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Langweid

10.01.2019

Langweid sieht Ausbau der Ammoniak-Anlage kritisch

Das Produktionsgelände des Chemieunternehmens Silbermann liegt in Sichtweite des Langweider Ortsteils Stettenhofen. Dort gibt es Bedenken bezüglich der Erweiterung der Lagerkapazität für Ammoniak.
Bild: Marcus Merk

Der Langweider Gemeinderat diskutierte über die umstrittenen Ausbaupläne eines Chemieunternehmens. Dabei wurde klar: Die Anwohner machen sich große Sorgen.

Die Erweiterungspläne des im Gablinger Industriegebiet angesiedelten Chemieunternehmens Staub & Co, - Silbermann GmbH liegen den Stettenhofener Bürgern im Magen. Die leben in Sichtweite des Unternehmens und begegnen dem Vorhaben mit Sorge. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Langweider Gemeinderat mit dem Antrag des Unternehmens.

„Obwohl für uns eine Beteiligung als Nachbargemeinde im Genehmigungsprozess nicht vorgesehen war, haben wir das Vorhaben im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung eingehend prüfen lassen“, erklärte Bürgermeister Jürgen Gilg. Wenige hundert Meter von Wohnhäusern und Kindergarten entfernt hat das Unternehmen vor, beträchtlich mehr Ammoniak als bisher zu lagern und die Anlagen zur Abfüllung und Lagerung zu vergrößern.

Baurechtlich ist der Ausbau genehmigt

Anstatt wie bisher 29,9 Tonnen, sollen nun bis zu 99 Tonnen Ammoniak auf dem Gelände gelagert werden dürfen. Die Anliefermenge soll von 20 auf 50 Tonnen steigen. Der Gemeinderat Gablingen hatte von baulicher Seite keine Einwendungen gegen das Vorhaben und die Prüfung zum Immissionsschutz ausdrücklich dem Landratsamt überlassen.

Langweid hat einen Fachmann für Anlagensicherheit und einen Spezialisten für Schallschutz beauftragt um die technischen Details der Antragsunterlagen unter die Lupe zu nehmen. Die rechtliche Seite wurde von einem Fachanwalt für Kommunalrecht betrachtet. Hinsichtlich der vorgelegten schalltechnischen Untersuchung fielen Unstimmigkeiten auf. Auch Unklarheiten bei der Gefahrenanalyse möchte die Gemeinde geklärt sehen.

Weiter fordert Langweid das Landratsamt Augsburg als Genehmigungsbehörde auf, dafür Sorge zu tragen, dass „aus dem Betrieb der beantragten Anlage keinerlei Gefahr für die Bevölkerung, die Umwelt und das materielle Eigentum der Bürgerschaft entstehen.“ Das Gremium votierte einstimmig für den Wortlaut der Stellungnahme an das Landratsamt. 

Bedenken über den Ausbau der Anlage bleiben

Bauchschmerzen bei den Betroffenen bleiben jedoch. „Das ist nicht erfreulich für die Stettenhofener“, stellte Manfred Stranzinger (SPD) klar. Die Gefahrenlage durch das Unternehmen sei zwar bisher auch schon vorhanden gewesen, werde durch die erhebliche Erhöhung der Lagermenge aber noch zusätzlich verschärft. Auch Helmut Geyer vom Bürgerverein Stettenhofen, der die Sitzung als Zuhörer verfolgte, bleibt besorgt. „Die dreifache Lagermenge bedeutet für uns verdreifachte Gefahr,“ ist er überzeugt.

Der Betriebsleiter des Chemieunternehmens, Matthias Scherr, betonte Anfang der Woche gegenüber unserer Zeitung, dass selbst bei einem Störfall keine direkte Gefahr für die umliegenden Wohngebiete bestehe. Das Unternehmen befinde sich in einem Industriegebiet. Der nötige Abstand von 180 Metern zu Wohngebieten werde eingehalten. Selbst Ausnahmefälle wie ein Tornado, ein Flugzeugabsturz oder ein Terroranschlag würden über das bestehende Sicherheitskonzept abgedeckt.

Die Firma Silbermann zählt zu dem halben Dutzend so genannter Störfallbetrieben im Landkreis. Das bedeutet, dass das Unternehmen gefährliche Stoffe oberhalb einer bestimmten Menge nutzt und lagert, die einen Störfall auslösen können. Dadurch gelten erhöhte Sicherheitsbestimmungen und das Unternehmen ist verpflichtet, die Öffentlichkeit zu informieren. Insgesamt gibt es im Augsburger land 45 Chemieunternehmen, die knapp ein Fünftel der Industrieumsätze im Landkreis erwirtschaften.

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