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Gersthofen

22.06.2017

Lara Ziegler tauscht die Heimat mit Kolumbien

Lara Ziegler geht für ein Jahr nach Kolumbien und unterrichtet dort an einer Schule.
Bild: Benedikt Siegert

Für elf Monate hilft die 19-Jährige aus Gersthofen im Freiwilligendienst an einer kolumbianischen Schule. Was die junge Frau antreibt.

Der Stopp am Elefantenschild mitten in Namibia war nicht eingeplant. Ein Fotomotiv, dachte Lara Ziegler aus Gersthofen, das im Album über ihre Reise im afrikanischen Land nicht fehlen darf. Kaum ist die damals 17-Jährige aus dem Auto gestiegen, rannten sechs Kinder aus einer Blechhütte direkt auf sie zu, fragten nach Süßem. Die junge Frau aus Gersthofen war überwältigt von der Offenheit der Menschen in diesem Land. Aber vor allem war sie schockiert über die Armut der Bevölkerung. „Ich habe verstanden, wie gut wir es in Deutschland oder Europa eigentlich haben“, sagt sie.

Sie wird an einer Schule mit über 400 Schülern unterrichten

Um andere an ihrem guten Leben teilhaben zu lassen, geht Ziegler nach ihrem Fachabitur im Juli diesen Jahres für elf Monate nach Kolumbien. Nicht um dort Urlaub zu machen, sondern um als Entwicklungshelferin vor Ort ein soziales Projekt zu unterstützen.

Ab August wird die mittlerweile 19-Jährige in der kolumbischen Stadt Duitama bei einer Gastfamilie leben und einen Freiwilligendienst absolvieren. In der Stadt, die gut 240 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bogota liegt, wohnen über 110000 Menschen. Der Ort liegt auf 2590 Meter Höhe in den östlichen Anden.

„Ich möchte benachteiligten Menschen helfen, globale Verantwortung übernehmen und den Menschen etwas zurückgeben“, sagt Ziegler. Was sehr allgemein klingt, wird für sie vor Ort ganz konkret: Als Englischlehrer-Assistentin unterrichtet sie an einer Schule mit 422 Schülern und 30 Lehrern. „Das sprachliche Niveau, das ich durch das Abitur habe, reicht dort aus, um Unterricht zu geben.“ Unterstützt wird Lara von hauptamtlichen Lehrern. Amtssprache in Kolumbien ist Spanisch.

Die Organisation ‚weltwärts‘ macht es möglich

Lara ist glücklich über den bevorstehenden Einsatz in der Schule. Schon bei der Bewerbung sollte man sich Gedanken machen, in welchen Branche man später arbeiten möchte, sagt sie. Zur Auswahl stehen bei der Planung unter anderem der soziale Bereich, aber auch Medien oder Umwelt.

Nach Kolumbien kommt Lara über den Verein AFS – Interkulturelle Begegnungen e.V., der seit 1981 unter anderem Plätze im Freiwilligendienstprogrammen ’weltwärts’ bereitstellt. Die Entwicklungsarbeit wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bezuschusst. AFS trägt 75 Prozent der Kosten für die freiwillige Mitarbeit von Lara. Die restlichen Beträge für Reise, Organisation, Versicherung, Personal, Ehrenamtlichen-Qualifizierung und Verwaltung müssen anderweitig aufgebracht werden: Lara hat sich dafür in der Vorbereitungsphase einen Förderkreis aus Verwandten, Bekannten, Freunden sowie anderen Sponsoren aufgebaut. Im Schnitt braucht jeder Freiwillige 2750 Euro.

Damit die gemachten Erfahrungen der Freiwilligen nicht im „kleinen Kreis“ der Unterstützter bleiben, der interkulturelle Austausch stattdessen eine möglichst breite Gruppe von Menschen erreicht, berichtet Lara ab August regelmäßig auf der Jugendseite über ihren Aufenthalt.

Das Abenteuer in Kolumbien startet am 11. August

In einer Kolumne wird sie über ihre Erfahrungen schreiben, die sie vor Ort sammelt. Mit sehenswerten Bildern lässt sie uns an ihren Erlebnissen teilhaben und gibt Insidertipps und Einblicke aus erster Hand über das südamerikanische Entwicklungsland. „Durch einen Urlaub ist das sonst in dieser Form nicht möglich“, sagt sie.

In den Vorbereitungsseminaren bieten die Betreuer, die selbst bereits im Ausland geholfen haben, Hilfe an. Für die circa 50 Teilnehmer werden viele Themen angesprochen, es geht ins Detail, etwa wie es vor Ort mit Buchungen oder Zugtickets aussieht. Lara freut sich auf die anstehende Zeit. Ihre einzige Sorge ist das Heimweh: „Familie, Freunde und die Heimat zu verlassen, davor hab ich etwas Angst“, sagt sie.

Ihr Abenteuer startet am 11. August. Ab dann lässt sie die Eindrücke auf sich einprasseln. „Ich gehe immer offen auf Menschen zu und bin sehr neugierig“, erklärt sie. In welcher Gastfamilie sie unterkommt und welche Klassen sie unterrichten wird, bekommt sie kurzfristig gesagt. Das sei der einzige Nachteil in der bisherigen Organisation, meint sie. Sollten Schwierigkeiten mit der Unterkunft oder der Beschäftigung auftreten, greift die Organisation rechtzeitig ein und bespricht, welche Alternativen zur Verfügung stehen.

Würde es sie nicht direkt nach ihrem Abitur in die Ferne ziehen, könnte sich Lara vorstellen eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau zu beginnen. Bewerbungen will sie während ihres Aufenthalts über das Internet abwickeln. Per E-Mail hält sie Kontakt zu unserer Redaktion.

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