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Langweid

19.02.2020

Langweid wächst stetig - hält die Infrastruktur mit?

Baukräne sind in Langweid ein alltäglicher Anblick, die Gemeinde wächst stetig.
Bild: Marcus Merk

Plus Bürgermeister Jürgen Gilg geht ohne Mitbewerber aus anderen Parteien und Gruppierungen ins Kommunalwahl-Rennen. Die Gemeinde wächst und gedeiht.

In Langweid läuft es gut. Die Gemeinde wächst stetig, die wirtschaftliche Situation ist nicht sensationell, doch stabil. Investitionen in die Zukunft wird man auch künftig nicht scheuen. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, ist für Bürgermeister Jürgen Gilg in Zeiten von Strafzinsen auf Rücklagen und günstigen Kreditkonditionen genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um Projekte voranzutreiben.

Wie kann die Infrastruktur mit dem rasanten Wachstum mithalten? Diese Frage stand in Langweid in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt vieler Entscheidungen. Wie in vielen verkehrsgünstig gelegenen Gemeinden im Landkreis sind neue Wohnungen und Häuser in Langweid schnell verkauft oder vermietet, und auch Bestandsimmobilien sind begehrt.

Langweid plant eine neue Schule

Junge Familien finden die Gemeinde im Landkreisnorden attraktiv. An- und Neubauten für die Kinderbetreuung mussten geplant, umgesetzt und nicht zuletzt finanziert werden. Eine neue Schule ist als 20-Millionen-Euro-Großprojekt in der Vorbereitung. Planungssicherheit für Neubaugebiete musste hergestellt werden. Der Badesee im Langweider Süden hat Parkplätze und Wege bekommen, nun steht der Bau eines Sanitärgebäudes mit Räumen für die Wasserwacht an.

Das Nahversorgungszentrum in Stettenhofen boomt ebenso wie das neue Wohngebiet „Waldviertel“ in Foret. Im Vorfeld der Ansiedlung von Discounter, Drogeriemarkt und Supermarkt im Süden von Stettenhofen gab es kritische Stimmen, die Umsatzeinbrüche bei den alteingesessenen Betrieben befürchteten. Das Einzelhandelsgutachten, das durch das Projekt eher ein Zurückholen von Kaufkraft aus dem Umland prognostiziert hatte, scheint sich aber zu bewahrheiten. Die Geschäftswelt werde mit neuen Angeboten punkten, kündigte der neue Vorsitzende des örtlichen Gewerbeverbundes Joachim Domes an.

Die neue Ortsdurchfahrt für Achsheim wird kommen, auch wenn es dafür noch keinen Zeitplan gibt. Ein Trinkwasserverbund mit Gersthofen wird hergestellt, nachdem ein Blitzeinschlag im Wasserwerk vor einigen Jahren die Wasserversorgung auf eine harte Probe gestellt hat. Der Bahnhof als wichtiger Verkehrsfaktor für Pendler wurde über einen Kreisverkehr am nördlichen Ortseingang angebunden und bekam einen großen Park-and-ride-Platz. Der barrierefreie Zugang zum östlichen Gleis ist umgesetzt, ein neuer Verbindungstunnel mit Rampe zwischen den Gleisen fest geplant.

Bald können in Langweid Züge auch gewartet werden: Im Gewerbegebiet Foret ist eine Instandsetzungshalle des privaten Bahnbetreibers Go Ahead geplant. Darüber war man im Rathaus ausgesprochen erfreut. Noch verfügbare Gewerbefläche soll dafür Verwendung finden, ohne Schwerverkehr in den Ort zu holen.

Gemeinde zahlt für größere Bahnunterführung

Keine Lösung von der Stange wollte die Gemeinde bei der Bahnunterführung Richtung Achsheim. Der Gemeinderat entschied: Es wird keine einspurige Röhre gebaut, die kostenlos von der Bahn zu haben gewesen wäre, sondern eine zweispurige Fahrbahn samt getrenntem Fuß- und Radweg. Kostet Geld, ist aber wichtig für die Infrastruktur, entschied das Gremium einstimmig.

Entscheidungen, die nicht einstimmig ausfallen, sind im Langweider Gemeinderat ohnehin die Ausnahme. Guter Informationsfluss, sachbezogene Diskussionen und Beschlüsse im Konsens, das ist der „Langweider Stil“, auf den man in der Gemeinde stolz ist. Das Ergebnis: Wie schon vor sechs Jahren unterstützen bei den Kommunalwahlen 2020 alle Fraktionen im Gemeinderat die inzwischen dritte Kandidatur von Bürgermeister Jürgen Gilg. Auch die neu gegründete Ortsgruppe der Grünen schickt keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Feld, sondern unterstützt den CSU-Bürgermeister, der im Gegenzug auf einen Listenplatz seiner Partei verzichtet.

Veränderungen wohl im im Langweider Gemeinderat

Einen Wechsel auf dem Chefsessel wird es in Langweid nicht geben, doch es bleibt auch nicht alles, wie es ist. Drei Gemeinderäte treten nicht mehr an, mit den Grünen könnte es neben CSU, SPD und den Freien Wählern eine vierte Kraft im Rat geben, und weiblicher soll der Gemeinderat auch werden, geht es nach den Listenplatzierungen neuer Bewerberinnen. Es kann also auch in Langweid spannend werden.

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