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Neusäß

18.04.2020

Leben am Fluss: Das ist das Angler-Glück an der Schmutter

In der Schmutter tummeln sich viele Arten von Fischen. Doch für das Angeln gelten strenge Regeln. Das Bild zeigt ein Stauwehr bei Neusäß.
Bild: Sigrid Wagner

Plus Der Fischereiverein Augsburg bewirtschaftet fünf Gewässerstrecken an der Schmutter, eine davon dient der Ausbildung. Was sich im Fluss alles tummelt.

In der Schmutter tummeln sich zahlreiche Fische und auch in beachtlicher Vielfalt. Dazu trägt sicherlich bei, dass sie zwischen Fischach und der Autobahn A8 bei Neusäß noch in ihrem natürlichen Flussbett verläuft. „Zwölf angelbare Fischarten und damit einen ganz ordentlichen Bestand haben wir in der Schmutter und noch diverse Kleinfischarten“, erklärt Peter Steinle, erster Vorsitzender des Fischereivereins Augsburg.

„Allerdings benötigt der Fischbestand Pflege. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die mit viel Zeit und Arbeit verbunden ist.“ Zweimal jährlich werde nachbesetzt. „Der Verein kauft hierfür bei Fischzüchtern aus dem Umland verschiedene Fischarten, vorwiegend Forellen, Karpfen und Aale, und setzen diese dann in der Schmutter aus“, erklärt Peter Steinle. Hechte werden nicht besetzt. Sie vermehren sich auf natürliche Weise. Insgesamt betreut der Fischereiverein über 20 Gewässer in und um Augsburg. „Für jedes gibt es einen Managementplan“, erläutert der Vereinsvorstand, „und wir arbeiten auch eng mit der Fischereifachberatung des Bezirks Schwaben zusammen.“

Neusäß: An vier Standorten darf gefischt werden

Entlang der Schmutter dürfen die Vereinsmitglieder an vier Standorten fischen, in Achsheim, Gessertshausen, Hammel und in Westendorf. Dafür gelten klare Regeln. „Zuerst muss eine Fischerprüfung abgelegt werden“, erläutert der Fachmann. Der Kurs sei Pflicht, doch die Prüfung könne jeder heute auch online absolvieren. Dann erhalte man den staatlichen Fischereischein und damit erst die Angelerlaubnis. Die ist wiederum kostenpflichtig. Es gibt Tages- und Jahreskarten, die auch Nichtmitglieder erwerben können. Außerdem gelten klare Vorschriften. Es müssen Schonfristen eingehalten werden, und in diesen Zeiten darf überhaupt nicht gefischt werden.

Außerhalb dieser Schonfristen muss jeder Angler seinen Fang in einem sogenannten „Fangblatt“ festhalten. Größe, Gewicht und Fischart wird notiert und am Jahresende fließt das Ergebnis in Statistiken ein. „Uns liegt sehr daran, dass der Bestand erhalten bleibt“, versichert Peter Steinle. Dazu gehöre auch für die Sauberkeit im und entlang des Gewässers zu sorgen. Jedes Jahr werde viel Mühe und zahlreiche Arbeitsstunden aufgewendet um „allerlei Dreck“ einzusammeln. „Abfall, wie Plastikflaschen und -tüten, achtlos liegengelassener oder durch Hochwasser mitgerissener Müll wird eingesammelt. Aber auch andere Schadstoffe gefährden den Fischbestand“, so Steinle.

In Westheim werden Nachwuchsangler ausgebildet

Zeit und Geduld wird auch in die Ausbildung für Nachwuchsangler investiert. Dafür unterhält der Fischereiverein einen eigenen Gewässerabschnitt an der Schmutter in Westheim. Unter fachlicher Anleitung lernen Jugendliche verantwortungsvoll mit dem Fischbestand umzugehen, aber auch artgerecht zu fischen. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen von Anfang an richtig angeleitet werden.“ Ab dem 10. Lebensjahr können sie einen Jugendfischereischein beantragen und dann in Begleitung eines erwachsenen Fischers angeln.

Die Fischer pflegen noch eine alte Tradition, das sogenannte Königsfischen. Einmal im Jahr geht es darum, wer den „dicksten Fisch“ an der Angel hat. Dabei steht nicht das Gewicht des Fangs im Vordergrund, sondern die anglerische Fähigkeiten. Ein gewichtiges Rotauge mit einem Pfund zählt daher höher als ein 15pfündiger Karpfen. 2019 wurde zweiter Vorstand Martin Fekete zum Fischerkönig gekürt, mit einem Barsch, den er im Lech fischte. Und so ein frischgefangener Fisch ist natürlich auch eine Delikatesse. Wie man diesen Leckerbissen köstlich zubereitet, lernen die Fischer unter Anleitung einer Profiköchin. Einmal jährlich findet ein Fischkochkurs statt, aber nur für Mitglieder.

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