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Schwabmünchen/Bobingen

05.11.2019

Lob für die Wertachkliniken trotz Millionen-Minus

Das ehemalige städtische Krankenhaus Schwabmünchen gehört wie die Einrichtung in Bobingen zu den Wertachkliniken. Seit Frühjahr 2018 ist die Geburtenstation in Schwabmünchen dicht.
Bild: Uwe Bolten

Plus Die Kreisräte im Augsburger Land verlängern den Vertrag mit den ehemals städtischen Krankenhäusern Bobingen und Schwabmünchen. Der steht damit für Defizit gerade – es soll bei über einen Million Euro liegen.

Die Kreisräte stehen zu den Wertachkliniken Bobingen und Schwabmünchen: Gestern stimmten sie für eine Verlängerung des Vertrags zwischen den beiden Krankenhäusern und dem Landkreis um weitere drei Jahre. Das bedeutet: Der Landkreis übernimmt den Großteil der Defizite. Die drohen erstmals in der Geschichte des Verbundes: Schätzungen gehen von bis zu 1,6 Millionen Euro aus. Michael Püschel, der Leitende Verwaltungsdirektor am Landratsamt, bezifferte das Minus auf „eine Million plus x“.

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Grund für die drohenden roten Zahlen sind vor allem Personalkosten und medizintechnische Investitionen. „Wir wollen keine Defizite“, sagte Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller gestern im Kreisausschuss. „Aber wir nehmen sie in Kauf, weil wir in die Zukunft investieren.“ Die Wertachkliniken stünden nicht nur wirtschaftlich, sondern auch baulich und medizinisch „sehr gut da“, erklärte Michael Püschel. Er bezeichnete die Entwicklung der Wertachkliniken als „hervorragend“. Denn normalerweise seien vergleichbare kleinere Krankenhäuser in Bayern und in Deutschland, die das „volle Programm“ bieten, nicht existenzfähig. Oftmals würden erhebliche negative Ergebnisse erwirtschaftet, die am Ende zu Lasten der medizinischen Qualität gingen.

„So ein Krankenhaus ist kein Wirtschaftsunternehmen“

Das Minus sei alles andere als besorgniserregend, sagte Meitinger Landtagsabgeordnete Fabian Mehring (Freie Wähler). Denn: „So ein Krankenhaus ist kein Wirtschaftsunternehmen.“ Gerade wegen und nicht trotz der neuen Uniklinik Augsburg, die sich auf Forschung, Lehre und Spitzenmedizin konzentriere, seien die beiden Häuser in Bobingen und Schwabmünchen wichtiger denn je. Zustimmung gab es auch vom Bobinger CSU-Stadtrat Hans-Peter Dangl. Bobingens Bürgermeister Bernd Müller hatte vor einigen Tagen erklärt: „Ich persönlich stehe ohne Wenn und Aber zum dauerhaften Erhalt der Wertachkliniken.“ Gerade der Standort Bobingen werde mit seinem unfallchirurgischen und orthopädischen Schwerpunkt und durch den Neubau der Rettungswache durch das BRK am und der KVB-Bereitschaftspraxis im Krankenhaus integraler Bestandteil der Notfallversorgung bleiben.

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Seit der Fusion vor 13 Jahren wurden die beiden Häuser saniert. Die Krankenpflegeschule wurde erhalten sowie Verwaltung, Küchen und andere so genannte patietenferne Bereiche zusammengeführt. Außerdem wurden hausübergreifende Abteilungen für die verschiedenen medizischen Bereiche errichtet und so genannte Kompetenzschwerpunkte in Bobingen und Schwabmünchen gebildet. Die Patientenzahlen waren bis zum Jahr 2018 stetig steigend, 2019 stagnierten sie laut Wertachkliniken-Leiter Martin Gösele auf hohem Niveau.

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