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Landkreis Augsburg

13.11.2017

Liberale Politik aus Schwabmünchen

Dr. Joseph Völk stammte aus Mittelstetten, heute ein Stadtteil von Schwabmünchen.
Bild: A. Resch/UniRegensbug

In unserer Serie „Köpfe unserer Heimat“ stellen wir dieses Mal Joseph Völk vor. Er engagierte sich für die Deutsche Fortschrittspartei

Aus dem Dorf Mittelstetten, heute ein Stadtteil von Schwabmünchen, stammt unsere heutige Persönlichkeit, ein Jurist und liberaler Politiker, Mitglied des Bayerischen Landtags und des Deutschen Reichstags: Dr. Joseph Völk wurde am 9. Mai 1819 geboren.

Als Sohn einer bäuerlichen Familie standen die Chancen für eine akademische Ausbildung für ihn sehr schlecht. Doch dank eines Geistlichen in der Familie durfte der begabte Junge aufs Gymnasium gehen und konnte nach dem Abitur an der Uni in München Rechtswissenschaft studieren mit dem Abschluss der Promotion zum Dr. jur.

Völk engagierte sich im Kulturkampf

Politisch trat Völk erstmals als Redner in Landsberg am Lech Ende der 1840er Jahre auf. Im Gegensatz zur allgemeinen bayerischen politischen Überzeugung war er für die Verfassung der Frankfurter Paulskirche, heute noch Symbol für deutsche Demokratie. Anstelle eines großdeutschen Reichs zusammen mit Österreich war Völk für eine kleine Lösung unter preußischer Leitung.

Als Mitglied des bayerischen Parlaments, dem er bis zu seinem Tod angehörte, bildete er zunächst mit anderen Abgeordneten die „deutsche Partei“, die den Vorsitzenden des Ministerrats Ludwig von der Pfrodten wegen seiner reaktionären Haltung stark attackierte und 1895 dessen Rücktritt erwirkte.

Vier Jahre später gründete Völk die „Deutsche Fortschrittspartei in Bayern“ in der er anfänglich Bismarcks Politik kritisierte und der er dann doch folgte. Zu Beginn des 1870er Kriegs wandte sich Völk mit seiner Partei gegen die „Bayerische Patriotenpartei“ und imitierte in Parlamentsreden deren Spaltung – was zur Zustimmung zum Kriegseintritt führte.

In Kempten ist Völk Ehrenbürger

Völk engagierte sich auch im sogenannten Kulturkampf, der in liberaler Weltanschauung die Trennung von Kirche und Staat verfolgte. Und so setzte sich Völk als Liberaler auch stark für die Zivilehe, also die in Standesämtern geschlossene ein. Zudem arbeitete er an einer deutschen Justizreform mit und forderte ein gesamtdeutsches Gesetzbuch. Auf seine Initiative entstand auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof.

Im Jahr 1880 erlangte Völk die Ehrenbürgerrechte Kemptens. Zwei Jahre später verstarb er in Augsburg.

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