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Bild: Marcus Merk
Bild: Marcus Merk

In den vergangenen drei Jahren wurden mehr als 16 Millionen Euro in das Krankenhaus investiert.

Kreis Augsburg
12.09.2018

Landrat: Die Wertachklinik in Schwabmünchen bleibt bestehen

Von Carmen Janzen

Landrat Martin Sailer weist Spekulationen über die Schließung des Krankenhauses in Schwabmünchen zurück. Den Freie-Wähler-Politiker Mehring kritisiert er scharf.

Seit Anfang der Woche wird in Schwabmünchen über die Zukunft des dortigen Krankenhauses spekuliert. Es bildet zusammen mit dem Bobinger Krankenhaus die Wertachkliniken und ist trotzt guter wirtschaftlicher Zahlen in die Diskussion geraten, seit die Geburtshilfe wegen Hebammenmangels geschlossen ist.

Das Krankenhaus selbst sei jedoch in keiner Weise gefährdet, betonten gestern Landrat Martin Sailer (CSU) sowie die Bürgermeister von Schwabmünchen und Bobingen, Lorenz Müller (CSU und Bernd Müller (SPD). „An den Behauptungen über eine Schließung ist null Komma null dran“, sagte Sailer gleich zu Beginn eines Treffens in der Klinik. Die Gerüchte hätten den Wertachkliniken enorm geschadet. Mitarbeiter und Bürger seien unnötig beunruhigt worden. Nie sei in irgendwelchen Gremien über eine Schließung gesprochen worden. „Aus Halbwahrheiten ist da etwas konstruiert worden“, so Sailer, der vor allem den Kreisfraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Fabian Mehring, kritisiert. „Sein Verhalten ist auch in Wahlkampfzeiten nicht zu rechtfertigen. Ihm geht es nicht um das Wohl des Klinikstandortes, sondern um persönliche Profilierung.“

Mehring hatte vor einem „schleichenden Ausverkauf“ gewarnt

Mehring, der sich für die Freien Wähler um einen Sitz im Landtag bewirbt, hatte Anfang der Woche vor einem „schleichenden Ausverkauf“ des Schwabmünchner Hauses gewarnt und Landrat Sailer aufgefordert, nun den Kreisausschuss mit der Angelegenheit zu befassen. Es müssten konstruktive Lösungen gefunden werden, „um beide Standorte der Wertachklinik zukunftsfähig zu machen“.

Anlass für den Vorstoß waren mehrere Begebenheiten: So verliert das Haus die psychiatrische Beratungsstelle, eine Außenstelle des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren. Der Mietvertrag wurde von den Wertachkliniken nicht verlängert. Sie wird noch in diesem Jahr schließen. Auch die Durchgangsarztpraxis soll aufgelöst werden, zudemgeht die renommierte Chefärztin für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Proktologie, Dr. Regina Manger, zum 1. April 2019 in die Altersteilzeit und verlässt damit die Wertachklinik Schwabmünchen.

Für ihren Ersatz läuft derzeit das Ausschreibungsverfahren. Nach der temporären Schließung der Geburtshilfe bedeute dies eine weitere Schwächung des Hauses, so der Vertreter der Bürgerinitiative „Pro Geburtenstation Schwabmünchen“ Josef Gegenfurtner. Er sprach sogar davon, dass „sich Entwicklungen anzubahnen scheinen, die unter Umständen auf eine Schließung dieses Krankenhauses hindeuten.“

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt

Der Schwabmünchner Rathauschef Müller betonte dagegen gestern, dass dass die Weichen für die Zukunft der Wertachkliniken gestellt seien. In den kommenden Jahren seien große bauliche und medizinische Investitionen geplant, wie die Erweiterung der Radiologie oder die Digitalisierung mit dem Ziel der elektronischen Patientenakte.

Laut Klinikvorstand Martin Gösele sind allein im Jahr 2018 knapp zwei Millionen Euro für Investitionen und Sanierungsmaßnahmen in die Wertachkliniken gesteckt worden. In den vergangenen drei Jahren waren es sogar mehr als 16 Millionen. Seit zehn Jahren bestätigen Wirtschaftsprüfer den Kliniken positive Betriebsergebnisse. Und die Patientenzahlen steigen stetig, versichert der Klinik-Chef.

Wie es mit der Geburtenstation in Schwabmünchen weiter geht, ist indes noch unklar. Nach wie vor mangelt es an Hebammen. Trotz finanzieller Anreize, zahlreicher Stellenanzeigen, Besuche in der Hebammenschule und der Planung einer Hebammenpraxis wurde das Haus bei der Suche nach Geburtshelferinnen nicht fündig.

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