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Gemeinderat

21.10.2019

Lehmabbau in Langenreichen geht zu Ende

Die ausgebeutete Fläche wird renaturiert. Die Firma Creaton braucht neue Areale und ist in Zeisenried fündig geworden

Bei Langenreichen wird seit 2003 Lehm für die Firma Creaton abgebaut. Die Flächen werden in rund zwei Jahren ausgebeutet sein. Das erklärte Hartmut Brehm von Creaton in der jüngsten Sitzung des Meitinger Marktgemeinderates.

Das Werk ist deswegen schon länger auf der Suche nach neuen Flächen für den Lehmabbau. Von 2015 bis 2017 waren Experten mit einem Bohrwagen im Großraum Wertingen unterwegs, um geeignete Areale auszumachen. Die Fachleute seien laut Brehm in Zeisenried – einem Weiler bei Langenreichen – fündig geworden. Infrage komme eine Fläche von zehn Hektar. Der dort vorhandene Lehm werde in rund zehn Jahren abgebaut sein, wenn das Werk in Wertingen unter Volllast läuft, erläuterte Brehm. Das Material soll über Rieblingen ins Werk transportiert werden.

Allerdings gebe es eine Kröte, die Creaton dabei schlucken müsse. Laut Brehm dürfen die Lastwagen auf der Staatsstraße zwischen Rieblingen und Biberbach nicht nach links abbiegen. Eine Linksabbiegespur will Creaton laut Brehm nicht bauen lassen, da diese zu teuer kommen würde. Die Folge: Die Brummilenker, die Lehm aus dem zukünftigen Abbaugebiet holen, müssen bis zum Kreisverkehr an der Bundesstraße 2 fahren, dort einen Kringel fahren, wieder zurück und schließlich nach rechts in Richtung Zeisenried abbiegen. Das entspricht einem Umweg von rund zehn Kilometern pro Fahrt. Laut Brehm werden täglich zwischen zehn und 15 Lastwagen zwischen Wertingen und Zeisenried unterwegs sein.

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Gemeinderat Johann Pröll wollte wissen, ob es neben Zeisenried auch noch andere geeignete Flächen für den Lehmabbau in der Gegend gibt. Brehm stellte klar, dass die gesamte Höhenkuppe in diesem Bereich voller Lehm sei. In Gebieten, die tiefer liegen, komme Kies. Er erklärte auch, dass im Bereich des Waldes noch Lehm vorkomme. „Waldflächen rühren wir nicht an“, sagte der Creaton-Mitarbeiter.

Bereits ausgearbeitet sind die Pläne für die Rekultivierung der Abbaufläche in Langenreichen. Die Bereiche im Westen und Osten werden wieder in Ackerland umgewandelt. Außerdem wird auf einer Fläche von rund vier Hektar ein Mischwald entstehen. Brehm betonte, dass nur für Böschungen Material angeliefert werden müsste. Ansonsten werde es keine Auffüllungen geben. Unklar ist noch, was aus dem asphaltierten Weg zum Abbaugebiet in Langenreichen werden soll. Dieser wurde verbreitert, und dafür hat Creaton Flächen gepachtet. Das Unternehmen will diese Streifen gerne kaufen und die Straße anschließend in Gemeindehand übergeben. Einen Beschluss fällte der Marktgemeinderat an diesem Abend nicht, denn die Vorstellung der Pläne war als Information gedacht.

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