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Landkreis Dillingen

09.11.2018

Landratsamt warnt vor der „Hasenpest“ 

Im Landkreis Dillingen wurde ein toter Feldhase gefunden, der nach Auskunft des Landratsamts an Tularämie „Hasen- oder Nagerpest“ (Tularämie) erkrankt war.
Bild: Gunther Hasler (Archiv)

Im Landkreis Dillingen ist ein infizierter Kadaver gefunden worden. Der Erreger kann auch auf Menschen übertragen werden. So verläuft die Krankheit.

Erst die Fuchsräude, nun die Hasenpest! Nachdem vor wenigen Tagen in Bonstetten ein kranker Fuchs entwischt ist (wir berichteten), wurde jetzt im Landkreis Dillingen ein toter Feldhase gefunden, der nach Auskunft des Landratsamts an Tularämie „Hasen- oder Nagerpest“ (Tularämie) erkrankt war. Die Behörde warnt daher vor dem Kontakt mit verendeten Tieren. Jäger und Revierinhaber sollten in jedem Fall beim Auffinden von auffälligen oder verendeten Feldhasen, die Seuchen oder seuchenähnliche Merkmale der Tularämie aufweisen, die Kadaver sicherstellen. Der Mensch ist für den Erreger empfänglich und kann sich deshalb anstecken.

Um sich vor einer Erkrankung zu schützen, empfiehlt das Landratsamt, Fleisch von Hasen und Kaninchen nur gut durchgegart zu verzehren. Mit Tierkadavern verseuchtes Wasser sollte gemieden werden. Jäger und Revierinhaber sollten beim Abbalgen Handschuhe und bei Bedarf spezielle Atemschutzmasken tragen. Die Einhaltung dieser geschilderten vorbeugenden Maßnahme dient laut Landratsamt auch dem grundsätzlichen Schutz vor anderen, durch Wild auf den Menschen übertragbaren Krankheiten wie beispielsweise Vogelgrippe, Tollwut oder Brucellose.

Auch Kaninchen, Eichhörnchen und Vögel können infiziert sein

Bei der Tularämie handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung. In erster Linie sind Feldhasen betroffen. Allerdings können auch Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Wühlmäuse, Ratten oder Eichhörnchen genauso wie Wildwiederkäuer, Fleischfresser und Vögel infiziert sein. Stechinsekten und insbesondere Zecken können bei der Übertragung eine Rolle spielen.

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Das Krankheitsbild bei Tieren reicht von milden Formen mit lokaler Lymphknotenschwellung bis hin zu schwerwiegenden Allgemeininfektionen. Insbesondere bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren sind seuchenhafte Verläufe mit hoher Sterblichkeit bekannt. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell, schwankenden Gang und werden teilnahmslos. Aufgrund von Entkräftung können sie ihre natürliche Scheu verlieren.

Der Erreger gilt als hochinfektiös. Anstecken kann sich der Mensch über Haut oder Schleimhaut oder durch Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch. Kälte schadet den Erregern nicht, was bedeutet, dass gefrorenes Fleisch und kontaminierte Materialien in den Wintermonaten lange infektiös bleiben. Das Erkrankungsbild der Tularämie beim Menschen kann sehr vielfältig sein. Von grippeähnlichen Symptomen bis hin zu Hautgeschwüren, Entzündungen der Augen und anderer Organe sowie Lymphknotenschwellungen. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht bekannt. Zur Vermeidung eines schweren Krankheitsverlaufes und von Komplikationen ist der frühzeitige Therapiebeginn mit einem Antibiotikum wichtig. (thia/AL)

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