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Heretsried

01.08.2018

Lars Reichow macht Heretsried „great again“

Schon zum dritten Mal gastierte der bekannte Kabarettist Lars Reichow im Griechischen Theater in Heretsried.
Bild: Michael Daum

Der Kabarettist nimmt im Griechischen Theater nicht nur Politiker auf die Schippe.

Schon zum dritten Mal gastierte der bekannte Kabarettist Lars Reichow nun in der beliebten Open-Air-Spielstätte des Holzwinkels, dem Griechischen Theater in Heretsried. Mit seinem aktuellen Programm „Wunschkonzert“, einem „Best-Of“ musikalischer und satirischer Leckerbissen aus vergangenen Produktionen, lockte der selbst ernannte „Klaviator“ Reichow, bekannt aus Funk und Fernsehen „an die zehntausend begeisterte Zuschauer in den griechisch-humoristischen, dramatischen Garten der Familie Bernhard ... soweit die Zahlen aus dem Trump-Institut“.

Mit solchen Seitenhieben und Sentenzen wie: „Let’s make Heretsried great again!“ bekam gleich zu Beginn der „Typ mit der Platinbombe im Weißen Haus“ was auf die Mütze. Politiker vom Schlage Trumps sind fürs Kabarett ja wie die Pest. Wenn sie in ihrer rohen, unbedachten Art die satirische Zuspitzung bereits vorweg nehmen, womöglich gar weit übertreffen, gefährden sie Arbeitsplätze.

Reichow nahm für dies und alles andere an Trump genüsslich Rache – auch andere Staatschefs, sehr treffend Ex-Ministerpräsident und Noch-Innenminister Horst Seehofer, sowie weitere Spitzen der deutschen Bundespolitik wurden für ihre Entgleisungen im Laufe des zweistündigen Programms vom Klaviator aufs Korn genommen. Nicht ganz so politisch wie diese pointierten Spitzen gegen den derzeit triumphierenden globalisierten Ungeist, dafür nicht weniger komisch, auch hautnah am aktuellen Lebensgefühl, war das weiter folgende Programm.

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Reichow fabulierte, zog vom Leder, entwarf wundersame Szenen in der Kfz-Zulassungsstelle, in der Metzgerei und weiß Gott wo, phantasierte vom viel versprechenden und noch mehr haltenden Einsatz seiner imaginären „Queue-Card“, mit der er das verhasste Schlange stehen abkürzen oder gar ausgesuchte Personen ans Ende der Schlange verbannen konnte.

Ende der ersten Halbzeit startete er noch schnell mit der Familie in den Wohnmobil-Urlaub Richtung Norwegen, um nach der Pause frisch erholt wieder ein paar politische Watschen nach allen Seiten aus zuteilen. „Man kann die Gründe für den Niedergang der CSU überall suchen, nur nicht beim politischen Gegner“. Das saß – und sorgte nach kurzem Nachdenken für ein paar herzhafte Extra-Lacher. „Danke, das habe ich gestern in München gespielt, da hat’s kein Mensch erkannt.“ Dann wandte sich Reichow – mal mit weinendem, mal mit lachendem Auge – den Themen Liebe und Familie zu.

Ganze zwei Stunden lang traktierte Reichow so das Zwerchfell und die innere Bauchmuskulatur des johlenden, oft vor Begeisterung tobenden Publikums. Das hat sicher noch nachträglich für den einen oder anderen Muskelkater gesorgt. Gekonnt integrierte Reichow auch kleine Malheurs, wie die Aussetzer des drahtlosen Mikros, in den laufenden Auftritt.

Noch ein Original-Reichow: „Wie schon die beiden letzten Male darf ich hier beim Singen den Mund nur ganz leicht aufmachen, weil hier inzwischen immer mehr Zeugs rum fliegt. Bei der Fahrt nach Hause habe ich das dann gemerkt: Die ganze Backe war gefüllt mit Insekten“.

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