gewesen, der zwei Minuten zuvor den Führungstreffer für den Spitzenreiter köpfte. Noch während ihn die Ärzte auf dem Platz medizinisch versorgten, rief er Kapitän Patrick Pecher zu sich und teilte ihm mit, sich auf keinen Spielabbruch einzulassen. Als es weiterging, legte Altenmünster mit zwei Treffern nach und gewann die Partie vor knapp 300 Zuschauern mit 3:0. „Es war in erster Linie ein Sieg für Julian“, betonte nach dem Schlusspfiff SCA-Abteilungsleiter Oliver Osterhoff.

Die Begegnung zwischen dem TSV Gersthofen und dem BC Adelzhausen war längst abgepfiffen. 2:2 trennten sich die Bezirksligisten, auf dem Rasen klatschten sich die Fußballer ab. Adelzhausens Stürmer Sebastian Kinzel diskutierte – wie schon in den 90 Minuten zuvor – mit dem Schiedsrichter. Diesmal ging es um die Länge der Nachspielzeit. Inzwischen war ein Gersthofer Zuschauer aufs Spielfeld gelaufen und beleidigte Kinzel lautstark. Als die beiden Protagonisten im Wortgefecht die Tribüne erreichten, beteiligten sich weitere Zuschauer. Verbal schenkte man sich wenig, zumindest flogen keine Fäuste.

Adelzhausens Abteilungsleiter Jürgen Dumbs verwehrt sich gegen generelle Kritik am Gersthofer Publikum. Dass derbe Worte fallen, komme im Fußball vor, meint er. Auch in Adelzhausen. Er stellt aber auch klar: „Ein Zuschauer hat auf dem Spielfeld nichts verloren.“ Zum Glück hätten andere Besucher besonnen reagiert und die Streithähne auseinandergehalten, schiebt Dumbs hinterher. Den BCA-Verantwortlichen verwundert, dass die Partie ein derartiges Nachspiel hatte, auf dem Rasen sei man fair miteinander umgegangen. Selbst bei der Szene, in der Ferkan Secgin die Rote Karte erhielt, hatte nur Schiedsrichter Michel Stölpe eine Attacke des Gersthofers erkannt.

Womöglich begründet sich das aggressive Verhalten Einzelner in Kinzels Vergangenheit. In der Saison 2011/12 kickte der Angreifer für den TSV Gersthofen in der Bayernliga. Es waren die Zeiten, als Gersthofen sich mit finanzieller Potenz einen illustren Kader zusammengestellt hatte und zu einer Größe im schwäbischen Amateurfußball aufsteigen wollte. Dass ausgerechnet Kinzel, der in Gersthofen die Erwartungen nicht erfüllen konnte, nun beide Treffer erzielte, riss anscheinend alte Wunden auf. Selbst als Kinzel dem Eingang zum Kabinentrakt entgegensteuerte, sollen ihm weitere Anfeindungen entgegen geschlagen haben. Gersthofens Abteilungsleiter Klaus Assum will die Vorfälle nicht überbewerten. Er bestätigt aber, dass Kinzel für etliche in seinem Verein eine „Reizfigur“ sei. „Das hat sich dann hochgeschaukelt.“

Ganz ruhig war es nach dem Schlusspfiff in den Meitinger Lechauen. Bei herrlichen Spätherbstwetter herrschte düsterste Totensonntagsstimmung. Bedröppelt schlichen Spieler und Fans des TSV Meitingen nach der 0:4-Heimpleite gegen den SV Raisting vom Ort des Geschehens. Trainer Ali Dabestani stellte sich: „Alles, was uns zuletzt in Aindling stark gemacht hat, war diesmal nicht vorhanden. Unser Problem sind die Heimspiele, wenn wir das Spiel machen müssen.“ Mit gegenseitigen Frotzeleien hat man sich dann auch noch selbst aus dem Rhythmus gebracht. Als die Konzentration weg war, schlug der Bayernliga-Absteiger – nicht gerade eine Übermannschaft – zu. „Es fehlt das gewisse Etwas“, stellte Dabestani fest. Was er damit meinen könnte? Offensichtlich haben viele Spieler nach dem Aufstieg in die Landesliga mehr mit sich selbst zu kämpfen, als sich um die Mannschaft zu kümmern und ihre Nebenleute zu unterstützen. Dass die Qualität hier höher sei, zeige sich zum Beispiel bei Fabian Wolf. Dabestani: „In der Bezirksliga ist er allen Gegenspielern davongelaufen. Jetzt sind die meisten so schnell wie er.“

Noch eine Neuzugang für den TSV Meitingen?

Abteilungsleiter Torsten Vrazic ist überzeugt, dass die Mannschaft die Landesliga drauf hat. Er stärkt ganz klar Trainer Ali Dabestani den Rücken. „Man darf sich das jetzt nicht selbst kaputt machen!“ Er wird alles unternehmen, die Liga zu bewahren. Mit der Verpflichtung von Michael Wende (FC Memmingen) ist wohl erst ein Anfang gemacht. Am Sonntag wurde Florian Prießnitz in den Lechauen gesichtet, der bis September beim Landesligisten FC Gundelfingen gespielt hat.

Den dritten Sieg mit jeweils vier Toren feierte der TSV Neusäß beim 4:0 gegen den TSV Wertingen. Doch Zufriedenheit klingt anders: „Mit einer ähnlichen Leistung wird gegen die anstehenden Gegner Adelzhausen und Aystetten kein Blumentopf zu gewinnen sein“, steht auf der Homepage der Lohwaldkicker zu lesen. (mit joga, her)

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