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Haushalt

21.06.2018

Langweid steckt viel Geld in die Ortsentwicklung

43 Millionen Euro sollen bis 2021 in Kitas, Schulen und Verkehr investiert werden

Ohne Schulden geht’s wohl nicht: Viel Geld wird Langweid 2018 und in den kommenden Jahren für die Infrastruktur ausgeben. Das beschloss der Gemeinderat in jüngster Sitzung. Bis 2021 sollen 43 Millionen Euro in die Ortsentwicklung fließen, stellten Bürgermeister Jürgen Gilg und Kämmerer Helmut Gensberger im Gemeinderat die Haushaltszahlen vor. Einen genauen Blick hatten die Fraktionen bereits in ihren Vorbesprechungen auf das dicke Werk geworfen.

Für alle geplanten Investitionen reicht das Sparschwein der Gemeinde nicht aus, bestätigte der Rathauschef auf Nachfrage. Auch wenn 2018 kein Kredit aufgenommen werden muss, wird das bei den vielen Vorhaben in den nächsten Jahren nicht ausbleiben.

Doch wer so wächst wie Langweid, müsse in die Kinderbetreuung, in Schulen, Verkehrswege und Wohn- und Gewerbegebiete investieren, ist der Konsens über alle Fraktionen im Gremium. Neben der neuen Kinderkrippe St. Vitus entsteht ein neuer Kindergarten. Insgesamt 5,2 Millionen wird der Bau kosten, 2,5 Millionen sind im laufenden Haushalt dafür vorgesehen.

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Die Erweiterung der Krippe in Stettenhofen wird mit rund zwei Millionen Euro zu Buche schlagen. Damit immer frisches Trinkwasser aus den Wasserhähnen kommt, wird die Technik des gemeindlichen Wasserwerkes für 510000 Euro erneuert. Weitere 500000 Euro kostet der Notverbund mit Gersthofen, der auch bei Problemen mit der eigenen Wasserversorgung, wie beim Blitzeinschlag vor ein paar Jahren, dafür sorgt, dass die ständig wachsende Zahl der Bürger nicht auf dem Trockenen sitzt.

Vor zehn Jahren waren noch 7505 Menschen in Langweid gemeldet. Ende 2017 waren es schon 8024 Einwohner in der Gemeinde, die zusammen mit der Stadt Gersthofen ein Mittelzentrum bildet. Zusätzlicher Raum für Gewerbe wurde zuletzt 2009 mit dem Gewerbepark Foret geschaffen, an der Grenze zu Meitingen entsteht das Gewerbegebiet Nord. In die Grund- und Mittelschulen in Langweid gehen fast 400 Schüler, deshalb steht die Generalsanierung oder auch ein Neubau der Mittelschule an. „Dafür planen wir 17 bis 19 Millionen Euro ein. Und zwar unabhängig davon, ob eine Sanierung oder ein neues Gebäude sich am Ende als die bessere Lösung herauskristallisiert“, so Gilg.

Die Mehrzweckhalle mit Schwimmbad wird in den kommenden Jahren für knapp 600000 Euro saniert. 100000 Euro sind dafür noch im Jahr 2018 vorgesehen.

Für die laut Bürgermeister Jürgen Gilg „historische Chance“, rund um den Bahnhof Verbesserungen zu schaffen, wird die Gemeinde rund drei Millionen Euro ausgeben. Nur dann, wenn die Bahn den Verkehr anhält, um eigene Baumaßnahmen umzusetzen, können größere Eingriffe im Bereich des Gleiskörpers stattfinden.

Der Neubau der Bahnüberführung an der Schmuttertalstraße ist so eine Chance. Die Unterführung wird auf Wunsch der Langweider breiter und mit einem separaten Fuß- und Radweg ausgestattet. Gleichzeitig kann die viel zu schmale und dunkle, nur über steile Treppen erreichbare Unterführung zwischen den Gleisen am Bahnhof erneuert und barrierefrei werden. Insgesamt kosten die beiden Maßnahmen rund zehn Millionen Euro. Drei Millionen sind der Gemeindeanteil.

Leisten kann sich Langweid dieses Investitionsfeuerwerk nur durch hohe Rücklagen, die Ende 2017 bei über elf Millionen Euro lagen. Trotzdem würden in den nächsten Jahren Kredite nötig werden, um die vielen Projekte zu stemmen, macht Bürgermeister Jürgen Gilg sich keine Illusionen. Wann, wenn nicht jetzt, ist die Devise im Rathaus, die Kämmerer Helmut Gensberger in seinem Haushaltsbericht grundsätzlich unterstützt.

Wenn Kommunen für Geld auf der Bank Minuszinsen zahlen müssen, dann ergibt es Sinn, die Rücklagen in die Entwicklung der Gemeinde zu stecken. Dafür hatte sich der Gemeinderat schon bei den Beratungen zur Planung der vielen Projekte für die Ausgaben entschieden und bestätigte diese Einstellung mit einem klaren „Ja“ für den Gemeindehaushalt 2018.

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